Deutsche Börse AG - ETFs Aktienindices etablierter Märkte bevorzugt

Dienstag, 05.04.2011 12:04 von Aktiencheck - Aufrufe: 955

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Aktienindices der Industrieländer profitieren von der zunehmenden Risikofreude der Anleger zulasten der Geldmarkt-Tracker: Daneben kommen die Baubranche und Hersteller neuer Energien zum Zuge, so die Deutsche Börse AG.

Von steigenden Volumina und einem Überhang vorsichtig optimistischer Käufer würden die Spezialisten im ETF-Handel berichten. Anleger hätten derzeit generell ihre Aktienquoten angesichts der nach wie vor niedrigen Zinsen erhöht. Auch habe sich die Nachrichtenflut rund um die Japankatastrophe etwas beruhigt, weshalb es vermutlich Rückflüsse bei Geldmarkt-Indextrackern gebe.

"Nach Ausbruch der Japankrise parkten viele Investoren ihre Gelder zwischenzeitlich in den als sicher geltenden Cash-ETFs", erkläre Marco Salaorno die aktuellen Bewegungen weg vom Geldmarkt hin zu Aktien. Hauptaugenmerk vieler Anleger liege weiter auf den großen Indices der etablierten Märkte. "Investoren steht nach wie vor weniger der Sinn nach etwaigen Abenteuern in aufstrebenden Ländern", glaube der Händler der Société Générale, dessen Beobachtung Flow Traders bestätige. Deshalb bleibe das Interesse an Trackern mit Fokus auf Emerging Market eher begrenzt.

Zudem stehe die Beantwortung großer Fragen noch aus. "Es fehlen die Lösungen für die geopolitischen Probleme, und wie es mit Japan weitergeht ist ebenfalls noch offen", meine Bernardus Roelofs von Flow Traders. Auch der Weg des Ölpreises und seinen Einfluss auf die inflationären Entwicklungen hätten beim Anleger eine Rolle gespielt. Denn derzeit bereite sich die Europäische Zentralbank auf den ersten Zinsanstieg innerhalb des Euroraums seit Juli 2008 vor.

Angesichts der nach wie vor finanziellen und wirtschaftlichen Zerbrechlichkeit der Staatengemeinschaft und der G8-Länder erwarte ETF Securities dennoch keine großen Zinssprünge. In den USA unterstreiche ein Zweijahrestief bei der Arbeitslosenrate sowie ein viel versprechender ISM-Einkaufsmanagerindex die Fortsetzung des Erholungskurses. Es gebe gar erste Hinweise in den Protokollen des FOMC der USA, dem Offenmarktausschuss der dortigen Notenbank, auf eine mögliche Verkürzung beim Quantitative Easing Programm QE2. Dies könne eine vorzeitige Verabschiedung der USA von einer ultra-lockeren Geldpolitik bedeuten.

Ganz oben auf der Wunschliste stünden auch in dieser Woche wieder Bluechip-Tracker. "Das noch niedrige Zinsniveau spielt den Aktienindices in die Hände", wisse Roelofs. Nach dem Einbruch rund um die Japankrise habe sich etwa der DAX sowie die US-Indices Dow Jones und S&P 500 im Eiltempo wieder gefangen. Der Erholungskurs der Industrienationen stimme Investoren einerseits positiv, dennoch agierten sie immer noch recht vorsichtig. "Deshalb sind auch eher kurzfristig orientierte Akteure am Werk", glaube der Händler.

Weitestgehend gekauft würden etwa ETFs auf den DAX (iShares Core DAX UCITS ETF); (ComStage DAX UCITS ETF); (db x-trackers DAX UCITS ETF (DR) 1C); (Lyxor DAX (DR) UCITS ETF), den EURO STOXX 50 (iShares EURO STOXX 50 UCITS ETF); (iShares EURO STOXX 50 UCITS ETF (DE)) und den MSCI North Amercia (iShares EURO STOXX 50 UCITS ETF (DE)). Beim S&P 500 (iShares S&P 500 UCITS ETF) beobachte Flow Traders Handelsbewegungen in beide Richtungen, während Salaorno von überwiegend Käufern spreche. Einige Anleger hätten sich laut Société Générale durchaus auch wieder im Nikkei (iShares Nikkei 225 UCITS ETF (DE)) engagiert, nachdem infolge der Katastrophe eine Weile Ausverkaufsstimmung für japanische Werte geherrscht habe.

Seien Cash-ETFs während der Japankrise vorübergehend als sicherer Hafen eine willkommene Anlageklasse gewesen, so würden Anleger jetzt auf Kosten der Währungen an einer Erhöhung der Aktienquote im Portfolio arbeiten. "Bei den Geldmarkt-Trackern kommt es deshalb zu erhöhten Rückflüssen", registriere Marco Salaorno. Stellvertretend für viele würden sich Anleger beispielsweise vom Lyxor ETF EURO Cash EONIA (Lyxor Euro Cash UCITS ETF) trennen.

Wenig überzeugen könne in dieser Woche der Telekommunikationssektor. Flow Traders spreche beispielsweise von Anteilsverkäufen des breit aufgestellten STOXX 600 Telecommunications (iShares S&P 500 UCITS ETF); LU0292104030/ DBX1ST). Die anhaltenden Diskussionen um eine Abkehr von der Kernenergie habe die Nachfrage nach neuen Energien auch in Form von Indexfonds beflügelt. Gesucht sei beispielsweise der Lyxor ETF New Energy (iShares S&P 500 UCITS ETF). Interesse hätten Investoren zudem an Baustoffen und Baumaterialien (iShares S&P 500 UCITS ETF) gezeigt, bei denen sie an der Wertentwicklung von 14 Rohstoffen (iShares S&P 500 UCITS ETF) partizipieren würden.

Kaum Betrieb herrsche auch in dieser Woche bei den Rentenfonds. "Derzeit zeigen Anleger mit einem Hang zu Aktienanlagen generell eine höhere Risikobereitschaft", meine Salaorno. "Alles konzentriert sich weiter auf Unternehmensanteile", stelle auch Roelofs fest. Deshalb seien die Umsätze im Rentenbereich eher verhalten. Tendenziell auf der Abgabenseite sehe Flow Traders deutsche Staatsanleihen-Fonds mit Laufzeiten zwischen fünfeinhalb und zehneinhalb Jahren. Verkauft werde etwa der iShares eb.rexx Government Germany (iShares eb.rexx Government Germany 5.5-10.5yr UCITS ETF (DE). Eher abgegeben werde zudem der iShares Barclays Capital EURO Corporate Bond ETF (iShares Core Corp Bond UCITS ETF). Der ETF investiere in Unternehmensanleihen von Industrieunternehmen, Versorgern oder Finanzunternehmen mit einer Restlaufzeit von mindestens einem Jahr und einem ausstehenden Mindestvolumen von 300 Millionen Euro. (05.04.2011/fc/a/f)

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