Deutsche Börse AG - ETFs Dividenden ziehen

Dienstag, 29.03.2011 17:12 von Aktiencheck - Aufrufe: 2364

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Unsicherheit hält an, Marktteilnehmer berichten für die vergangenen Tage aber einhellig von einem klaren Käuferüberhang, so die Deutsche Börse AG.

"Die Käufer sind wieder da", erkläre etwa Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. Die Handelsumsätze seien dabei allerdings, anders als während der Ausverkaufsstimmung nach dem Japan-Erdbeben, eher normal bis niedrig. "Jetzt ist wieder reguläres Geschäft angesagt", formuliere Frank Mohr von der Commerzbank. "Aufgrund der weiterhin volatilen Lage sind die Anleger aber nicht mit voller Kraft dabei", ergänze der Händler. "Vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheiten ist es erstaunlich ruhig", kommentiere Bernardus Roelofs von Flow Traders mit Blick auf Japan, Libyen und die wieder hoch kochende Euro-Krise.

Im Mittelpunkt des Interesses stünden ganz klar Bluechips. Flow Traders melde etwa Zuflüsse bei EURO STOXX 50- und S&P 500-Trackern (iShares EURO STOXX 50 UCITS ETF (DE)), (iShares S&P 500 UCITS ETF) sowie Abflüsse bei den entsprechenden Short-Produkten (db x-trackers Euro Stoxx 50 Short Daily UCITS ETF 1C). "Anleger interessieren sich aber auch wieder zunehmend für Smallcaps", erkläre Roelofs und nenne als Beispiele den iShares EURO STOXX Small (iShares DJ EURO STOXX SmallCap) und den Lyxor MSCI EMU Small Cap (Lyxor MSCI EMU Small Cap UCITS ETF).

Angesichts der bevorstehenden Dividendensaison seien darüber hinaus auch ETFs mit dividendenstarken Aktien, etwa der Lyxor EURO STOXX 50 Dividends (Lyxor ETF EURO STOXX 50 Dividends) und der iSharesStoxx US Select Dividend (iShares Dow Jones U.S. Select Dividend UCITS ETF (DE)) gefragt. Auch der Deutschen Bank zufolge stünden Dividendentitel im db x-trackers EURO STOXX Select Dividend (db x-trackers Euro Stoxx Select Dividend 30 UCITS ETF (DR)) und Nebenwerte im db x-trackers Russel 2000 (db x-tr.Russell 2000 ETF Inhaber-Anteile 1C) auf den Einkaufslisten. Short-ETFs, vor allem auf den DAX und EURO STOXX, würden hingegen durchweg abgegeben.

Bei Indextrackern mit japanischen Aktien, die zuletzt durch die Bank abgestoßen worden seien, sehe Roelofs mittlerweile wieder Eindeckungen (db x-tr.MSCI JAPAN Index ETF Inhaber-Anteile 1C), (iShares MSCI Japan). "Nach der ersten Erholung gab es aber auch Gewinnmitnahmen." Auch Frank Mohr zufolge würden Anleger bei Japan wieder einsteigen. "Die Grundstimmung in Sachen Japan bleibt aber bearish", meine Kleefeld, auch wenn er jetzt ebenfalls "bottom fishing" ausmachen könne.

Gleichzeitig wachse das Interesse der Investoren an ETFs mit Aktien aus der Branche der erneuerbaren Energien - allerdings vor allem in Deutschland. "Wir haben viele Anfragen", berichte die Commerzbank. Kauffreudig gezeigt hätten sich Anleger etwa beim iShares S&P Global Clean Energy (iShares S&P Global Clean Energy). Beachtung fänden aber auch verwandte Themen: Etwa seien der Lyxor World Water (Lyxor World Water UCITS ETF), der die Aktienkurse von 20 weltweit führenden Unternehmen aus den Bereichen Wasserinfrastruktur, -aufbereitung und -versorgung abbilde, sowie der iShares S&P Global Timber & Forestry (iShares S&P Global Timber&Forestry) gefragt. Letzterer zeichne die Entwicklung von Unternehmen aus der Wald- und Forstwirtschaft sowie Holzverarbeitung nach.

Echte Kassenschlager seien die alternativen ETFs aber noch nicht. "Die Nachfragen führen nicht immer zu Umsätzen", räume Frank Mohr ein. Im Vergleich zu anderen ETFs seien die Umsätze noch gering: "Es bleiben Nebenwerte." Dabei sehe er es als großen Vorteil, auf die ganze Branche und nicht nur einen Einzelwert setzen zu können. "Mit einer Aktie kann man auch ziemlich daneben liegen."

Besonderes Interesse an Indexfonds aus dem Sektor könne Bernardus Roelofs in Amsterdam allerdings ohnehin nicht feststellen. "Da sehen wir keine großen Umsätze." Offenbar sei das Thema bislang vor allem ein deutsches. Neben iShares mit dem iShares S&P Global Clean Energy würden im Übrigen auch Lyxor mit dem Lyxor New Energy (Lyxor New Energy UCITS ETF), ETF Securities mit dem ETFS Daxglobal Alternative Energy (ETFS-DAXGLBL ALTER.ENERGY) und CS ETF mit dem CS ETF on Credit Suisse Global Alternative Energy (iShares Global Alternative Energy UCITS ETF) "grüne" Indexfonds anbieten.

Im Bereich der Sektoren würden unterdessen auch die profitieren, die durch die Japan-Katastrophe besonders stark gelitten hätten. "Anleger positionieren sich wieder bei Versicherungs-ETFs (ComStage STOXX Europe 600 Insurance UCITS ETF)", melde Mohr. Zuflüsse habe es darüber hinaus in Indexfonds mit Automobilaktien (ComStage STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF), Abflüsse bei Finanzdienstleistern (ComStage STOXX Europe 600 Financial Services UCITS ETF) gegeben. Angesagt seien laut Kleefeld auch Immobilien-ETFs (db x-trackers FTSE EPRA/NAREIT Developed Europe Real Estate) gewesen. "Defensive Sektoren wie Health Care wurden hingegen verkauft", füge der Händler hinzu (db x-tr.ST.EU.600 HEALTH C.ETF Inhaber-Anteile 1C).

Bei den Rentenfonds herrsche nach wie vor Funkstille. "Alles konzentriert sich weiter auf Aktien", stelle Roelofs fest. Auch die Commerzbank spreche von verhaltenden Umsätzen, bei denen tendenziell die Abgaben dominiert hätten. Die Deutsche Bank berichte von Zuflüssen bei Staatsanleihen-Fonds mit kurzen Laufzeiten (db x-trackers II IBOXX SOVEREIGNS EUROZONE 1-3 UCITS ETF 1C) und inflationsgeschützten ETFs wie etwa dem db x-trackers II iBoxx Inflation-Linked (db x-trackers II IBOXX EURO INFLATION-LINKED UCITS ETF 1C) und dem db x-trackers II iBoxx Global Inflation-Linked (db x-trackers II IBOXX GLOBAL INFLATION-LINKED UCITS ETF 1C). (29.03.2011/fc/a/f)

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