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Aktien Frankfurt: Dax schwach - Henkel-Aussagen zum Jahresstart enttäuschen

Montag, 19.03.2018 15:09 von dpa-AFX

Die Frankfurter Innenstadt, im Hintergrund die Skyline (Symbolbild).
Die Frankfurter Innenstadt, im Hintergrund die Skyline (Symbolbild). © querbeet / iStock / Getty Images Plus / Getty Images
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Montag seiner jüngsten Zwischenerholung Tribut gezollt und seine anfangs moderaten Verluste ausgeweitet. Gegenwind kam am Nachmittag zudem von der schwachen Eröffnung an der Wall Street. Zuletzt ging es für den deutschen Leitindex um 0,98 Prozent auf 12 268,62 Punkte nach unten. Schlusslicht war Henkel nach Aussagen des Konsumgüterkonzerns zum ersten Quartal.

Analyst Christian Schmidt von der Helaba rechnet mit einer spannenden Handelswoche, in der sich entscheiden könnte, ob es für den Dax wieder hoch geht oder eine deutliche Korrektur ansteht. "In den USA beginnt morgen eine Notenbanksitzung, von der man nicht weiß, ob sie Hinweise auf die zusätzliche vierte, vom Markt noch nicht erwartete Zinsanhebung in diesem Jahr bringen wird", ergänzte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets mit Blick auf die Vorsicht der Anleger.

Zudem hätten die großen Aktienindizes an der Wall Street vergangene Woche trotz rekordhoher Mittelzuflüsse in börsengehandelte Indexfonds (ETF) Verluste verzeichnet, was auf Verkäufe institutioneller Investoren hindeute, gab Stanzl zu bedenken. "Wenn die 'Big Boys' verkaufen und die privaten Anleger so beherzt bei Aktien zugreifen, war das in der Vergangenheit oft ein Hinweis darauf, dass der Markt zumindest kurzfristig seinen Höhepunkt gefunden hatte."

Besser als der Dax hielten sich zum Wochenstart die anderen deutschen Indizes: Während der MDax der mittelgroßen Unternehmen mit einem Plus von 0,01 Prozent bei 25 629,88 Punkten kaum von der Stelle kam, stieg der Technologiewerte-Index TecDax um 0,06 Prozent auf 2681,46 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,72 Prozent auf 3412,50 Punkte.

Am Dax-Ende stachen die Vorzugsaktien von Henkel mit einem Minus von mehr als 3 Prozent negativ heraus. Die Anleger reagierten enttäuscht auf die angekündigten Umsatzrückgänge im Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln sowie mit Kosmetikprodukten, welche Henkel mit Lieferschwierigkeiten in Nordamerika begründete.

Derweil gehörten die kaum bewegten Papiere von Munich Re (Munich Re Aktie) noch zu den besten Werten im Leitindex. Die US-Bank JPMorgan empfiehlt die Aktie des weltweit größten Rückversicherers nun zum Kauf. Die Jahreszahlen seien ein weiteres Signal dafür gewesen, dass die Rückversichererbranche wieder zu Wachstum zurückgekehrt sei, hieß es.

Im MDax waren die Anteilsscheine von Talanx mit knapp 3 Prozent Plus einer der Favoriten der Anleger. Der Versicherungskonzern will seine Dividende für das vergangene Jahr deutlicher anheben als von Analysten im Durchschnitt erwartet. Die endgültigen Jahreszahlen und der mäßige Ergebnisausblick ließen die Aktionäre kalt, nachdem das Unternehmen bereits einige Zeit zuvor erste Angaben zur Geschäftsentwicklung 2017 und zum Gewinnziel für 2018 gemacht hatte.

Zahlen legte auch der Wohnungsvermieter Grand City Properties vor, dessen Großaktionär der just in den MDax aufgestiegene Immobilienkonzern Aroundtown ist. Grand City Properties profitierte 2017 von steigenden Mieten und einem geringeren Leerstand. Dennoch verloren die Aktien fast anderthalb Prozent. Ein Händler sprach von einer weitgehend überraschungslosen Bilanz.

Derweil sorgte der angekündigte Chefwechsel beim Maschinenbauer Gea für Kursgewinne von über 3 Prozent und den Spitzenplatz im MDax. Für die Anleger bedeutet dies allerdings nicht mehr als eine Erholung, nachdem in der Vorwoche die neuen Ziele und auch der Kapitalmarkttag an der Börse mit weiterer Ernüchterung aufgenommen worden waren.

Im Blick standen zudem die Index-Änderungen der Deutschen Börse. So ist nun der Kunststoff-Konzern Covestro (Covestro Aktie) in den Dax aufgerückt, während ProSiebenSat.1 in den MDax abstieg. Während das Covestro-Papier knapp 1 Prozent verlor, gab die ProSieben-Aktie minimal nach. Unter den Neulingen waren auch die Anteile des auf die Autobranche spezialisierten Maschinenbauers Aumann auffällig. Sie büßten am TecDax-Ende mehr als 4 Prozent ein. Die ebenfalls neu aufgenommenen Anteile des Industrieroboter-Zulieferers Isra Vision entwickelten sich mit einem moderaten Kursplus hingegen vergleichsweise gut.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 139,98 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,18 Prozent auf 157,90 Punkte. Der Euro notierte bei 1,2316 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,2301 Dollar (Dollarkurs) festgelegt./gl/fba

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---