Zehntausende Wähler mehrfach registriert

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Zehntausende Wähler mehrfach registriert danjelshake
danjelshake:

Zehntausende Wähler mehrfach registriert

 
23.10.04 19:16
#1
Zehntausende Wähler mehrfach registriert
In Los Angeles bereitet sich ein Wähler auf die Stimmabgabe vor (Foto: dpa)
In Los Angeles bereitet sich ein Wähler auf die Stimmabgabe vor (Foto: dpa)
Gut eineinhalb Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl sind Berichte aufgetaucht, dass bei der Registrierung der Wähler nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Einerseits sollen Wähler in den Registern doppelt eingetragen sein, andererseits haben US-Bürger im Ausland enorme Schwierigkeiten, sich überhaupt registrieren zu lassen.

Auch am Zweitwohnsitz registriert
Etwa 68.000 US-Bürger in Florida seien in mehreren US-Bundesstaaten als Wähler registriert, schreibt die Zeitung "Orlando Sentinel". Ein Vergleich der Wählregister in Florida mit denen im Nachbarstaat Georgia und dem nordöstlich gelegenen Bundesstaat North Carolina belege, dass zehntausende Wähler mit gleichem Namen und Geburtsdaten erfasst worden seien.

Problem offenbar schon länger bekannt
Die Untersuchung sei in den beiden Staaten erfolgt, da es hier besonders viele Bürger mit zwei Wohnsitzen gebe. Etwa 1600 dieser Amerikaner seien schon bei der Präsidentschaftswahl 2000 und den Wahlen zum Repräsentantenhaus 2004 doppelt registriert gewesen.

Letzte Wahl nur knapp gewonnen
Nachdem es 2000 bei der Präsidentenwahl in Florida ein äußerst knappes und wegen Unregelmäßigkeiten umstrittenes Ergebnis gegeben hatte, war Bush auf Grund weniger hundert Stimmen zum Wahlsieger erklärt worden. Er gewann damit alle Stimmen der Wahlmänner Floridas und deshalb auch die Wahl insgesamt knapp gegen seinen demokratischen Gegenkandidaten Al Gore.

Probleme bei der Registrierung aus dem Ausland
Unterdessen fühlen sich in Deutschland lebende Amerikaner nach einem Bericht des "Spiegel" vom US-Verteidigungsministerium in ihrem Wahlrecht behindert. Die vom Pentagon erstellten Internet-Seiten, auf denen sich im Ausland lebende US-Bürger für die Präsidentschaftswahlen registrieren konnten, seien über einen längeren Zeitraum blockiert gewesen.

Soldaten steht ein Wahloffizier zur Seite
In Deutschland stationierten US-Soldaten hingegen habe das Pentagon spezielle, fehlerfrei funktionierende Internet-Seiten zur Registrierung zur Verfügung gestellt, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin in seiner neuesten Ausgabe. Außerdem sei für je 50 Soldaten ein so genannter Voting Assistance Officer eingeteilt worden, der den GIs beim Ausfüllen der Formulare helfe.

Stärkere Zustimmung in der Armee?
Ein Wahloffizier habe berichtet, dass massiver Druck auf ihn und seine Kollegen ausgeübt worden sei, die Soldaten zum Urnengang zu bewegen. Umfragen zufolge stünden 69 Prozent aller Truppenmitglieder Präsident George W. Bush positiv gegenüber; nur 29 Prozent hätten eine gute Meinung von Herausforderer John Kerry.

Bush baut Vorsprung in Umfrage aus
In einer neuen Umfrage führt der Amtsinhaber mit vier Prozentpunkten vor seinem Herausforderer John Kerry. Nach der am Freitag veröffentlichten Umfrage des US-Fernsehsenders ABC stimmten 50 Prozent der Befragten für den Republikaner Bush und nur 46 Prozent für den Demokraten Kerry. Der unabhängige Kandidat Ralph Nader könnte mit zwei Prozent der Stimmen rechnen.

quelle: t-online.de

 

was ich lustig finde ist, dass die soldaten einen helfen beim ausfüllen der formulare haben *g*

4 mio. soldaten in den usa können nicht richtig schreiben oder lesen :o)

alfa telefon...

 

mfg ds

Zehntausende Wähler mehrfach registriert flamingoe

USA: Glaube als Wahl-Faktor

 
#2

 

ap

Washington - Im Weißen Haus sitzt ein Präsident, der seinen tiefen christlichen Glauben so offen lebt wie kein Amtsinhaber vor ihm. George W. Bush redet oft und gerne über seinen Glauben und hat das Thema Religion damit auch zu einem der zentralen Themen dieses Wahlkampfs gemacht. Sein demokratischer Herausforderer John Kerry tut sich viel schwerer mit Glaubensbezeugungen. Doch besonders in Zeiten von Terror und Unsicherheit sind Religiosität und Glaube des künftigen Amtsinhabers alles andere als Privatsache.

