Wird wohl auch nix in Afghanistan..

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Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Wird wohl auch nix in Afghanistan..

 
03.06.04 14:24
#1
03. Juni 2004

Ärzte ohne Grenzen beenden Arbeit in Afghanistan



Als Konsequenz auf den tödlichen Überfall auf fünf Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan hat die Organisation ihre Arbeit in dem Land am Donnerstag eingestellt. Der Angriff vom Mittwoch, zu dem sich die Taliban bekannt haben, war der tödlichste Anschlag auf Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen seit dem Sturz des radikalislamischen Regimes Ende 2001. Unbekannte hatten ein Fahrzeug, dass mit dem Logo von Ärzten ohne Grenzen deutlich gekennzeichnet war, mit Granaten und Sturmgewehren beschossen. Zwei Niederländer, ein norwegischer Arzt sowie zwei Afghanen wurden getötet.

'Unsere Aktivitäten werden zunächst landesweit eingestellt', sagte eine Sprecherin von Ärzten ohne Grenzen auf einer Pressekonferenz in Kabul. In den kommenden Wochen werde der Angriff analysiert. Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Organisation beschäftigt in Afghanistan 80 ausländische und 1.400 einheimische Mitarbeiter. Der Rückzug der Organisation spiegelt die zunehmende Angst, dass sich die desolate Sicherheitslage jenseits der Hauptstadt weiter verschärfen könnte.

Dessen ungeachtet besteht Präsident Hamid Karsai darauf, die Sicherheitslage im Griff zu haben. Afghanistan sei das sicherste Land in der Region, betonte er am Donnerstag. Zugleich zeigte er sich sehr bestürzt über den Zwischenfall vom Mittwoch. Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen waren in der Ortschaft Chair Chana rund 550 Kilometer westlich von Kabul aus dem Hinterhalt erschossen worden.

Karsai räumte ein, dass es immer wieder Zwischenfälle gebe. Diese gäben jedoch keinen Anlass für einen permanenten Alarmzustand. Die Vereinten Nationen forderten indessen mehr ausländische Soldaten an, um die Sicherheitslage zu verbessern. In einer UN-Erklärung wurde der Überfall auf die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen als vorsätzlicher brutaler Anschlag verurteilt, der auf eine Verschlechterung der Sicherheit in den letzten Monaten hindeute.

(N24.de, AP)



Wird wohl auch nix in Afghanistan.. MadChart
MadChart:

Da kann man mal wieder schön sehen,

 
03.06.04 14:31
#2
wie bescheuert diese Gotteskrieger eigentlich sind. Schießen Leute tot, die deutlich sichtbar als Ärzte zu erkennen sind, die ihrem eigenen Volk helfen wollen.

Da bleibt lediglich die Frage offen: Warum? Zuwenig Hirn? Zuviel Hass? Zuviel Religion?

Um nicht missverstanden zu werden: Mir gehts hier nur um die Sache, bzw. diesen  konkreten Vorfall und die momentane Lage der Bevölkerung. Man verschone mich bitte mit Geschichten von bösen Juden und Amerikanern, die sowieso letztlich an allem schuld sind.
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Mit "zuviel Hass" dürftest Du der Sache

 
03.06.04 14:44
#3
am nächsten kommen.
Wobei man durchaus fragen kann, wo dieser Hass herrührt.
Vielleicht ist dort ganz einfach schon zu lange Krieg und Besatzung, als dass man
Fremde, uns seien es auch Ärzte, als willkommene Helfer ansehen würde.
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. MadChart
MadChart:

Mag sein, Rheumax!

 
03.06.04 15:12
#4
Aber die Vorstellung, wie intensiv dieser Hass sein muss, um solche Taten zu begehen, lässt mich schaudern.

Wie gesagt: Da verrecken die eigenen Leute aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung und die ballern deutlich erkennbare, unbewaffnete Ärzte tot?

Obwohl ich für den Hass der Leute durchaus Verständnis aufbringe: Irgendwo muss es doch noch Grenzen geben und das Gehirn muss die Kontrolle über den Bauch übernehmen.

Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Vielleicht gibt es schon zu viele Märtyrer in der

 
03.06.04 15:25
#5
Familie, als dass man den Fremden nicht als Eindringling, als Feind ansehen und behandeln würde.
Und wenn ich hier täglich den Hass sehe, den einige schon beim Reizwort "Islam" entwickeln, ohne dass ein Moslem ihnen oder der Familie ein Haar gekrümmt hat...
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. lutzhutzlefutz
lutzhutzlefutz:

Komisch

 
03.06.04 15:37
#6
bei dieser Glaubensrichtung finde ich auch, wenn die Hinterbliebenen über tausende getötete bei einem Erdbeben heulen, sprengt sich jedoch jemand in die Luft, und reißt zehn Unschuldige mit in den Tod, dann ist er ein Held!

Ich wollte auch schon immer, daß sie mir ein Denkmal setzen! Wie werde ich Islami, und wie bastel ich eine wirksame Bombe?
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Etwas zum Artikel:

 
03.06.04 15:41
#7
Klingt seltsam, wenn ein Präsident, der sich nicht aus seiner Hauptstadt wagen kann und den man deshalb als "Bürgermeister von Kabul" verspottet, behauptet, "die Sicherheitslage im Griff" zu haben.
Mit deutscher Hilfe hält man dort ein Marionettenregime am Leben.
Ähnlichkeiten zum Irak sind natürlich rein zufällig.
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

4 Tote bei Anschlag auf ISAF-Patrouille in Kundus

 
16.06.04 10:37
#8
16. Juni 2004

Anschlag auf ISAF-Patrouille

Bombe tötet vier Menschen in Kundus


Beim Vorbeifahren eines Fahrzeugs der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF in der Stadt Kundus ist nach Angaben der örtlichen Polizei am Mittwoch eine Bombe explodiert. Dabei wurden vier Afghanen getötet. Der Sprengsatz sei auf einer vielbefahrenen Straße versteckt gewesen, sagte der Polizeichef der Provinz Kundus, Mutalib Bik. Unter den Toten sei auch der Fahrer des ISAF-Fahrzeugs. Ein weiterer Afghane sei verletzt worden. Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammed Omar, bestätigte den Tod von vier Afghanen. Nach der Explosion der Bombe sei es zu einem Verkehrsunfall gekommen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Unklar sei, ob der Fahrer durch die Bombe oder bei dem Unfall getötet wurde. Bei den drei anderen Opfern handele es sich um zwei Kinder und einen Greis.

Die Region Kundus galt bislang als vergleichsweise ruhig. In den vergangenen Tagen häuften sich jedoch die Hinweise auf verstärkte Aktivitäten von Rebellen im Norden Afghanistans. Am Donnerstag vergangener Woche wurde in der Provinz Kundus ein Lager mit chinesischen Straßenarbeitern überfallen. Dabei wurden elf Arbeiter und ein afghanischer Wachmann getötet. Als Täter verdächtigte Polizeichef Beg Anhänger des Rebellenführers Gulbuddin Hekmatyar. Die Umgebung des Überfalls gilt als Hochburg von dessen Miliz Hisb-i-Islami, die sich den Taliban-Kämpfern in ihrem Widerstand gegen die Zentralregierung in Kabul angeschlossen haben.

Zuvor wurden im abgelegenen Nordwesten des Landes am 2. Juni fünf Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erschossen. Es wird vermutet, dass die Rebellen vor den geplanten Wahlen im September ihren Aufstand verstärken wollen.



Berlin plant angeblich zweites Aufbauteam

In der Gegend um Kundus sind etwa 200 deutsche Soldaten stationiert. Deren Aufgabe ist es, durch ein sicheres Umfeld die afghanische Zentralregierung sowie die internationalen zivilen Aufbauhelfer dabei zu unterstützen, den Wiederaufbau und humanitäre Arbeiten auch in den Provinzen zu ermöglichen. Die Nato, der die rund 6500 ISAF-Soldaten unterstehen, hatte einer Ausweitung der Truppe über ihren bisherigen Stationierungsort, die Hauptstadt Kabul und Umgebung, hinaus im Oktober 2003 zugestimmt.

