AKTIE IM FOKUS 2: Anleger und Analysten verlieren das Vertrauen in Kraft Heinz

Freitag, 22.02.2019 17:30 von dpa-AFX - Aufrufe: 1673

Eine Flasche Ketschup von Kraft Heinz.
Eine Flasche Ketschup von Kraft Heinz.
© mrtom-uk / iStock Unreleased / Getty Images www.gettyimages.de

(neu: Analystenkommentare)

NEW YORK (dpa-AFX) - Milliardenschwere Abschreibungen des US-Nahrungsmittelkonzerns Kraft Heinz haben den Kurs der Aktie am Freitag auf ein Rekordtief abstürzen lassen. Die in mehreren großen US-Indizes enthaltenen Papiere brachen um fast 30 Prozent auf bis zu 34,51 US-Dollar ein. Das war der tiefste Kurs seit der ersten Börsennotiz des im Juli 2015 aus den beiden Konzernen Kraft und Heinz fusionierten Unternehmens. Es wurde ein Börsenwert von rund 16,7 Milliarden US-Dollar vernichtet.

Kraft Heinz ist wegen einer hohen Abschreibung von 16 Milliarden US-Dollar auf den Wert von Marken und Sparten tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand 2018 ein Minus von 10,3 Milliarden Dollar (Dollarkurs) (rund 9,1 Mrd. Euro) zu Buche - nach einem Gewinn von knapp 11 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Zudem wurde am Vortag bekannt, dass die US-Börsenaufsicht SEC die Bilanzierungspraxis des Unternehmens untersucht und die Dividende gekürzt wird.

Analysten reagierten am Freitag auf diese Hiobsbotschaften mit einer Flut von Abstufungen und niedrigeren Kurszielen. So senkten beispielsweise JPMorgan die Papiere von "Overweight" auf "Neutral", die Barclays Bank (Barclays Bank Aktie) von "Overweight" auf "Equal-weight" und der Broker Stifel von "Buy" auf "Hold". Alle drei Häuser strichen also die Kaufempfehlungen.

"Das war nicht das, worauf wie gewartet hatten", sagte Analyst James Targett von der Berenberg Bank. Auch er verabschiedete sich von seiner Kaufempfehlung für die Aktien. Er habe im Schlussquartal 2018 mit einer positiven Wachstumsdynamik und besseren Margen gerechnet. Stattdessen habe das Unternehmen mit deutlich schwächeren Margen, einer Dividendenkürzung, einem enttäuschenden Ausblick, milliardenschweren Wertberichtigungen und einer Bilanzprüfung durch die Börsenaufsicht aufgewartet.

Von einem "unvergesslichen Tag" sprach Analyst Ken Goldman von JPMorgan mit Blick auf die Veröffentlichung der Nachrichten am Vortag. Er hätte an seiner Einstufung "Overweight" für die Papiere sogar noch festgehalten, so der Experte, "wenn wir noch Vertrauen in die Strategie des Unternehmens hätten". Nun aber stehe zu befürchten, dass nach einem Abbau der Verschuldung Kraft Heinz rasch wieder nach Übernahmen Ausschau halten dürfte. Damit aber gebe es für die Aktien kein ansprechendes Aufwärtspotenzial mehr./bek/ajx/he


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