AKTIEN IM FOKUS: RWE liefert die guten Zahlen - Goldman stärkt Favoritenrolle

Mittwoch, 15.05.2019 11:39 von dpa-AFX

Stromleitung über einem Rapsfeld (Symbolbild).
Stromleitung über einem Rapsfeld (Symbolbild).
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der am Vortag schon spürbare Optimismus bei den Aktionären von RWE (RWE Vz Aktie) für den nun vorgelegten Quartalsbericht hat sich am Mittwoch ausgezahlt. Die Papiere des Versorgers setzten ihre jüngste Rally fort und kletterten mit einem Anstieg um 3,4 Prozent auf 23,50 Euro an die Dax -Spitze. Damit stehen sie nun auf ihrem höchsten Stand seit einem Monat. Am Vortag hatten Vorschusslorbeeren die Aktie bereits um 2,6 Prozent nach oben getrieben.

Ein Händler sprach von einem sehr soliden ersten Quartal des Versorgers, das die Kursstärke unterstreiche. Durch die fortgesetzte Rally hoben sich die Aktien am Mittwoch klar positiv ab vom Konkurrenten Eon , dessen Papiere um die ausgezahlte Dividende bereinigt um etwa 1 Prozent sanken - und so wegen eines pessimistischeren Analystenkommentars zu den schwächeren Werten im Dax zählten. Eon hatte am Mittwoch 43 Cent an seine Aktionäre ausgezahlt.

Der angesehene Branchenanalyst Alberto Gandolfi von Goldman Sachs (Goldman Sachs Aktie) lässt neuerdings eine klarere Präferenz für RWE erkennen: Am Dienstag hatte er sich vorab schon optimistisch zu den nun vorgelegten Zahlen gezeigt, nun beließ er die Aktie auf seiner Liste der stärksten Kaufempfehlungen, während er Eon mit Verweis auf einen steigenden Verschuldungsgrad von "Buy" auf "Neutral" abstufte. Dies lasse bei Eon keinen Fehler-Spielraum bei den erhofften Synergien aus der Innogy-Übernahme. Außerdem drohe es die Investitionen in die Infrastruktur zu erschweren.

Bei RWE lobten Börsianer vor allem das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda), das die Erwartungen im ersten Quartal deutlich übertroffen habe - trotz eines schwachen Abschneidens in der Stromerzeugung außerhalb Deutschlands. Tanja Markloff von der Commerzbank (Commerzbank Aktie) sieht nun die Chance, dass der Energiekonzern im Laufe des Jahres seinen Ausblick anheben könnte - abhängig vom Stromhandelsgeschäft, das im vergangenen Quartal der größte Treiber für die positive Überraschung gewesen sei. Seine Jahresprognose hatte RWE am Mittwoch bestätigt.

Allerdings fand Gandolfi in dem sehr robusten Zahlenwerk eine Schwachstelle, und zwar im angestiegenen Schuldenstand - auch wenn RWE die Entwicklung hier selbst als erwartungsgemäß bezeichnete. Er führte dies auf einen deutlichen Mittelabfluss zurück, den RWE zur Sicherung von Terminmarktgeschäften ableisten musste. Der Markt habe hier zwar mit einem Umschwung gerechnet, die meisten Marktteilnehmer hätten diesen Prozess aber deutlich langsamer erwartet, betonte der Experte.

Für die Anleger war dies am Mittwoch aber kein Grund, um die Flinte ins Korn zu werfen. Mit dem Kurssprung steuert die RWE-Aktie mit großen Schritten auf ihren höchsten Stand seit 2015 zu, den sie im März diesen Jahres bei 24,54 Euro markiert hatten. In diesem Jahr gehören die Papiere mit einem Anstieg um fast ein Viertel bislang zu den besten Dax-Werten. Die Eon-Aktie wurde so in den vergangenen Monaten schon deutlich abgehängt: Sie hat seit Jahresbeginn nur etwas mehr als 5 Prozent zugelegt./tih/nas/fba