Wie die "Financial Times Deutschland" am Mittwoch unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Berlin berichtete, wird Deutschland ohne Beteiligung anderer Staaten ein zweites militärisch-ziviles Aufbauteam in Afghanistan einrichten. Ursprünglich sollte das neue PRT laut "FTD" in Faisabad in der Region Kundus mit Hilfe der Niederländer entstehen. Doch die Regierung in Den Haag habe entschieden, ein eigenes PRT an einem anderen Ort einzurichten. Der von den USA unterstützte afghanische Präsident Hamid Karsai hatte die Nato um die Stationierung zusätzlicher Truppen gebeten.

(N24.de, AFP, AP)
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Rheumax:

Taliban macht Jagd auf Bundeswehr

 
18.06.04 08:20
#9
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1544464Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1544464
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Für deutsche Soldaten ist die Lage am Hindukusch gefährlicher geworden (ddp)Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1544464
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18. Juni 2004

Sicherheitslage in Afghanistan stark verschlechtert

Operierten die Kämpfer der Taliban und der Al-Qaida bislang hauptsächlich im Süden Afghanistans, so haben sie jetzt offensichtlich ihre Terroraktionen in den Norden des Landes ausgeweitet. Das zeigen die schweren Anschläge der letzten Tage in Kundus und Umgebung. Die Taliban legten es darauf an, "die Bundeswehr aus Kundus zu vertreiben", erklärten am Donnerstag westliche Geheimdienstkreise in der afghanischen Hauptstadt Kabul.

"Die Sicherheitslage am Hindukusch hat sich drastisch verschlechtert", sagte ein Vertreter des Bundesnachrichtendienstes (BND). Es gebe Anzeichen dafür, dass der berüchtigte Paschtunenführer Gulbuddin Hekmatyar auch hinter dem Attentat auf den Jeep der Bundeswehr in Kundus stecke. Dabei kam der afghanische Fahrer, der den Wagen mit dem ISAF-Emblem zur Reparatur fuhr, ums Leben. Die deutschen Soldaten hatten Glück, dass keiner von ihnen in dem Fahrzeug saß.

                              

"Besatzer aus dem Land jagen"

Es gibt nach Aussage der Geheimdienste "ernst zu nehmende Hinweise" darauf, dass sich Hekmatyar mit den wieder erstarkten Taliban und der Al-Qaida von Osama Bin Laden "verbündet" hat, um die Wahlen in Afghanistan im September zu verhindern, die Regierung von Hamid Karsai in Kabul zu stürzen und die "Besatzer aus dem Land zu jagen". Hekmatyar gilt als der brutalste Warlord am Hindukusch. Sein Credo lautet: "Wie im Irak werden wir auch in Afghanistan siegen".

Wie ernst die Situation eingeschätzt wird, geht aus Reaktionen in Deutschland hervor. In erster Linie kritisieren Generale, dass die 230 Bundeswehrsoldaten im "Wiederaufbaustützpunkt" Kundus rund 300 Kilometer nördlich von Kabul "zu leicht bewaffnet sind". Die stärkste Waffe, über die sie verfügen, ist ein Maschinengewehr. Außerdem fehlen gepanzerte Radfahrzeuge. Es sei ja grundsätzlich richtig, dass die Bundeswehr in Kundus gegenüber der Bevölkerung "nicht militärisch auftreten will". Aber für die Soldaten müsse trotzdem ein "absoluter Schutz gewährleistet sein". Ein neues "Schutzprogramm" für die in Afghanistan eingesetzten Soldaten sei "unbedingt nötig", betonten die Offiziere.

Konzept der Aufbauteams umstritten

Schon fordert der Vorsitzende des Bundeswehr-Verbandes, Oberst Bernhard Gertz, eine Überprüfung des Konzepts der Aufbauteams für Afghanistan. Er spricht von einer "ziemlich kritischen Situation", in der sich die Bundeswehr "nicht mehr so locker" mit ungepanzerten Fahrzeugen bewegen könne. Man müsse sich fragen lassen, ob das Konzept wirklich tauglich sei für die Stabilisierung der Zentralregierung in Kabul. Der Unions-Wehrexperte Christian Schmidt sagte, die aktuelle Entwicklung in Afghanistan ermutige nicht dazu, das Konzept der Aufbauteams unverändert fortzusetzen. Die Bundesregierung will jedoch daran festhalten.

