Der Appetit auf Hochrisikokredite lässt nach

Dienstag, 01.01.2019 17:00 von Handelsblatt - Aufrufe: 551

Die Kursverluste an den Börsen im Dezember schrecken Investoren ab – gerade im riskanten Teil der Kreditmärkte. Das beendet einen gefährlichen Boom.

Es war für lange Zeit der heißeste Markt der Wall Street: Die Vergabe von riskanten Krediten boomte. Noch im Juli kletterte das Volumen ausstehender Kredite für ohnehin schon hochverschuldete Unternehmen – im Fachjargon „Leveraged Loans“ genannt – in den USA auf ein neues Allzeithoch von 1,1 Billionen US-Dollar, wie Daten des Analysehauses LCD zeigten.

Zu verlockend waren diese Darlehen, deren Zinsen mit denen der Notenbank steigen. Und in Zeiten einer wachsenden US-Wirtschaft machten sich nur die wenigsten Geldgeber Sorgen über das vergleichsweise hohe Ausfallrisiko.

Doch die ungewöhnlich volatilen Märkte der vergangenen Wochen und die Angst vor einer schwächeren Weltwirtschaft haben Investoren verschreckt, gerade auch im riskanten Teil der Kreditmärkte.

Investoren ziehen jetzt in Rekordzeit ihr Geld aus amerikanischen Kreditfonds ab. In der Woche bis zum 26. Dezember waren es 3,5 Milliarden Dollar (Dollarkurs), so viel wie noch nie. Es war zudem die sechste Woche in Folge mit Abflüssen von über einer Milliarde Dollar, wie aus Daten des Analysehauses Lipper hervorgeht, die längste Negativserie aller Zeiten.

Allerdings hat der Bereich bis zum Sommer auch deutliche Zuflüsse genossen. „Das kann durchaus eine gesunde Entwicklung sein“, gibt Jürgen Breuer, Deutschlandchef vom Kreditfonds Pemberton, zu bedenken.

Das hat die Preise auf dem Sekundärmarkt nach unten gedrückt, auf zuletzt 93,1 Cent pro Dollar, wie der Leveraged Loan Index von S&P und dem Branchenverband LSTA zeigt. Weite Teile des Jahres lag der Index zwischen 98 und 99 Cent pro Dollar.

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