„Ein Abzug von Kuka aus Deutschland würde Midea nur schaden“

Dienstag, 27.11.2018 16:56 von WirtschaftsWoche - Aufrufe: 330

Der chinesische Eigentümer des Roboter-Herstellers Kuka, Midea, hat Vorstandschef Till Reuter vorzeitig entlassen. Max Zenglein vom Merics-Instituts über die Zukunft Kukas und einen härteren Umgang mit China.

Herr Zenglein, die Übernahme von Kuka durch Midea im Jahr 2016 wurde intensiv beobachtet und stark kritisiert. Der Vorstandsvorsitzende Reuter hat sie klar befürwortet, nun verlässt er vorzeitig das Unternehmen. Hat Sie das überrascht?Dieser Fall steht unter besonderer Beobachtung, weil er als Auslöser stärkerer chinesischer Investitionsaktivitäten angesehen wird. Unter normalen Umständen, wenn man diese Gegebenheiten außen vorlässt, ist es ja nicht ungewöhnlich, wenn nach einer Übernahme nach einer Zeit der Vorstandschef vorzeitig geht. Insofern ist es schwierig zu sagen, dass ich besonders überrascht sei. Andererseits sind die Details unklar, die zu dieser Entscheidung geführt haben.

Beäugen die Deutschen alles, was mit chinesischen Übernahmen zu tun hat, besonders argwöhnisch oder ist die Skepsis angebracht? Investoren aus anderen Ländern wie den USA haben deutschen Unternehmen teils viel empfindlichere Veränderungen ins Haus gebracht. Es gibt strategische Unterschiede. Wir hatten in Deutschland viele Debatten über US-amerikanische Finanzinvestoren, die als „Heuschrecken“ agieren. Da hat man relativ schnell die Konsequenzen gespürt in den Unternehmen, da es darum geht, dass die Investoren die Profite maximieren wollen. Und das geht einher mit Sparmaßnahmen und Entlassungen. Der signifikante Unterschied der chinesischen Investoren – egal ob staatlich oder privat – dazu ist, dass es in deren Strategie darum geht, die eigene Industrie in dem jeweiligen Bereich zu stärken. Das ist ein fundamentaler Unterschied.

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