Am Ölmarkt spielt die Musik

Donnerstag, 26.11.2020 15:31 von GodmodeTrader - Aufrufe: 227

New York/ London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Ölpreis schloss am Mittwoch auf einem Acht-Monats-Hoch! Der Brentölpreis kletterte mit 49 Dollar je Barrel auf den höchsten Stand seit Anfang März. Die Terminkontrakte konnten diese Gewinne im nächtlichen Handel zum Donnerstag zunächst weiter aushalten, bevor es zu einem Rebound kam. Aktuell liegen Brent und WTI schwer im Minus, allerdings noch immer auf relativ hohem Niveau.

Nach Angaben der Energy Information Administration EIA sind die US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche überraschend um 754.000 Barrel gesunken. Dass die Benzinbestände zugleich stark um 2,2 Mio. Barrel gestiegen sind, schien den Markt angesichts der positiven Grundstimmung nicht zu kümmern. „Es gab zuletzt einen wirklich guten Lauf bei Rohöl. Wir haben seit dem Frühjahr, nachdem wir zu negativen Preisen gekommen waren, keinen derartigen Run mehr erlebt", sagte Peter McNally, Global Head for Industrials, Materials and Energy bei Third Bridge der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die Stimmung hat sich sicherlich ziemlich schnell geändert. Es könnte jederzeit eine Verschnaufpause geben, aber in letzter Zeit hat man das Gefühl, dass die Fundamentaldaten zu Angebot und Nachfrage in die richtige Richtung gehen.

Aktuelles Beispiel: Chinesische und indische Raffinerien haben im Januar eine Flut von Ausschreibungen für die Verladung von Rohöl veröffentlicht, was eine starke Nachfrage aus Teilen Asiens impliziert.

In der Zwischenzeit fiel der Bloomberg Dollar Spot Index um bis zu 0,2 Prozent, was die Attraktivität der in der US-Währung gehandelten Rohstoffe erhöhte.

Während der Optimismus in Bezug auf Impfstoffe dazu beigetragen hat, dass die US-Benchmark WTI in diesem Monat bisher um mehr als 25 Prozent gestiegen ist, bereitet die rasche Preiserholung der OPEC+ vor dem Treffen nächste Woche zur Bewertung der künftigen Förderstrategie der Gruppe Kopfzerbrechen. Als jüngstes Beispiel wachsender Gräben innerhalb des Kartells wurden Aussagen eines irakischen Offiziellen gewertet, die OPEC solle bei der Entscheidung über Förderquoten die jeweiligen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen der Mitglieder stärker berücksichtigen, anstatt einen einheitlichen Ansatz zu verfolgen.

Die Preise wurden zuletzt auch durch erneute geopolitische Spannungen gestützt, wie die jüngsten Angriffe auf ein Treibstofflager in der saudischen Stadt Dschidda und auf einen Öltanker. Gestern wurde bekannt, dass ein Tanker am Liegeplatz in einem Hafen im Roten Meer in Saudi-Arabien angegriffen wurde. Das Rote Meer zählt aufgrund seiner Lage zu den verkehrsreichsten Schifffahrtsstraßen der Welt.

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