AKTIE IM FOKUS: Henkel sacken nach bestätigtem Führungswechsel weiter ab

Freitag, 25.10.2019 11:49 von dpa-AFX - Aufrufe: 409

Pritt-Klebestift. Pritt ist eine unter vielen bekannten Marken des Henkel-Konzerns.
Pritt-Klebestift. Pritt ist eine unter vielen bekannten Marken des Henkel-Konzerns.
© Ulrike Mai / Pixabay

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Der Führungswechsel bei Henkel (Henkel Aktie) stößt bei den Anlegern am Freitag weiter auf Skepsis. Schon am Donnerstag hatte ein Bericht des "Manager Magazins" über einen bevorstehenden Stabwechsel die Aktie des Konsumgüterherstellers belastet. Nach Börsenschluss hatten die Düsseldorfer dann bekannt gegeben, dass der bisherige Finanzvorstand Carsten Knobel zum Jahreswechsel Konzernchef Hans Van Bylen ablöst. Analysten bezweifeln, dass Knobel der richtige Mann ist, um den zuletzt schwächelnden Konzern wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Gegen Mittag büßten Henkel-Papiere als Dax-Schlusslicht fast fünf Prozent auf 89,20 Euro ein. Damit rissen sie zudem mehrere viel beachtete charttechnische Durchschnittslinien, darunter die exponentielle 200-Tage-Linie.

Bereits am Donnerstag hatte Henkel zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex gehört. Mit einem Kursrückgang von 6,5 Prozent seit Jahresbeginn zählt die Aktie auch für diesen Zeitraum zu den größten Verlierern - während bei Konkurrent Beiersdorf (Beiersdorf Aktie) immerhin ein Plus von fast 13 Prozent zu Buche steht. Doch auch die Hamburger hinken damit dem Dax-Anstieg um knapp 22 Prozent weit hinterher.

Analysten begrüßten grundsätzlich den Führungswechsel. In der Konsumgüterbranche hätten es Finanzchefs in der Vergangenheit aber nur selten geschafft, als Konzernchef erfolgreich zu sein, schrieb Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan. Zudem sei Knobel schon Teil des Managements gewesen, das es zuletzt nicht geschafft habe, operativ zu liefern. Auch sei er mitverantwortlich für die Übernahme des US-Wachmittelherstellers Sun Products, die enttäuscht und zu erheblichem Druck in den USA geführt habe.

Pannuti hält einen strategischen Neuanfang für notwendig und hatte auf frischen Wind durch einen von außen kommenden Chef gehofft. Den Willen, sich neu aufzustellen - etwa durch Akquisitionen oder womöglich sogar durch eine Aufspaltung des Konglomerats - spricht sie Henkel damit ab.

Knobel sei an den Entscheidungen und Weichenstellungen der vergangenen Jahre beteiligt gewesen, betonte auch Martin Deboo vom Analysehaus Jefferies. Daher bezweifelt er, dass der neue Konzernlenker die richtige Antwort auf die Herausforderungen bei Henkel ist. Knobel habe mit einem hinter Wettbewerbern zurückbleibendem Klebstoffgeschäft, dem Marktanteile verlierenden US-Waschmittelgeschäft und dem wettbewerbsintensiven Konsumgütermarkt eine lange Aufgabenliste vor sich.

Commerzbank-Experte Andreas Riemann geht zudem davon aus, dass Henkel Mitte November über ein schwaches drittes Quartal berichten wird. Auch mögliche Investitionen dürften das künftige Wachstum kaum ankurbeln. Daher senkte der Experte seine Gewinnschätzungen für die beiden kommenden Jahre und rechnet damit, dass die Aktie weiter mit einem Abschlag zur Branche gehandelt wird./gl/nas/jha/

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