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Bluebull - Elec & Eltek defensiver Wert

Freitag, 02.03.2001 00:00 von Aktiencheck

Die starken Zwischenergebnisse von Elec & Eltek (WKN 892639) reflektieren die Knappheit an entsprechenden Produkten im letzten Jahr, so die Analysten von Bluebull.

E&E habe einen Anstieg bei den Gewinnen von 60,4% auf 52 Millionen $ bekannt gegeben, wobei das starke Wachstum hauptsächlich auf den Anstieg (von 25,9%) der Preise zurückzuführen sei, die zum einen das Ergebnis der gestiegenen Rohmaterial Preise, aber auch eines verbesserten Produktmixes gewesen seien. Gemäß E&E seien die Preise bei Glasfasern und Kupferfolien um 22%, bzw. 16% gestiegen. Grund hierfür sei eine Knappheit auf dem Einkaufsmarkt, die noch von den zu geringen Investitionen in Kapazitätserweiterungen während der regionalen Wirtschaftskrise von 1997-98 herrühren würden.

Der verbesserte Produktmix habe aber auch geholfen. Wie erwarte worden sei, sei der Absatz nach mehrschichtigen Schaltplatinen aufgrund der starken Nachfrage von Netzwerk Herstellern und Herstellern von Kommunikationsprodukten gestiegen. Die Absätze bei 6-schichtigen PCBs hätten schätzungsweise 30% der Umsätze ausgemacht, ein Anstieg von 19% gegenüber dem Vorjahr, während 8-schichtige und darüber liegende PCBs von 10% Umsatzanteil auf 19,2% Umsatzanteil in diesem Jahr gestiegen seien. Der Gewinnmargen hätten sich zum Teil aufgrund von geänderten Bilanzierungspraktiken verbessert. Die operativen Gewinnmargen seien von 16,3% auf 19,7% gestiegen und hätten eine 76%ige Steigerung des operativen Ergebnisses zur Folge gehabt. Außer den höheren Verkaufspreisen und einem verbesserten Produktmix sei die Verbesserung der Margen den Änderungen in der Bilanzierung im Zusammenhang mit der Amortisation bestimmter vor Betriebsaufwendungen liegender Kosten zuzuschreiben. Details seien zwar nicht bekannt gegeben worden, aber die Amortisation dieser Aufwendungen sei um 1-3 Jahre verlängert worden, was in geringeren Abschreibungsbeträgen resultiert habe.

Unabhängig von den starken Zwischenergebnissen würde das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2001 eher stagnieren, da sich der Computer und Netzwerksektor erheblich abgeschwächt habe. Einige Analysten würden von einem Gesamtjahreswachstum des Gewinns pro Aktie von 26,7% ausgehen, während die Gewinnmargen wieder um 2% bis 3% auf 16,84% zurückgehen würden. Die Auslastung der Produktionskapazitäten solle sich in der zweiten Jahreshälfte 2001 auf 70-75% abschwächen, verglichen mit einer Vollauslastung in der ersten Jahreshälfte 2001. Dies könne der allgemeinen Abschwächung von PC und Netzwerkkunden zugeschrieben werden, genauso wie den überschüssigen Lagerbeständen der Kunden. Aufgrund der geringeren Auslastung würden die Umsätze in der zweiten Jahreshälfte gegenüber der ersten Jahreshälfte 2001 um 15% zurückgehen sollen.

E&E sei ein renditestarker Wert und eine Story mit starken Ergebnissen. Bei den Zwischenergebnissen habe das Management eine spezielle steuerfreie Dividende von 8 Cents pro Aktie zusätzlich zu der normalen Dividende von 12 Cents pro Aktie ausgeschüttet. Damit werde die Dividende von 11 Cents aus dem letzten Jahr fast verdoppelt (auch steuerfrei). Gemessen an der historischen Verhältnis von 36% des Nettogewinn des Unternehmens zu der ausgezahlten Dividende werde derzeit angenommen, dass die Dividendenrendite der Aktie bei 7,8% liegen werde. Die Bilanz des Unternehmens sei nach wie vor sehr gesund. Mit einer Nettoinvestitionssumme von gerade mal 10% werde das Unternehmen keine Schwierigkeiten haben, die Investitionen aus internen Mitteln zu finanzieren, während gleichzeitig die großzügigen Dividendenzahlungen beibehalten werden könnten.

Vor zwei Jahren habe die Muttergesellschaft von Elec & Eltek (E&E), die in Hong Kong notiert werde, seine Beteiligung an der Tochter aus Singapur auf 42,3% reduziert. Als Ergebnis des reduzierten Beteiligungsanteils, könne die Muttergesellschaft nur Beteiligungsgewinne von der Tochter aus Singapur bilanzieren, was historisch gesehen die Cash Cow der Gruppe gewesen sei. Da das Bilanzergebnis nicht bei der Muttergesellschaft konsolidiert werde, sei die Beibehaltung der großzügigen Dividendenauszahlungspraxis einer der Wege, über den E&E Singapur Geld an seine Muttergesellschaft und deren Aktionäre repatriieren könne. Aus diesem Grund würden die Analysten von Bluebull glauben, dass E&E Singapur wahrscheinlich auch zukünftig seine großzügige Dividendenauszahlungspraxis beibehalten werde.

Nach der Korrektur im Dezember habe der Aktienkurs sich von seinen jüngsten Tiefsständen von 0,10 Euro erholt. Das Momentum habe zugenommen und der MACD sehe immer noch stark aus. Ein weiteres ermutigendes Zeichen sei, dass der Aktienkurs die 38-Tagelinie auf überzeugende Weise habe durchbrechen können. Ein kurzfristiger Widerstand ergebe sich im Bereich von 0,14 Euro, eine Unterstützung könne bei 0,12 Euro gesehen werden. Die Aktie sei derzeit mit einem 02er KGV von 7 bewertet, bei einer Dividendenrendite von 7,8%. Gemessen an der geringen KGV-Bewertung und der weiterhin starken erwarteten Dividendenrendite von 5% erscheine die Aktie auf dem gegenwärtigen Niveau attraktiv. In dem derzeitigen sehr unsicheren Umfeld seien defensive Aktien die erste Wahl der Anleger. E&E sei aufgrund seiner starken Dividendenrendite ein solcher Kandidat.