Zahlreiche Generale stehen den Plänen Berlins, ein zweites deutsches militärisches Wiederaufbauteam in Feisabad gut 200 Kilometer von Kundus entfernt zu errichten, skeptisch gegenüber. Dies sei angesichts der "neuen, gefährlichen Sicherheitslage nicht zu verantworten", sagte einer der Generale. Er verwies darauf, dass sich die anderen Nato-Partner "schön zurückhalten", obwohl sie versprochen hätten, auch Aufbaustützpunkte zur Stabilisierung der Lage in Afghanistan einzurichten.

Nato-Partner halten sich mit Nachschub zurück

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer fordert seit langem mehr Truppen für die ISAF-Mission in Afghanistan. Italien, Spanien, Skandinavien und die Türkei hatten zugesagt, dem Beispiel Deutschlands zur Errichtung von Wiederaufbaustützpunkten - PRTs (Provincial Reconstruction Teams) - zu folgen. Bis jetzt blieb es bei "leeren Worten". Aus diplomatischen Kreisen in Brüssel war zu hören, dass es bei dem Nato-Gipfel Ende des Monats in Istanbul wohl wie beim Hornberger Schießen zugehen wird, was die Entsendung von mehr Nato-Soldaten an den Hindukusch betrifft.

(N24.de, ddp)


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Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Bundeswehr = Komplizin der Dealer und der Folterer

 
30.06.04 09:16
#10
Jürgen Elsässer
 
Drogen und Folter
 
NATO-Gipfel: Mehr Truppen für Afghanistan
 
Modenschau in Istanbul: Auf dem NATO-Gipfel präsentierte sich am gestrigen Dienstag der von der Branche zum bestangezogensten Politiker der Welt gewählte afghanische Präsident Hamid Karsai. Edel und nobel sind auch seine Vorstellungen von der Zukunft des Landes: Im September sollen dort erstmals seit dem Sturz der Taliban Wahlen stattfinden. Karsai sprach von einem »bemerkenswerten Erfolg« bei der Registrierung der Wahlberechtigten, schon 5,2 Millionen Bürger hätten sich in die entsprechenden Listen eingetragen.

Aber die Begeisterung für Freedom and Democracy à la Karsai kann am Hindukusch nicht allzu groß sein, sonst hätte der Präsident nicht gleichzeitig um zusätzliche Truppen für den Schutz des Urnenganges ersuchen müssen. Tatsächlich sind bei Anschlägen seit letzten August über 800 Menschen getötet worden. Der NATO-Beschluß vom Montag freilich, die derzeit 6 500 Soldaten des Bündnisses durch 3 500 weitere zu verstärken, steht bislang nur auf dem Papier. Völlig offen ist nämlich, welche Staaten für diesen Zweck Kanonenfutter zur Verfügung stellen werden. Es muß befürchtet werden, daß der deutsche Wehrminister sich wieder einmal nach vorne drängelt. Schon jetzt stellt Deutschland das größte NATO-Kontingent am Hindukusch – kein Wunder, nach einem geflügelten Wort Peter Strucks findet die Verteidigung der Heimat bekanntlich gerade dort statt. Als die Niederlande vor kurzem dankend ablehnten, sich am Aufbau des deutschen Stützpunktes in Kundus zu beteiligen, hörte man aus dem Bendlerblock die zackige Mitteilung, man könne das auch alleine.

