Logo von Thyssenkrupp vor dem Hauptsitz in Essen.
Freitag, 14.06.2024 11:50 von | Aufrufe: 1216

Carlyle und KfW planen Übernahme von Thyssenkrupps Marine-Tochter

Logo von Thyssenkrupp vor dem Hauptsitz in Essen. - © TBE / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images

Der US-Investor Carlyle und die deutsche Staatsbank KfW haben ihre Anstrengungen intensiviert, gemeinsam die Mehrheit an dem Rüstungsunternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zu übernehmen. Laut Insiderinformationen planen die drei Akteure ein Modell, bei dem Carlyle die Mehrheit erwerben würde, die KfW eine Sperrminorität erhielte und Thyssenkrupp eine Minderheitsbeteiligung behalten würde. Diese Information wurde von mehreren mit den Plänen vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt.

Die KfW habe bereits eine erste Prüfung abgeschlossen und gehe nun in die Detailanalyse. TKMS, bekannt für die Herstellung von U-Booten und Fregatten, könnte mit einem Wert zwischen 1,2 und 1,6 Milliarden Euro beziffert werden.

Weder Carlyle noch die KfW wollten sich zu den laufenden Gesprächen äußern. Auch Thyssenkrupp gab keinen Kommentar ab und verwies auf die laufenden Verhandlungen mit Carlyle und der Bundesregierung.

Überlegungen mit Lürssen-Werft ohne Ergebnis

Seit Jahren sucht Thyssenkrupp nach einer Lösung für TKMS. Frühere Überlegungen zu einem Zusammenschluss mit der Bremer Lürssen-Werft oder französischen Konkurrenten führten jedoch zu keinem Ergebnis. TKMS betreibt Standorte in Kiel, Hamburg und Bremen, beschäftigt rund 7880 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen operativen Gewinn von 703 Millionen Euro.

Carlyle hat bereits die Bücher von TKMS geprüft und sein Interesse im vergangenen Monat in einem Brief an den Aufsichtsrat bekräftigt. In diesem Brief bat der Investor um die Möglichkeit, in den kommenden Monaten tiefere Verhandlungen aufzunehmen.

Delegationen sowohl von Carlyle als auch von der KfW haben kürzlich Standorte von TKMS in Deutschland besucht, um Verhandlungsgespräche zu führen. Im Falle einer Einigung könnte ein Deal bereits im September abgeschlossen werden, kurz vor dem Ende des Geschäftsjahres 2023/24 von Thyssenkrupp am 30. September.

Gespräche mit IG Metall

Die Gewerkschaft IG Metall und Betriebsräte sind seit einigen Monaten in Gesprächen mit Carlyle, um Details wie den Fortbestand von Tarifverträgen, Standortgarantien und Jobzusagen zu klären. Die Gewerkschaft hat Carlyle signalisiert, dass sie dem Deal zustimmen würde, wenn der Staat einsteigt oder Thyssenkrupp eine Sperrminorität von mindestens 25,1 Prozent behält.

Daniel Friedrich, Chef der IG Metall Küste, sieht dies als Zwischenschritt für eine größere Konsolidierung der Branche in Europa. Seit dem Beginn des Ukraine-Krieges haben solche Überlegungen an Dynamik gewonnen. Pierroberto Folgiero, Chef der italienischen Werftengruppe Fincantieri, hat sich im vergangenen Jahr ebenfalls für eine Konsolidierung ausgesprochen. Fincantieri arbeitet bereits mit TKMS zusammen.

Thyssenkrupp behält sich neben einem Verkauf auch die Möglichkeit eines Spin-offs vor. Insidern zufolge wäre dies jedoch kostspieliger und würde eine Abstimmung in der Hauptversammlung erfordern, während eine Veräußerung schneller durchgeführt werden könnte. Konzernchef Miguel Lopez (59) zeigt sich optimistisch: „Wir sind da so weit wie noch nie“, sagte er kürzlich vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV).

manager.magazin.de/ Reuters


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