AKTIE IM FOKUS 2: Drägerwerk fallen - Spiegel: Bund hat wohl zu viel bestellt

Freitag, 10.07.2020 17:11 von dpa-AFX - Aufrufe: 849

Diagnose mit einem CT-Scan (Symbolbild).
Diagnose mit einem CT-Scan (Symbolbild).
© Morsa Images / DigitalVision / Getty Images www.gettyimages.de

(neu: Statement von Unternehmenschef.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Spekulationen über eine niedrigere als ursprünglich geplante Bestellung von Beatmungsgeräten durch die Bundesregierung haben am Freitag die Aktien des Medizintechnikherstellers Drägerwerk belastet. Sie gaben am späteren Nachmittag um 6,06 Prozent auf 77,50 Euro nach. Laut einem Bericht des "Spiegel" bestellte die Bundesregierung in der Corona-Krise bei einigen Herstellern wohl zu viele Beatmungsgeräte und will nun nicht alle abnehmen.

"Angesichts des zurzeit sinkenden Bedarfs" habe man mit einigen Herstellern reduzierte Lieferverträge vereinbaren können, zitiert der "Spiegel" aus einer Regierungsstellungsnahme auf eine kleine Anfrage eines FDP-Abgeordneten. Welche Hersteller genau betroffen sind, geht daraus nicht hervor.

Grundsätzlich bescherte die Corona-Krise Drägerwerk einen Auftragsboom. Gefragt sind vor allem Produkte, die für die Behandlung von Covid-19-Patienten benötigt werden: Beatmungsgeräte, Patientenmonitore und dazugehörige Materialien. Das treibt den Aktienkurs schon länger an. Ein Händler sah in dem Bericht des "Spiegel" denn dann auch vor allem den Auslöser für Gewinnmitnahmen durch einige Anleger. So kosten die Aktien aktuell immer noch über 40 Prozent mehr als vor Beginn der Corona-Krise an den Finanzmärkten im Februar.

Für die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr hätte eine mögliche teilweise Rücknahme von Bestellungen durch die Bundesregierung wohl keine Auswirkungen. Konzernchef Stefan Dräger nannte auf Anfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX zwar keine Details zu einzelnen Ländern oder Kundenaufträgen. Er sagte aber auch, dass die "Nachfrage die Produktionskapazitäten weiterhin stark übersteigt".

Aktuell würden denn auch im Einvernehmen mit der Bundesregierung vorwiegend besonders stark von der Corona-Pandemie betroffene Länder beliefert, da die Krankenhäuser in Deutschland gut aufgestellt seien. "Auf die Geschäftsentwicklung für 2020 insgesamt hat die laufende Anpassung der Verteilung keine Auswirkungen."/mis/men/stk


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