Klares religiöses Bekenntnis nötig

Bush hat bei den Wählern, die sich als besonders religiös bezeichnen, die Nase vorn. Und davon gibt es viele in den USA, 50 Millionen, rund 20 Prozent der Bevölkerung. Kerry ist Katholik, aber die Zeiten, in denen die mit Abstand größte Religionsgemeinschaft in den USA immer für Demokraten stimmte, sind lange vorbei. Ohne klares religiöses Bekenntnis hat ein Politiker in den USA nach Angaben von Religions-Professor Michael Novak keine Chance. Mehr als 90 Prozent der Amerikaner bezeichnen sich in Umfragen als gläubig, 44 Prozent sagen, sie gingen jeden Sonntag in die Kirche. In Deutschland besuchen höchstens 15 Prozent regelmäßig den Gottesdienst.

Eher König als Premierminister

"Ein amerikanischer Präsident ist mehr wie ein König als ein Premierminister. Die Leute wollen sich mit ihm identifizieren. Er muss auch ihre Moralvorstellungen repräsentieren", sagt Novak, der als Religionsforscher beim American Enterprise Institute in Washington arbeitet. "Wenn ein Präsident den Glauben immer wieder und oft zur Sprache bringt, denken die Leute: Er versteht mich, er nimmt sich meiner Themen an."

Hoch brisante Moral-Fragen

An hoch brisanten Moral-Fragen fehlt es im US-Wahlkampf nicht. Abtreibung, Homo-Ehe, Ausweitung der Stammzellenforschung - Bush ist dagegen und hat damit bei den moralisch konservativen Christen einen klaren Vorsprung. 70 Prozent der rund 50 Millionen, die sich als fundamentalistische Christen bezeichnen, sind nach einer Umfrage des Pew-Instituts für Bush. Nur müssen diese Wähler auch mobilisiert werden. Beim Wahlgang 2000 sind vier bis sechs Millionen regelmäßige Kirchgänger, die überwiegend zu Bush tendieren, zu Hause geblieben.

Kirchen für Parteipolitik missbraucht

Die Republikaner sandten Parteigängern in diesem Jahr deshalb einen "Pflichtenkatalog" mit der Aufforderung, für Spendenaufrufe Adresslisten von Gemeindemitgliedern zu schicken, Mitbrüdern und -schwestern in Gesprächen Bush ans Herz zu legen und freiwillige Wahlkampfhelfer zu rekrutieren. "Ein schamloser Versuch, die Kirchen für Parteipolitik zu missbrauchen", schimpft Barry Lynn, Direktor einer Gruppe, die über die Trennung von Staat und Kirche wacht. Die Steuerbehörde mahnte, dass wohltätige Gruppen, die sich parteipolitisch engagieren, ihre Steuerfreiheit verlieren können.

Jesus als Bushs Lieblingsphilosoph

Bush ist Methodist, bezeichnet sich als "wiedergeboren" und redet gerne von seiner "zweiten Erweckung". Nach wilden jungen Jahren habe er sein Leben vor 20 Jahren Jesus Christus gewidmet. "Meine Beziehung zu Gott durch Christus hat meinem Leben einen Sinn und eine Richtung gegeben", sagt Bush. Der Präsident liest jeden Tag in der Bibel und bezeichnet Jesus als seinen Lieblingsphilosophen.

Kerry trägt Glauben nicht auf dem Revers

John Kerry ist viel reservierter. Nur widerwillig und auf Rat seiner Wahlkampfstrategen bringt er seinen Glauben jetzt zur Sprache. "Ich trage meinen Glauben nicht auf dem Revers. Aber der Glaube hat mir Werte und Hoffnungen gegeben, nach denen ich lebe, von Vietnam bis heute, von Sonntag zu Sonntag", sagt er.

65 Millionen Katholiken

Die Katholiken sind mit rund 65 Millionen Mitgliedern die größte Religionsgemeinschaft in den USA. Jahrzehnte lang war das eine sichere Bank für die Demokraten. Seit den 80er Jahren nicht mehr. Kerry ist zwar selbst Katholik, hat aber viele mit seiner liberalen Position zu Abtreibung und Homo-Ehe verprellt. Wer für Abtreibung sei, "wirkt an Sünde mit", beschieden die Bischöfe. Der Erzbischof von St. Louis in Missouri kündigte gar an, Kerry die Kommunion zu verweigern, sollte er vor seinen Altar treten. Kerry wäre bei einem Wahlsieg erst der dritte Katholik nach Al Smith und John F. Kennedy im Weißen Haus. In Umfragen halten sich Bush- und Kerry-Wähler unter Katholiken die Waage.

Artikel vom 30.09.2004 |Christiane Oelrich, dpa |ron



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