Dieser Mann hat Kuka-Chef Reuter entlassen

Dienstag, 27.11.2018 04:21 von Handelsblatt - Aufrufe: 304

Kuka-Chef Till Reuter hat die Wünsche seines chinesischen Chefkontrolleurs nicht erfüllen können. Nun trennen sich ihre Wege.

Eigentlich wollten Mideas Topmanager, die 1999 an der renommierten National University of Singapore anklopften, aussichtsreiche Studenten für ihren Konzern rekrutieren. „Stattdessen haben sie den Lehrer neugierig gemacht“, erzählt Gu Yanmin in einem Management-Lehrbuch.

Überzeugt vom ungeheuren Wachstumspotenzial des chinesischen Marktes gab der studierte Demograf, der besser unter seinem internationalen Namen Andy Gu bekannt ist, seine Professur auf – und heuerte beim Haushaltsgerätehersteller im südostchinesischen Guangdong an.

Innerhalb weniger Jahre stieg der 54-Jährige dort zum Leiter für das internationale Geschäft auf. Heute gilt er als Mideas Außenminister. Als rechte Hand des Unternehmenschefs Fang Hongbo fädelte er das Übernahmeangebot für Kuka ein und reiste nach Deutschland, um die Anteilseigner des Roboterbauers von dem Deal zu überzeugen. Nun ist der Vizepräsident bei Midea auch gleichzeitig Vorsitzender des Kuka-Aufsichtsrats.

Seit der Übernahme hat sich Gu einen guten Ruf in seinem Umfeld aufgebaut. Er sei „ein offener, weltgewandter Mensch“, meint einer, der mit ihm zusammengearbeitet hat. Er spreche exzellentes Englisch und könne sich schnell in komplexe Sachverhalte einarbeiten.

Das gelte zum Beispiel auch für die deutsche Unternehmensführung. Ausländische Investoren sowohl aus China als auch aus den USA hatten sich in der Vergangenheit teils schwergetan, das deutsche Mitbestimmungsrecht zu verstehen.

Trotz allem habe Kukas Vorstandschef Till Reuter Gus Wünsche nicht verstanden, erzählt ein Insider dem Handelsblatt. Nach fast zehn Jahren an der Spitze des Roboterherstellers muss Reuter daher schon zum 6. Dezember gehen. Denn der wichtige Abnehmer von Robotern für Kuka sei immer noch die Automobilindustrie, wo viele Zulieferer dieses Jahr ihre Prognosen nach unten korrigieren mussten.

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