Aktien Frankfurt: Dax kommt nicht vom Fleck

Dienstag, 12.12.2017 12:06 von dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Dienstag vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen in Deckung gegangen. Leicht negative Impulse kamen von der Nachricht verschlechterter Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten: So fiel der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember um unerwartet deutliche 1,3 Punkte.

Am Mittwoch steht die als wahrscheinlich geltende Zinserhöhung der US-Notenbank Fed auf der Tagesordnung. Am Donnerstag folgen die Zinsentscheide der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der englischen und schweizerischen Notenbanken. Laut Gregor Kuhn, Marktanalyst der Bernstein Bank, dürfte die EZB angesichts der jüngsten Verlängerung des Anleihekaufprogramms keine größeren Maßnahmen verkünden.

Der Dax notierte gegen Mittag 0,03 Prozent niedriger bei 13 120,23 Punkten. Der MDax rückte um 0,14 Prozent auf 26 152,07 Zähler vor. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,15 Prozent auf 2504,80 Punkte abwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um rund 0,1 Prozent.

Nach einem erfolgreichen Monat November für Fraport (Fraport Aktie) scheint ein neues Rekordhoch für die Aktien nur eine Frage der Zeit: Die Papiere des Flughafenbetreibers kletterten am Dienstag um 0,7 Prozent auf 87,68 Euro und näherten sich damit ihrem bisherigen Höchststand von 88,74 Euro auf rund einen Euro. Als "durch die Bank stark" wertete Commerzbank-Analyst Adrian Pehl die jüngsten Verkehrszahlen. Die Entwicklung am Frankfurter Flughafen sei exzellent gewesen.

Die zuletzt unter massiven Verkaufsdruck geratenen Papiere von Dialog Semiconductor (Dialog Semiconductor Aktie) setzten am Dienstag zu einer Erholung an und stiegen an der TecDax-Spitze um 3,6 Prozent. Der chinesische Konzern Huawei setzt bei seiner neuer SmartPhone-Baureihe Mate 10 auf Bauteile des Chip-Herstellers. Belastet von Befürchtungen, wonach Großkunde Apple (Apple Aktie) künftig seine eigenen Bauteile zum Strommanagement (PMIC) entwickeln könnte, waren sie tags zuvor mit 21,46 Euro auf einen weiteren Tiefststand seit Herbst 2014 abgesackt. In den vergangenen drei Wochen hatte sie damit fast die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.

Die Papiere der von einem Bilanzskandal geplagten Steinhoff Holding erholten sich in der Spitze um 43 Prozent auf 0,841 Euro. Seit dem Rekordtief bei 0,35 Euro in der Vorwoche konnten sich die Aktien des Möbelkonzerns damit bereits mehr als verdoppeln. Für Anleger ist dies aber ein schwacher Trost: Im Zuge des Bilanzskandals samt Abgang des Chefs und Abstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau durch die Ratingagentur Moody's hatte die Aktie binnen einer Woche zwischenzeitlich fast 82 Prozent an Wert verloren. Inzwischen prüft die südafrikanische Finanzaufsicht mögliche Fälle von Insiderhandel und auch die Börse in Johannesburg nimmt den Kursverlauf unter die Lupe.

Lanxess-Titel zählten mit plus 1,9 Prozent zu den MDax-Favoriten und setzten sich damit von ihrem jüngsten Zwischentief etwas ab. Informierten Kreisen zufolge hat Lanxess (Lanxess Aktie) ein Auge auf das Spezialchemie-Geschäft des niederländischen Farben- und Lackkonzerns Akzo Nobel geworfen. Man habe sich mit dem Finanzinvestor Apollo zusammengetan, um ein gemeinsames Angebot für die Sparte vorzulegen. Für Commerzbank-Analyst Michael Schäfer sind Zeitpunkt und Größe des Angriffsziels eine Überraschung. Ein Marktteilnehmer fürchtet, dass eine solche Übernahme Lanxess finanziell und personell überfordern könnte, da der Konzern derzeit noch den US-Zukauf Chemtura aus dem Jahr 2016 integriere./edh/stk

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---