AKTIEN IM FOKUS: Unter den US-Banken glänzt JPMorgan - Wells Fargo unter Druck

Dienstag, 14.07.2020 17:10 von dpa-AFX - Aufrufe: 383

Ein Geschäftsmann beim Betrachten von Charts (Symbolbild).
Ein Geschäftsmann beim Betrachten von Charts (Symbolbild).
© NicoElNino / iStock / Getty Images Plus / Getty I.

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Start in die US-Berichtsaison der Banken ist am Dienstag für JPMorgan als größtes Finanzinstitut der USA gut verlaufen, während Citigroup (Citigroup Aktie) und vor allem Wells Fargo enttäuschten. So zogen die Papiere von JPMorgan unter den Favoriten im steigenden Leitindex Dow Jones Industrial um rund 1 Prozent auf 98,55 US-Dollar an, während die Anteilscheine von Citigroup knapp 2 Prozent einbüßten.

Die Aktien von Wells Fargo sackten sogar um rund sieben Prozent ab und fanden sich damit auf dem zweitletzten Platz im breit gefassten Index S&P 500 wieder. Die Papiere der Branchentitel Goldman Sachs (Goldman Sachs Aktie) und Bank of America (Bank of America Aktie) bewegten sich im frühen Handel nur wenig, wohingegen die Anteilscheine von Morgan Stanley knapp zwei Prozent verloren.

JPMorgan musste zwar im zweiten Quartal starke Abstriche wegen der Corona-Pandemie machen, strich aber noch einen Gewinn ein, von dem die meisten anderen Unternehmen nur träumen können. Unter dem Strich verdiente die Bank etwa halb so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum, allerdings hatten Experten mit weniger gerechnet.

Analysten lobten insgesamt das Zahlenwerk. Der Gewinn je Aktie im Kerngeschäft der Bank habe sowohl seine Prognose als auch die Markterwartung übertroffen, schrieb etwa der Experte Gerard Cassidy vom Analysehaus RBC. Angesichts eines beispiellosen Gegenwindes durch die Viruskrise und auf bereinigter Basis habe JPMorgan alles in allem solide abgeschnitten.

Analyst Richard Ramsden von der US-Investmentbank Goldman Sachs ergänzte, die äußerst starke Entwicklung der Kapitalmärkte habe den massiven Aufbau von Rückstellungen mehr als kompensiert. Der Fachmann Saul Martinez von der Schweizer Großbank UBS hob hervor, dass die um Risikovorsorgen bereinigten Erträge robust gewesen seien und sich die Kapitalsituation insgesamt verbessert habe.

Deutlich schlechter als JPMorgan erging es dem Rivalen Wells Fargo, der wegen der Corona-Pandemie den ersten Quartalsverlust seit der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren erlitt. Hohe Rückstellungen für Kreditausfälle drückten die Bilanz massiv ins Minus. Im Gegensatz zu den US-Konkurrenten, die Schwächen im Kreditgeschäft mit ihren Sparten Investment Banking und Handel kompensieren können, hält sich Wells Fargo (Wells Fargo Aktie) hier traditionell zurück. Besonders missfiel den Anlegern, dass Wells Fargo die Dividende stärker als von Analysten prognostiziert kürzte.

Milliardenschwere Puffer gegen Kreditausfälle in der Corona-Krise belasteten auch Citigroup erneut stark. Dennoch schaffte die Großbank auch im zweiten Quartal einen Milliardengewinn, der zudem höher als von Experten erwartet ausfiel. Größter Belastungsfaktor war wie bei JPMorgan und Wells Fargo die Risikovorsorge.

Entsprechend skeptisch äußerte sich Marktanalyst Neil Wilson vom Handelshaus CMC Markets. Für ihn stellte sich die Frage, "wann die Verluste aus ausfallgefährdeten Unternehmens- und Privatkrediten den breiteren Markt einholen". Darüber hinaus müssten sich Anleger fragen, ob die außergewöhnlich hohen Handelserträge der Banken nachhaltig seien./la/bek/he


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