Die Grünen um ihren Militärexperten WinfriedNachtwei, ein abgehalfterter Pazifist von Fischers Gnaden, halten dem lädierten Struck dabei die Stange. Erfreulicherweise wächst in allen anderen Parteien der Zweifel am Sinn der Afghanistan-Mission. Besonders FDP und CSU haben Bauchschmerzen, weil das Heroin in Europa mittlerweile – so vertrauliche Angaben aus dem Auswärtigen Amt – zu 80 Prozent vom Hindukusch kommt. »Die Bundeswehr ist gezwungen, den Drogenanbau zu schützen«, wetterte etwa der FDP-Bundestagsabgeordnete Jörg van Essen. Die USA drängen derzeit darauf, daß dies auch so bleibt, um die von der Arbeit der Mohnbauern profitierenden Warlords nicht gegen die Wahlen aufzubringen.

Das Gegenteil, die harte Gangart, sollte man sich aber von den Besatzern auch nicht wünschen. Schon bisher galten am Hindukusch dieselben Verhör- und Folteranweisungen der US-Army wie im Irak – leider war das Medieninteresse weitaus geringer. Solange die Bundeswehr nicht abzieht, ist sie Komplizin – der Dealer und der Folterer.
artikel_ende
   
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. hjw2
hjw2:

Exportfirma als geheimes US-Gefängnis

 
12.07.04 22:43
#11
Norman Griebel

Exportfirma als geheimes US-Gefängnis

Mutmaßliches Verhörzentrum in Kabul gestürmt. Washington distanzierte sich von Verhafteten

Neben den bekannten – oder besser: berüchtigten – großen US-Gefangenenlagern wie beispielsweise Guantánamo Bay (Kuba) und Abu Ghraib (Irak) betreiben die USA weltweit noch zahlreiche weitere, allerdings der höchsten Geheimhaltung unterliegende Gefängnisse, wo die vorgeblich wirklich »dicken Fische« des Terrorismus wie Ramzi Binalschib festgehalten werden. Eines dieser geheimen Verhörzentren ist laut CNN vermutlich in der afghanischen Hauptstadt Kabul entdeckt worden. Demnach wurden nach einem Feuergefecht mit afghanischen Sicherheitsbeamten vor einigen Tagen drei US-Bürger und vier Afghanen verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, illegal Menschen gefangengehalten und verhört zu haben. Nach Polizeiangaben in Kabul wurden mehrere Afghanen in dem Haus gefunden, die dort festgehalten worden sind. Ihre Bewacher trugen der Polizei zufolge militärische Uniformen.

Noch bevor die Verhaftungen international bekanntgeworden waren, hatte sich das US-Militär von einem der später Verhafteten, Jonathan »Jack« Idema, distanziert. »Die Öffentlichkeit sollte sich bewußt sein, daß Idema nicht die amerikanische Regierung repräsentiert und wir ihn nicht angestellt haben«, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur AP am vergangenen Donnerstag verbreiteten Erklärung. Bei Idema soll es sich um ein ehemaliges Mitglied der Eliteeinheit »Green Berets« handeln. Er kam Ende 2001 nach Afghanistan, kurz nachdem das Land unter US-Führung erobert worden war.

Nach Angaben des afghanischen Innenministers Ali Ahmad Jalali arbeiteten die Verhafteten unter dem Deckmantel einer Exportfirma im Stadtteil Kart-e-Parwan. Journalisten waren von Angehörigen des afghanischen Geheimdienstes stets daran gehindert worden, sich dem als Gefängnis genutzten Haus zu nähern oder Anwohner zu befragen.
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. SchwarzerLord
SchwarzerLor.:

Ach der Rheumax.

 
13.07.04 07:48
#12
Wie an anderer Stelle auch frage ich dich hier: Nenn uns die Lösung des Problems. Was sind die Alternativen? Alles abziehen und dem Chaos überlassen, oder gar die Taliban-Überreste samt Al-Kaida wieder an die Macht bringen?  
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Happy End
Happy End:

*lol*

 
13.07.04 07:49
#13
Der Meister der Phrase fordert Alternativlösungen.
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Oh je, seine ach so schwarze Lordschaft

 
13.07.04 09:25
#14
Die Lösung ist jedenfalls nicht, Länder mit Krieg zu überziehen, weil einem die Regierung nicht passt und eigene militärische Stärke dieses ermöglicht. Auch wenn man später kleinlaut um Hilfe bitten muss und andere für Besatzung und Aufbau herhalten und zahlen sollen.
Dies gilt für Afghanistan genauso wie für den Irak, wo ein Bill Clinton erst dieser Tage eingestanden hat, dass Amerikas Krieg gegen den Irak ein Fehler war - ohne "sorry".

