Top-Thema

12:29 Uhr
Brüssel lehnt Italiens Haushaltsplan ab - Schuldenregel verletzt

Daimler muss wegen Maut-Einigung 600 Millionen Euro zurückstellen

Mittwoch, 16.05.2018 21:54 von Handelsblatt

Die Einigung des Bundes mit Toll Collect wirkt sich auf die Bilanz von Daimler (Daimler Aktie) aus. Der Konzern wird eine 600 Millionen Euro schwere Einmalbelastung verbuchen.

Die Beendigung des Streits um die Lkw-Maut dürfte sich auf die Bilanz von Daimler auswirken. Es sei davon auszugehen, dass auf den Konzern bei Abschluss eines Vergleichs Zahlungsverpflichtungen in der Größenordnung von rund 0,6 Milliarden Euro zukommen würden, teilte der Automobilkonzern per Ad-Hoc am Mittwochabend mit. Hinzu kämen weitere Vergleichskomponenten ohne Liquiditätseffekte.

Das Unternehmen rechnet mit einem einmaligen negativen Ebit-Effekt im laufenden Quartal. Dieser solle im Segment Daimler Financial Services verbucht werden. Das Ergebnis der Sparte soll im Geschäftsjahr 2018 ungefähr auf dem Vorjahresniveau liegen. Das Konzern-Ebit 2018 werde unverändert auf einem leicht höheren Niveau als im Vorjahr erwartet.

Am Mittwochabend wurde bekannt, dass der Bund und der Mautbetreiber Toll Collect ihren milliardenschweren Streit beigelegt und sich auf einen Vergleich verständigt haben. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, werden die Gesellschafter der Toll Collect, Daimler und die Deutsche Telekom (Deutsche Telekom Aktie), rund 3,2 Milliarden Euro zahlen.

Damit endet ein Streit, der 2003 seinen Anfang nahm. Damals sollte das erste satellitengestützte Mautsystem der Welt in Deutschland eingeführt werden, mit dem der Staat Gebühren nicht mehr per Vignette pauschal, sondern kilometergenau auf Autobahnen erheben wollte. Toll Collect war der Betreiber, Daimler einer der Gesellschafter.

Der Start des Systems verzögerte sich aber aufgrund technischer Probleme um 16 Monate. 2004 rief der Bund auf Geheiß des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder (SPD) ein Schiedsgericht an und forderte 3,3 Milliarden Euro Schadensersatz und zudem 1,65 Milliarden Euro Vertragsstrafen.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.