Top-Thema

19.04.19
Hardware-​Nachrüstungen für Diesel lassen weiter auf sich warten

Aktien Frankfurt Ausblick: Sorge vor Abkühlung der Weltwirtschaft lastet auf Dax

Freitag, 14.12.2018 08:27 von dpa-AFX

Die deutsche Finanzmetropole Frankfurt am Main.
Die deutsche Finanzmetropole Frankfurt am Main.
pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft dürften am Freitag auch dem deutschen Aktienmarkt einen Dämpfer versetzen. Bereits die Börsen in Asien litten darunter, nachdem eine Reihe wichtiger Daten aus China, der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, enttäuschten.

Der X-Dax als Indikator für die Dax-Entwicklung signalisierte knapp eine Stunde vor dem Börsenauftakt Verluste von 0,74 Prozent. Der deutsche Leitindex dürfte damit bei 10 844 Punkten starten. Auf Wochensicht würde er damit die zweite Dezemberwoche knapp im Plus beenden, was nach den heftigen Verlusten zu Monatsbeginn eine Stabilisierung wäre.

Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 wird am Freitag ähnlich schwach wie der Dax erwartet.

"Die Investoren haben durchaus recht, sich um das globale Wachstum zu sorgen", sagte Handelschef Stephen Innes vom Währungsbroker Oanda mit Blick auf die schwachen China-Daten. Im November waren sowohl die Daten zum chinesischen Einzelhandel schwächer als erwartet ausgefallen als auch die zur Industrieproduktion.

Am Vortag hatte sich bereits EZB-Chef Mario Draghi weniger zuversichtlich für die Konjunktur im Euroraum geäußert. Daher wird nun wohl auch besonders auf die am Vormittag anstehenden europäischen Einkaufsmanagerindizes geachtet.

Unter den Einzelwerten dürften vor allem die Papiere von Scout und Leoni im Blick stehen. Beim Autozulieferer Leoni könnten weiter die Übernahmespekulationen Thema sein, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hatte, dass Leoni sich in Gesprächen mit dem japanisch-indischen Wettbewerber Motherson Sumi über einen möglichen Zusammenschluss befinde. Eine solche Fusion könnte den Angaben zufolge ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro haben, hieß es. Leoni hatte sich dazu nicht äußern wollen, die Aktie allerdings war um gut 18 Prozent hochgesprungen.

Um rund 12 Prozent hoch ging es nun vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate für die Papiere des Onlinemarktplatz-Betreibers Scout24 . Dieser prüft laut der "Financial Times" einen Verkauf an Finanzinvestoren und damit den Abschied von der Börse. Der Betreiber von Immobilienscout24 und Autoscout24 habe Banken und Berater damit beauftragt, ihn bei einem möglichen Verkauf zu unterstützen, berichtete die Zeitung am Donnerstagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Es sei nicht klar, ob der Prozess tatsächlich in einem Verkauf münde, hieß es weiter.

Im Fokus könnte außerdem noch der Telekommunikationsanbieter United Internet stehen, dessen Aktien vorbörslich aber nicht auffällig waren. Hier berichtete das "Handelsblatt", dass das Unternehmen eine Partnerschaft zum Netzausbau mit dem chinesischen Telekomausrüster ZTE befindet. Nachdem die Chinesen ihren größten Auftrag in Deutschland mit dem Mobilfunknetzbetreiber Telefonica (Telefonica Aktie) Deutschland (O2) Ende des Jahres verlieren, verhandelten sie nun mit United-Internet-Chef Ralph Dommermuth über einen mögliche Allianz (Allianz Aktie), hieß es. Ein Sprecher bestätigte, dass United Internet sich derzeit mit einem chinesischen Anbieter und einem aus dem europäisch-amerikanischen Raum in engeren Verhandlungen befinde.

Vorläufige Geschäftsjahreszahlen für 2017/18 und einen Ausblick auf das neue Jahr gab Isra Vision . Der Spezialmaschinenbauer legte daraufhin auf Tradegate um etwas mehr als 2 Prozent zu.

Im Dax könnten außerdem die Aktien von Bayer (Bayer Aktie) nach einem Analystenkommentar einen Blick wert sein. Die US-Bank Morgan Stanley hält die Papiere des Agrarchemie- und Pharmaunternehmens wieder für interessant, um einzusteigen. Nachdem diese wegen der Furcht der Anleger vor finanziellen Risiken durch die Glyphosat-Klagen in den USA eingebrochen waren, seien sie nun wieder attraktiv bewertet, hieß es. Das schlimmstmögliche Szenario sei bereits eingepreist und am Ende dürfte das Ganze besser als aktuell erwartet ausgehen./ck/jha/