Dass es in Afghanistan durch Krieg und Besatzung nichts zu gewinnen gibt, haben Kenner wie Scholl-Latour vorausgesehen und es bestätigt sich von Tag zu Tag mehr.
Karsai, der "Bürgermeister von Kabul" erweist sich als Marionette, die sich aus der Stadt nicht hinauswagen kann, weil im Hinterland längst wieder  - oder immer noch?! - die Warlords und Taliban das Sagen haben.

Die USA setzen lieber auf ihr Militär als auf Diplomatie.
Und dabei sollten wir sie in Afghanistan genausowenig unterstützen wie im Irak.
Die sollen den Mist, den sie in ihrer Überheblichkeit anstellen, gefälligst selber ausbaden.
Und nicht unsere Soldaten.

Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Autobombe gegen US-Soldaten in Kandahar

 
23.07.04 09:19
#15
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Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1585231a.relaunch.focus.de/_.gif" style="max-width:560px" border=0>Kandahar (dpa) - Bei der Explosion einer Autobombe nahe dem südafghanischen Kandahar sind mindestens zwei US-Soldaten schwer verletzt worden. Das meldet die afghanische Nachrichtenagentur AIP unter Berufung auf Augenzeugen und offizielle Quellen. Möglicherweise gab es auch Tote. Es war der erste Autobomben-Anschlag in der früheren Taliban-Hochburg. Er richtete sich gegen einen Konvoi von US-Armeefahrzeugen.
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Rheumax:

Weitere Angriffe angedroht

 
28.07.04 09:04
#16
Ärzte ohne Grenzen stellt Arbeit in Afghanistan nach Morden ein

Organisation verlässt nach 24 Jahren in Afghanistan

Kabul - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen stellt ihre Arbeit in Afghanistan nach dem Mord an fünf Mitarbeitern ein. "Ärzte ohne Grenzen zieht sich nach 24 Jahren unabhängiger Hilfe für die afghanische Bevölkerung aus Afghanistan zurück", teilte die Organisation am Mittwoch mit. Als Grund nannte sie "Morde, Drohungen und Unsicherheit". Die Entscheidung sei gefallen, nachdem am 2. Juni fünf Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen bei einem Angriff gestorben seien und die afghanische Regierung es nicht geschafft habe, "glaubwürdige Ermittlungen" einzuleiten. Zudem seien den Mitarbeitern der Organisation weitere Angriffe angedroht worden. (AFP)

28.07.04, 07:54 Uhr
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Sieh an..

 
29.07.04 09:52
#17
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1591294Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1591294
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1591294Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1591294
Rückzug nach 24 Jahren: "Ärzte ohne Grenzen" beenden ihre Misssion in Afghanistan (AFP)Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1591294
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1591294Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1591294
28. Juli 2004

Flucht vor der Gewalt

"Ärzte ohne Grenzen" verlassen Afghanistan

Nach 24 Jahren beendet die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" wegen der Sicherheitsprobleme und der anhaltenden Bedrohung für ihre Mitarbeiter ihren Einsatz in Afghanistan. Die international als Médecins sans frontières (MSF) bekannte Organisation begründete ihren Rückzug am Mittwoch mit den Morden an fünf Mitarbeitern im Juni. Dabei richtete sie schwere Vorwürfe an die Regierung in Kabul wegen der Unsicherheit sowie an die US-geführte Koalition, der sie eine "zunehmende Instrumentalisierung der Hilfe" vorhielt. In Afghanistan ist für Anfang Oktober die Präsidentschaftswahl geplant. Die NATO mobilisiert zur Sicherung der Wahl zusätzliche Soldaten.

