„Der ‚No Deal‘ wäre das schlechteste Szenario“ – Anleger fürchten das Brexit-Chaos

Montag, 10.12.2018 20:00 von Handelsblatt

Anleger meiden britische Aktien und das Pfund. Der Widerstand im Unterhaus gegen den Ausstiegsvertrag verstärkt die Angst vorm ungeordneten Brexit.

Die großen Banken und Investmenthäuser hatten sich schon auf den Tag X vorbereitet. Analysten und Devisenhändler in der Londoner City sollten am Dienstagabend länger im Büro bleiben, um die Abstimmung über den Brexit-Vertrag im britischen Parlament an ihren Bildschirmen zu verfolgen.

Die Geldhäuser wollten schnell auf mögliche Marktturbulenzen reagieren können. Viele haben noch in unguter Erinnerung, wie sie vom Kurseinbruch nach dem überraschenden Votum für den Austritt Großbritanniens aus der EU im Juni 2016 kalt erwischt wurden.

Die britische Großbank Barclays hatte daher schon zusätzliche Mitarbeiter für die entscheidenden Stunden in New York, Singapur und London eingeplant. Auch die US-Bank JP Morgan hatte Präsenz verordnet.

Am Montagnachmittag dann gab es die Überraschung: Die britische Premierministerin Theresa May sagte die Unterhaus-Abstimmung kurzfristig ab. Angesichts einer drohenden Niederlage wollte sie die Entscheidung nicht riskieren, sondern in Brüssel noch nachverhandeln. Sobald mittags die ersten Gerüchte über die Absage die Runde machten, ging das Pfund auf Talfahrt. Die britische Währung fiel gegenüber dem Dollar (Dollarkurs) auf den tiefsten Stand seit Sommer 2017. Die Anleger fürchten, dass ein ungeordneter Brexit nun näher rückt.

„Der ‚No Deal‘ wäre das schlechteste Szenario“, sagt Peter Schaffrik, Chefvolkswirt bei RBC Capital Markets. Sollte es so weit kommen, erwartet er, dass das Pfund auf bis zu 1,20 Dollar fällt und gegenüber dem Euro Richtung Parität sinkt.

Die britische Zentralbank hatte neulich erklärt, dass das Pfund im Fall eines ungeordneten Brexits um bis zu 25 Prozent einbrechen könnte.

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