Aktien Frankfurt: Anleger lassen Vorsicht walten

Montag, 23.07.2018 12:11 von dpa-AFX

Wolkenkratzer in Frankfurt am Main. Die Mainmetropole ist das wichtigste deutsche Finanzzentrum.
Wolkenkratzer in Frankfurt am Main. Die Mainmetropole ist das wichtigste deutsche Finanzzentrum. pixabay.com
FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund anhaltender Konflikte im Welthandel haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn nicht allzuweit aus der Deckung gewagt. Die internationalen Spannungen - allen voran der Handelskrieg zwischen den USA und China - hätten viele Akteure zum Abwarten bewogen, hieß es.

Der Dax sank am späten Montagvormittag 0,08 Prozent auf 12 551,35 Punkte, nachdem er am Freitag um rund 1 Prozent gefallen war und die Woche kaum verändert abgeschlossen hatte. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Montag um 0,02 Prozent nach oben auf 26 578,89 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,14 Prozent auf 2882,83 Punkte zu. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verbuchte ein Minus von rund 0,2 Prozent.

Gerade als der Markt endlich wieder an positiver Dynamik gewonnen habe, hätten neue Strafzoll-Aussagen von US-Präsident Donald Trump gegen China die sommerliche Börsenerholung abgewürgt, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. "Dabei muss es nicht einmal zu einem richtigen Handelskrieg kommen. Die Unsicherheiten rund um das Thema genügen schon, um das Geschäftsklima zu drücken und so einen direkten Effekt auf die reale Wirtschaft zu haben", so Cutkovic.

Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer haben am Wochenende vor Gefahren für die Weltwirtschaft gewarnt. "Dass sich die G20-Finanzminister auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen konnten, ist ein gutes Zeichen", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Trump habe jedoch mit seiner Drohung gegen den Iran "die nächste politische Großbaustelle aufgemacht". Trump hatte den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani am Wochenende mit martialischen Worten vor einem Streit mit den USA gewarnt.

Branchen- und Unternehmensnachrichten waren am Montag zunächst rar gesät. Eine Ausnahme bildete der Freizeit- und Reisesektor: Überraschend schwache Quartalszahlen von Ryanair belasteten die Aktien von Europas Fluggesellschaften. Der starke Ryanair-Kursrückgang von mehr als 4 Prozent ließ die Papiere der Lufthansa (Lufthansa Aktie) als einer der schwächsten Dax-Werte um 1,6 Prozent fallen. Auch die Wettbewerber-Papiere Air France-KLM , IAG und Easyjet verbilligten sich überdurchschnittlich.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten hingegen die Papiere der Versorger Eon und RWE . Eon legten um 1,6 Prozent zu, RWE stiegen um 0,5 Prozent, hatten am Vormittag aber mit 22,43 Euro den höchsten Stand seit Mitte November 2017 erreicht. Grundsätzlich profitierten die Versorger von weiter steigenden Strompreisen, sagte ein Händler. Bei RWE könne zudem ein positiver Kommentar von Morgan Stanley vom Freitag noch etwas nachwirken, hieß es am Markt.

Eine optimistische Studie von Kepler Cheuvreux trieb den Kurs von Thyssenkrupp (ThyssenKrupp Aktie) an der Dax-Spitze um 2,3 Prozent nach oben. Die Investmentbank hatte ihr Kursziel von 26 auf 35 Euro erhöht und ihre Kaufempfehlung für die Papiere des Industriekonzerns bekräftigt. Am Donnerstag und Freitag hatten die Aktien noch insgesamt 4,5 Prozent eingebüßt.

Eine Hochstufung der LEG-Aktien ließ deren Kurs als einer der stärksten Werte im MDax um 1,4 Prozent anziehen. Die Geschäfte des Immobilienkonzerns dürften sich nach einem schwachen Start im weiteren Jahresverlauf bessern, begründete das Bankhaus Lampe seine Kaufempfehlung. Das Wachstum der Mieteinnahmen von 3 bis 3,5 Prozent sollte die LEG in ein mindestens hohes einstelliges prozentuales Wachstum des Betriebsergebnisses umsetzen, hieß es.

Die Anteilsscheine von Wirecard (Wirecard Aktie) stiegen nach einer Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs (Goldman Sachs Aktie) um rund 1,7 Prozent. Analyst Mohammed Moawalla hob das Kursziel von 168 auf 200 Euro an und beließ die Aktien auf der "Conviction Buy List". Er begründete dies mit seinen erhöhten Gewinnschätzungen für den Zahlungsdienstleister und traut den Papieren ein Aufwärtspotenzial von fast 30 Prozent zu./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

}