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Aktien Frankfurt: Dax dreht in die Verlustzone - Handelsstreit belastet

Mittwoch, 22.05.2019 15:01 von dpa-AFX

Die deutsche Finanzmetropole Frankfurt am Main.
Die deutsche Finanzmetropole Frankfurt am Main.
pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist bis zum Mittwochnachmittag nach einem weitgehend richtungslosen Verlauf in die Verlustzone gedreht. Druck kam am frühen Nachmittag insbesondere aus den USA, wo ein etwas schwächerer Börsenstart erwartet wird. Der deutsche Leitindex sank um 0,46 Prozent auf 12 088,05 Punkte. Der MDax verlor 0,31 Prozent auf 25 495,93 Zähler. Auch an anderen Börsen Europas ging es moderat abwärts.

"Die Marktteilnehmer bleiben nervös, denn immer neue Gerüchte rund um den Handelsstreit der USA und China machen die Runde. Das vermiest den Investoren etwas die Kaufleute", sagte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. "Es gibt aktuell viel Unsicherheit und zugleich kaum positive Impulse, und das wird uns wohl auch in den kommenden Tagen erhalten bleiben."

Nachdem der Dax am Montag zunächst wieder unter die Marke von 12 000 Punkten gerutscht war, hatte er sich tags darauf dank einer gewissen Entspannung im Handelskonflikt wieder etwas erholt. Dass, wie nun die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung informierte Personen berichtete, die USA nach dem Smartphone-Hersteller Huawei auch anderen chinesischen Technologiefirmen ähnliche Beschränkungen auferlegen könnte, sorgte nun wieder für etwas Zurückhaltung. Da China allem Anschein nach aber gesprächsbereit bleibt, sei die Nervosität aktuell nicht allzu hoch. Andere Themen indes, etwa der Konflikt mit dem Iran oder auch das leidige Brexit-Thema, fänden kaum Beachtung.

Da die Berichtssaison weitgehend beendet ist, stehen mit Quartalszahlen nur noch vereinzelt Unternehmen im Blick. Der Berliner Wohnimmobilienkonzern Ado Properties war mit seinem Zahlenwerk und bestätigtem Jahresausblick einer der letzten. Laut einem Händler fielen die vorgelegten Ergebniskennziffern etwas schwächer als erwartet aus. Die Aktie büßte als eines der Schlusslichter im SDax 1,7 Prozent ein.

Die Papiere von Dialog Semiconductor (Dialog Semiconductor Aktie) verloren im MDax 3,6 Prozent. Die Kursgewinne der vergangenen Monate hatte das Bankhaus Lampe als Grund genommen, um seine Kaufempfehlung zu streichen. Dagegen sprangen die Anteile des Sportartikelherstellers Puma um 1,7 Prozent auf 555 Euro hoch. Eine Kurszielanhebung der US-Investmentbank Goldman Sachs auf 665 Euro sorgte für gute Stimmung. Beflügelt von einem positiven Kommentar des Analysehauses RBC setzten im Dax auch die Aktien der Konkurrentin Adidas (adidas Aktie) ihren Rekordlauf fort und kletterten um 1,3 Prozent auf 261 Euro.

Die Commerzbank (Commerzbank Aktie) und der Autobauer Daimler (Daimler Aktie) rückten im Zuge ihrer Hauptversammlungen in den Blick der Investoren. Nach der Absage einer Fusion mit der Deutschen Bank feilt die Commerzbank an ihrer Strategie. Gerüchte über angebliche Fusionsgespräche mit der niederländischen Großbank ING verwies Vorstandschef Martin Zielke dabei ins Reich der Märchen. Die Aktien beschleunigten daraufhin ihren Abwärtskurs und verloren zuletzt 2,5 Prozent.

Knapp 2 Prozent büßten im Dax die Daimler-Aktien ein. Der scheidende Vorstandschef Dieter Zetsche gab zu seinem Abschied erneut einen klaren Sparkurs vor. Zudem wurde betonte, dass Börsengänge der Sparten-AGs nicht zur Debatte stünden.

Wirecard (Wirecard Aktie) indes behielten ihren Erholungskurs bei und bauten ihre Gewinne der vorangegangenen Tage um weitere 3,6 Prozent aus. Auslöser für den aktuell guten Lauf der Anteile des Zahlungsabwicklers war eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank am Montag gewesen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,15 Prozent am Vortag auf minus 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 143,34 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,11 Prozent auf 166,70 Punkte zu.

Der Euro zeigte sich nur wenig verändert bei 1,1169 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1161 Dollar festgesetzt./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---