EUR/USD: Was US-Wachstumsstärke für den Dollar bedeutet

Mittwoch, 19.06.2024 13:31 von Société Générale - Aufrufe: 112

Gestern gab’s zur Abwechslung mal schlechte US-Zahlen (Einzelhandelsumsätze im Mai). Entsprechend bekam der Dollar leicht einen auf die Mütze. Die besser als erwartet berichtete Industrieproduktion (ebenfalls für Mai) brachte später etwas Erholung, aber nur partiell.

Wer nicht zufällig einen US-Volkswirt neben sich sitzen hat, der im Prognostizieren von US-Zahlen besser als die Gesamtheit der Analysten ist, mag getrost dieses kleinteilige Hin und Her der USD-Kurse ignorieren und sich lieber fragen, warum der Devisenmarkt so nervös auf US-Konjunkturdaten reagiert. Schließlich war das nicht immer so. Es gab auch Zeiten, in denen solche Neuigkeiten von den Devisenhändlern gnadenlos ignoriert wurden.

Zwei Kanäle sind denkbar, über die die US-Konjunktur (und damit alle Neuigkeiten, die dafür informativ sind) den Wert des Dollars gegenüber anderen Währungen beeinflussen können:

  1. Zum einen aufgrund des Effektes der Konjunktur auf den USD-Carry: Je besser die US-Konjunktur läuft, desto eher wird die US-Notenbank Fed geneigt sein, den Leitzins auf derzeit hohen Niveaus zu belassen.
  2. Und zum anderen, weil eine starke US-Wirtschaft an sich USD-positiv wirken könnte.

Über den ersten Punkt schreibt – so scheint mir – alle Welt erschöpfend viel. Daher will ich mich lieber auf den zweiten konzentrieren. Zumal der uneindeutig ist.

Die Ökonomik kann sich Fälle ausdenken, in denen besondere Wachstumsstärke der USA eher zu einer Schwächung des Dollars als zu USD-Stärke führen könnte: wenn sie das Angebot an heimischen Gütern ausweitet, die US-Endnachfrager aber einen signifikanten Teil ihres Einkommens verwenden, um ausländische Güter nachzufragen. Dann wächst die heimische Nachfrage nach US-Gütern nicht mit der Produktion. Sie müssen auf dem internationalen Markt billiger werden, damit sie dort Abnehmer finden. Das schwächt den Dollar, wenn die heimischen Preise nicht schnell genug nachgeben können (und Güterpreise reagieren niemals so schnell wie die Kurse am Devisenmarkt).

Solch ein Fall liegt aber nicht vor.

(a) Die US-Wirtschaft importiert – gemessen am BIP – tendenziell immer weniger. Siehe Abbildung oben. Und das nicht erst seit dem Handelskrieg der Trump-Administration. Die große Trendumkehr – hin zu (relativ) weniger Importen – trat bereits nach der Großen Rezession von 2008 ein, dem weltweiten Ende der fortschreitenden Globalisierung.

(b) Die US-Exportgüter & -dienstleistungen werden wertvoller im Vergleich zu den Gütern & Dienstleistungen, die die USA importieren. In Ökonomen-Sprech: Die terms of trade der USA verbessern sich. Mit anderen Worten: Von einer Schwemme der US-Güter und -Dienstleistungen kann überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil, sie werden im Rest der Welt immer gefragter.

Daher gilt: Diese US-Wachstumsstärke ist auch dadurch getrieben, dass US-Güter und -Dienstleistungen im Rest der Welt nachgefragt und damit teurer wurden. Die USA stellen nicht nur immer mehr Güter her, sondern sie stellen auch Güter & Dienstleistungen her, die im Rest der Welt ganz besonders gefragt sind. Weil aber die USD-Preise für diese begehrten Güter & Dienstleistungen nicht ins Unendliche gestiegen sind (die Fed hat erfolgreich Inflation bekämpft), war’s der Dollar, der bislang zulegen musste, um ein Marktgleichgewicht für US-Güter herzustellen. Und setzt sich diese Entwicklung fort, ist das Ende der USD-Stärke noch nicht erreicht.

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