Aktien New York: Vergeltungsspirale im Handelskonflikt zwingt Börsen in die Knie

Freitag, 23.08.2019 20:16 von dpa-AFX - Aufrufe: 1665

Die Flagge der USA vor der New York Stock Exchange.
Die Flagge der USA vor der New York Stock Exchange.
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NEW YORK (dpa-AFX) - Neue Eskalationsrunden im Handelskonflikt zwischen den USA und China haben die US-Anleger am Freitag aus dem Aktienmarkt getrieben. China hatte zunächst neue Vergeltungszölle auf US-Importe beschlossen, nachdem die USA Anfang August ähnliche Maßnahmen angekündigt hatten. US-Präsident Donald Trump reagierte kurz darauf mit Verbaltattacken und kündigte noch für Freitagnachmittag (Ortszeit) eine Reaktion an. Sichere Anlagen wie Staatsanleihen und Gold (Goldkurs) hingegen waren gefragt.

Das "Wie Du mir, so ich Dir" im internationalen Handelskonflikt schürte bei den Anlegern einmal mehr die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft. Insofern knickte der Dow Jones Industrial um 1,91 Prozent auf 25 751,96 Punkte ein. Auch Wochensicht deutet sich damit ein leichtes Minus an.

Der marktbreit aufgestellte S&P 500 sackte am Freitag um 2,04 Prozent auf 2863,19 Punkte ab. Für den technologieorientierten Nasdaq 100 ging es um 2,74 Prozent auf 7496,25 Zähler nach unten. Das Barometer reagiert in der Regel besonders sensibel auf konjunkturelle Nachrichten. Der Markt bekomme die Wut Trumps zu spüren, schrieb Marktanalyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets UK.

China will im Handelsstreit mit den USA zusätzliche Zölle in Höhe von 5 bis 10 Prozent auf Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar erheben. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. Auf Sojabohnen und Erdölimporte ist ab September ein Zusatzzoll von fünf Prozent vorgesehen. Autozölle in Höhe von 25 Prozent sollen am 15. Dezember wieder aufgenommen werden. Die US-Regierung hatte Anfang August neue Strafzölle von 10 Prozent auf chinesische Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar angekündigt.

Eine Rede von US-Notenbank-Präsident Jerome Powell beim Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole, Wyoming, sorgte nur für etwas Entspannung. Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft. Insgesamt befinde diese sich jedoch in einem günstigen Zustand.

Der Fed-Chef habe insofern keine neuen Erkenntnisse geliefert, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Powell habe die Flexibilität sowie die Handlungsbereitschaft der Fed betont und sich so wie erwartet alle Optionen offen gehalten.

Unter den Einzelwerten zogen die Aktien von Software-Anbietern besonders deutlich an. Die Papiere von Intuit (Intuit Aktie) zum Beispiel stiegen um rund 3 Prozent. Das Unternehmen hatte mit seinen jüngsten Quartalszahlen positiv überrascht. So war der Verlust geringer als befürchtet ausgefallen.

Die Anteilscheine von Salesforce verzeichneten ein Plus von knapp 3 Prozent. Der Konzern hatte die Experten mit seinem Optimismus überrascht: Nach starken Quartalszahlen hob das Unternehmen seine Jahresziele an. Im zweiten Geschäftsquartal war der Umsatz um gut ein Fünftel gestiegen.

Beim Computerkonzern HP Inc hingegen war der Umsatz im dritten Geschäftsquartal nahezu unverändert geblieben und lag damit unter der Durchschnittsprognose der Analysten. Zudem steht beim Unternehmen ein Chefwechsel bevor. Dion Weisler, der den PC-Riesen seit der Trennung von der Unternehmenssparte im Jahr 2015 leitete, wird von Enrique Lores abgelöst, der zuletzt unter anderem die Druckersparte führte. Die Aktien sackten um mehr als 6 Prozent ab.

Um rund 17 Prozent ging es für die Papiere von Foot Locker abwärts. Der Sportartikelhändler hatte mit seinen Umsatz- und Ergebniszahlen zum zweiten Quartal die Konsensschätzungen verfehlt./la/he


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