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AKTIEN IM FOKUS 2: Gewinnwarnung von Innogy zieht auch RWE runter

Mittwoch, 13.12.2017 17:22 von dpa-AFX

(Neu: Weitere Details, Kursverläufe und Analystenstimme)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Als "herbe Enttäuschung" hat ein Händler am Mittwoch die Gewinnwarnung von Innogy bezeichnet. Die Stimmung am Markt für die Aktien des Erzeugers erneuerbarer Energien sei bis dato gut gewesen. Vor allem die kräftige Erholung der Strompreise habe den Aktienkurs im Jahresverlauf stark nach oben getrieben. Entsprechend heftig sei nun die Kursreaktion auf die Gewinnwarnung ausgefallen.

Die Innogy-Aktien fielen zwischenzeitlich um knapp 14 Prozent auf 34,00 Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit Mai. Zuletzt wurden sie als MDax-Schlusslicht 12,62 Prozent tiefer bei 34,39 Euro gehandelt. Damit schrumpfte der Kursgewinn im laufenden Jahr auf magere 3 Prozent zusammen. Noch vor gut einem Monat hatten sie aufs Jahr gesehen knapp 30 Prozent im Plus gelegen und mit 42,68 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Die massiven Innogy-Abgaben zogen die Papiere des Mutterkonzerns RWE (RWE Vz Aktie) in Mitleidenschaft. Diese sackten zuletzt um 11,28 Prozent auf 18,44 Euro ab und damit auf den niedrigsten Kurs seit Anfang August. Noch am Dienstag hatten die RWE-Anteilsscheine als Spitzenreiter im Dax um rund 2,5 Prozent zugelegt.

Innogy machen Probleme im britischen Vertriebsgeschäft stärker zu schaffen als gedacht. Weil zudem hohe Investitionen in die Elektromobilität auf das Ergebnis drücken, dürfte der operative Gewinn in diesem Jahr geringer ausfallen als bisher geplant, teilte der Ökostrom-Anbieter mit. Im kommenden Jahr dürfte es bei den Ergebnissen weiter abwärts gehen.

RWE versicherte hingegen, trotz der Gewinnwarnung der Tochter an seinen Finanzzielen für 2017 festzuhalten. "Wir sehen auch keine Auswirkung auf unsere Dividende oder die Dividendenziele", sagte eine Konzernsprecherin.

"Viele Akteure am Markt haben auf positive Nachrichten von Innogy gesetzt", sagte ein Händler. Besonders enttäuscht habe die bereinigte Ebit-Prognose für 2018 von 2,7 Milliarden Euro. Denn statt eines von vielen Analysten erwarteten leichten Anstiegs im kommenden Jahr dürfte diese Gewinnkennziffer nun zurückgehen. "Das heißt, dass frühestens 2019 wieder mit Aufwärtsdynamik zu rechnen ist", sagte der Händler.

Analyst Christopher Laybutt von der US-Bank JPMorgan bemängelte nicht nur die schwachen Geschäftsziele für 2017, sondern auch den enttäuschenden Ausblick auf das kommende Jahr. Der avisierte Überschuss auf bereinigter Basis liege um bis zu 16 Prozent unter den Markterwartungen./edh/la/das