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Aktien Frankfurt: Wenig Begeisterung nach Platzen der Regierungsbildung in Rom

Montag, 28.05.2018 12:05 von dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die vorerst gescheiterte Regierungsbildung durch populistische Kräfte in Italien hat den deutschen Aktienmarkt nur kurz beflügelt. Der Dax büßte zu Wochenbeginn seine anfänglichen Tagesgewinne fast komplett ein und stand gegen Mittag noch 0,12 Prozent höher bei 12 953,02 Punkten. Angesichts der Feiertage in London und New York hielten sich die Aktivitäten der Händler am Montag allerdings in Grenzen.

In der zweiten deutschen Börsenreihe rückte der Index der mittelgroßen Werte MDax um 0,25 Prozent auf 26 781,24 Punkte vor. Für das Technologiewerte-Barometer TecDax ging es um 0,50 Prozent auf 2838,28 Punkte nach oben.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab leicht nach. In Mailand ließ der Leitindex FTSE MIB Gewinne von rund 2 Prozent liegen und stand zuletzt rund 0,5 Prozent im Minus.

Der gemeinsame Kandidat der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechten Lega-Partei für das Amt des italienischen Ministerpräsidenten, Giuseppe Conte, hatte am Sonntag nach nur vier Tagen den Regierungsauftrag an Staatspräsident Sergio Mattarella zurückgegeben. Grund dafür war vor allem der Streit über die geplante Ernennung des ausgewiesenen Euro- und Deutschland-Kritikers Paolo Savona zum Finanzminister.

Nach anfänglicher Euphorie setze sich unter den Anlegern zuletzt die Auffassung durch, dass der Regierungsbildungsprozess in Rom vor dem Hintergrund erwarteter Neuwahlen ein potenzieller Unruhefaktor bleibt. Laut Holger Schmieding, Chefvolkswirt bei Berenberg, ist es unwahrscheinlich, dass sich die politisch vertrackte Situation dabei in irgendeiner Weise auflösen wird.

"Umfragen signalisieren derzeit einen Stimmenzuwachs für die populistischen Parteien", warnte auch die britische Großbank HSBC. Angesichts hoher Erfolgsaussichten der Lega bei Neuwahlen seien Spannungen innerhalb des Währungsraums wohl nur aufgeschoben, sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Außerdem droht eine Verfassungskrise, weil die Fünf-Sterne-Bewegung ein Amtsenthebungsverfahren gegen Staatspräsident Mattarella einleiten will, da er die Regierungsbildung blockiert hat.

Hierzulande zogen die Aktien der Lufthansa (Lufthansa Aktie) als Favorit im Dax um fast 2 Prozent auf 24,92 Euro an. Die Papiere der Fluggesellschaft profitierten von der anhaltenden Talfahrt der Ölpreise, weil dadurch die Treibstoffkosten sinken können.

Für die Anteilsscheine der Deutschen Post ging es um knapp 1 Prozent nach oben. Nach einem Medienbericht hoffen die Anleger nach steigenden Preisen für Bücher- und Warensendungen auch auf höheres Briefporto. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" gibt es bei dem Logistikkonzern Erwägungen, das Porto für den Standardbrief 2019 um 10 auf 80 Cent anzuheben. Ein Sprecher der Deutschen Post sprach von Spekulationen.

An der MDax-Spitze profitierten die Anteilsscheine des Flughafenbetreibers Fraport (Fraport Aktie) mit einem Plus von gut 2 Prozent von einem positiven Kommentar des Analysehauses Warburg Research. Eine negative Einschätzung desselben Hauses belastete die Aktien des Herstellers von Laborausrüstung Sartorius . Sie fielen am TecDax-Ende um mehr als 2 Prozent, nachdem sie am Freitag noch ein Rekordhoch erreicht hatten.

Zu Wochenbeginn werden die Anteilsscheine des Immobilienunternehmens TLG Immobilien und des Pharma- und Agrarchemiekonzerns Bayer (Bayer Aktie) mit einem Dividendenabschlag gehandelt. Um die Ausschüttung an die Aktionäre in Höhe von 2,80 Euro je Anteil bereinigt lagen die Papiere der Leverkusener derweil im Plus. Einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" aus informierten Kreisen zufolge dürfte Bayer vermutlich schon am Dienstag die US-Freigabe für die Milliardenübernahme des Saatgutkonzerns Monsanto erhalten./la/she

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---