AKTIE IM FOKUS 2: Zukauf und neues Ziel stützen Jenoptik im schwachen Markt

Mittwoch, 11.07.2018 12:30 von dpa-AFX

(neu: Aktienkurs, Analysten und mehr Details)

Ernst-Abbe-Platz in Jena mit dem Jenoptik-Hochhaus im Hintergrund.
Ernst-Abbe-Platz in Jena mit dem Jenoptik-Hochhaus im Hintergrund. © Kerrick / iStock Unreleased / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein höheres Umsatzziel von Jenoptik nach einer angekündigten Übernahme hat am Mittwoch den Aktien des Technologieunternehmens Auftrieb beschert. Auf die kräftigen Kursgewinne zum Handelsstart folgten aber Gewinnmitnahmen. Börsianer sahen in dem neuen Ausblick angesichts des Zukaufs des kanadischen Autozulieferers Prodomax kaum eine Überraschung.

Gegen Mittag gewannen die Papiere im schwächeren TecDax noch 1,24 Prozent auf 32,54 Euro, nachdem sie zunächst bis auf 34,88 Euro geklettert waren.

"In Anbetracht der Aussage, dass Prodomax bisher stets solide gewachsen ist, sieht es auf den ersten Blick danach aus, dass Jenoptik nur deshalb die Umsatzprognose angehoben hat", schrieb Analyst Craig Abbott von Kepler Cheuvreux in einer Studie. Dass die operativen Margenziele zugleich nicht angehoben wurden, obwohl Prodomax 2018 auch die Ebitda-Marge antreiben dürfte, hänge wohl noch mit Unklarheiten über die genaue Aufteilung des Kaufpreises auf die einzelnen Vermögenswerte von Jenoptik zusammen, erklärte der Experte. Diese Aufteilung könnte den positiven Einfluss auf das Ergebnis je Aktie zunächst auf einen niedrigen einstelligen Prozentbereich begrenzen.

Zugleich lobte der Kepler-Cheuvreux-Analyst allerdings, wie auch Malte Schaumann von Warburg Research und Peter Rotheneicher von der Baader Bank, den Zukauf als "strategisch sinnvoll". Der Preis für den auf die Autoindustrie ausgerichteten Automatisierungskonzern ist laut Rotheneicher zudem attraktiv.

Schaumann, der wegen der erwarteten Wertsteigerung durch Prodomax sein Kursziel für die Jenoptik-Aktie um ein Euro auf nun 33 Euro anhob, urteilte: "Die Akquisition stärkt Jenoptiks Zugang zu Kunden aus der Autoindustrie und könnte die Etablierung von Jenoptiks einzigartiger 3D-Laser-Materialbearbeitung beschleunigen." Diese Technologie gewinne zunehmend an Bedeutung. Trotz der Kurszielanhebung sieht der Warburg-Experte aber kaum weiteres Potenzial, da die Aktie seines Erachtens bereits ausreichend bewertet ist. Er bekräftigte daher sein Urteil, die Papiere zu halten.

Der Kursgewinn der Jenoptik-Aktie summiert sich mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate immer noch auf rund 41 Prozent. Und das, obwohl der Kurs seit dem Rekordhoch von 39,54 Euro im Juni wieder um fast ein Fünftel nachgegeben hat./ck/mis/jha/

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