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SEB - Deutsche Lufthansa "strong buy"

Dienstag, 24.06.2008 10:56 von Aktiencheck

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Oana Floares, Analystin der SEB, bewertet die Aktie der Deutschen Lufthansa (Lufthansa Aktie) mit "strong buy".

Die veröffentlichte Anzahl der Fluggäste sei im Monat Mai 2008 in allen Regionen angestiegen (organisch: +3,2% gg. VJ; mit SWISS: +26,8%). Dabei sei der Sitzladefaktor auf hohem Niveau (78,6%) unverändert geblieben. Der Bereich Logistik habe hingegen begonnen, die Folgen der sich abkühlenden globalen Wirtschaft bereits zu spüren. So habe das Frachtvolumen um 8,6% abgenommen, auch der Nutzladefaktor sei um 1,7% gesunken.

Das angestrebte Ziel einer Erhöhung des Umsatzes im laufenden Geschäftsjahr dürfte jedoch weiterhin erreichbar bleiben. Vor allem die auf der Nachfrageseite etwas stabileren Bereiche Technik und Catering (Non-Aviation Business) sollten die zunehmende Schwäche zyklischer Bereiche Passagierbeförderung und Logistik auffangen können.

Die Ertragsseite dürfte kurzfristig die Ölpreiserhöhung nur in geringem Maße zu spüren bekommen. Dabei habe Lufthansa zuletzt eine weitere Anhebung der Treibstoffzuschläge bei Kurz- und Langstrecken auf 24 EUR bzw. 92 EUR pro Flug angekündigt. Erst ab Mitte des nächsten Geschäftsjahres gehe man von einem zunehmenden negativen Einfluss aus, der allerdings durch Kosteneinsparungen aufgefangen werden könne. Dabei werde die operative Marge wohl lediglich unverändert bleiben.

Die Mehrbelastungen durch die hohen Ölpreise werde Lufthansa nach Erachten der Analyssten durch Treibstoffzuschläge und Absicherungsgeschäfte zunächst größtenteils ausgleichen. Auch sollten die in den letzten Jahren ins Leben gerufenen Kosteneinsparungsprogramme die Kostenseite entlasten. Positiv sei das attraktive Bewertungsniveau der "Kranich"-Aktie (EV/Umsatz 2009e: 0,23x; KGV: 8,0) zu werten. Der Titel notiere derzeit unter dem Eigenkapitalwert von 14,9 EUR je Aktie. Die Dividendenrendite betrage 4,9%.

Bei den Destinationen in Europa werde der Preiskampf nicht zuletzt wegen der aggressiven Preisgestaltung der Low Cost-Carrier sowie weiterhin bestehender Überkapazitäten wohl anhalten. Die hierzulande sich abkühlende Konjunktur wirke sich zeitnah auf die Nachfrage nach Geschäftsreisen aus. Stark fixkostenintensives Geschäftsmodell sei als ein negativer Faktor einzuschätzen. Angesichts der weiter steigenden Ölpreise und eher gedämpfter Branchenstimmung rücke die Akquisitionsfantasie (Cash-Bestand von 3,7 Mrd. EUR) zunächst im Hintergrund.

Die derzeitigen Warnstreiks verschiedener Gewerkschaften mit Forderungen nach Gehaltesanpassungen (9,8% bei Verdi; 15% bei UFO; bis zu 25% bei der Vereinigung Cockpit) würden das bereits negative Sentiment für den Titel stärken, mögliche Gehaltsanpassungen würden die Ertragsseite zusätzlich belasten. Bedingt durch die steigenden Ölpreise sowie durch die angekündigten Warnstreiks habe sich das Sentiment für den Titel deutlich verschlechtert.

Die Analysten der SEB senken das Kursziel für die Deutsche Lufthansa-Aktie von zuvor 22 EUR auf 20 EUR und stufen sie mit "strong buy" ein. (Analyse vom 24.06.2008) (24.06.2008/ac/a/d)

\nOffenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.