Der Regierung in Kabul warf MSF vor, sie komme ihrer Verantwortung nicht nach, die Sicherheit humanitärer Helfer im Land zu gewährleisten. Die Ärzte-Organisation sei "wütend und traurig, dass wir die afghanische Bevölkerung nach so vielen Jahren in ihrer Not allein lassen müssen", erklärte MSF-Generalsekretärin Marine Buissonnière. MSF könne aber "die Sicherheit unserer Kollegen nicht aufs Spiel setzen, wenn Kriegsparteien humanitäre Helfer zur Zielscheibe erklären". Die radikalislamischen Taliban wollten keine unabhängige und unparteiische humanitäre Hilfe akzeptieren.

                              

5 tote MSF-Mitarbeiter

Bewaffnete hatten am 2. Juni fünf MSF-Mitarbeiter - eine Belgierin, einen Norweger, einen Holländer und zwei Afghanen - in einen Hinterhalt gelockt und erschossen. Für die Bluttat in der Provinz Badghis im Nordwesten Afghanistans habe ein Taliban-Sprecher die Verantwortung übernommen, betonte Ärzte ohne Grenzen. Weder seien aber die Schuldigen verhaftet worden, noch sei deren Festnahme überhaupt öffentlich verlangt worden. Die Taliban beschuldigten MSF zu Unrecht, für amerikanische Interessen zu arbeiten, erklärte die Organisation. Mit weiteren Angriffen sei zu rechnen.

Der US-geführten Koalition in Afghanistan warf MSF vor, sie missbrauchten humanitäre Hilfe "ständig für ihre militärischen und politischen Ziele". Die Hilfe werde deswegen "nicht mehr als unparteilich und neutral angesehen"; dies gefährde "die Helfer und die Hilfe selbst". Erst im Mai habe MSF gegen Flugblätter der Koalition protestiert, in denen die Afghanen zur Weitergabe von Informationen über die Taliban oder Al-Qaida aufgefordert wurden, wenn sie weiterhin humanitäre Hilfe erhalten wollten.

25-jährige Hilfe in Afghanistan

Die "Ärzte ohne Grenzen" hatten nach Beginn der sowjetischen Besatzung 1979/80 ihre Arbeit in Afghanistan aufgenommen und seitdem Millionen von Menschen mit medizinischer Hilfe versorgt. Zuletzt war die Organisation in 13 Provinzen mit 80 Ausländern und 1.400 Afghanen im Einsatz. Ihre Hilfsprogramme unter anderem zur allgemein-medizischen Versorgung, zur Verbesserung der Frauengesundheit sowie zum Kampf gegen Tuberkulose sollen nun in den kommenden Wochen an das Gesundheitsministerium in Kabul sowie andere Organisationen übergeben werden.

(N24.de, AFP)

Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Gefährliches Spiel, Herr Struck!

 
12.09.04 11:50
#18
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Bundeswehrsoldaten in Kundus. (ddp)Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1637404n24.de/images/blind.gif" style="max-width:560px" >
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11. September 2004

Bundeswehr allein unter Warlords

Hilfe würde 15 Stunden dauern - oder gar nicht möglich sein

Sie stehen im nordostafghanischen Faisabad nahe der chinesischen Grenze auf einsamem Posten: Der "Alleingang" der Bundeswehrsoldaten in den weitab von Kabul in der Provinz Badakschan gelegenen Ort stößt bei zahlreichen Generalen immer mehr auf herbe Kritik. Sie werfen Bundeswehrchef Peter Struck (SPD) vor, mit der Abkommandierung eine "Entscheidung ohne Konzept" getroffen zu haben. Die Niederländer, die ursprünglich mit den Deutschen mitmachen wollten, nahmen wie mehrere andere Nationen, unter ihnen die Skandinavier und Spanier, "Abstand vom Gang nach Faisabad".

Struck hatte klar gemacht, dass es in Faisabad zunächst nicht wie im ersten regionalen Wiederaufbauteam der Bundeswehr im nordafghanischen Kundus um Entwicklungshilfe, sondern um die Absicherung der für den 9. Oktober geplanten Präsidentschaftswahlen geht. Daher fragte ein für die Auslandseinsätze zuständiger General stellvertretend für "viele seiner Kameraden": "Warum sollen wir mit nur wenigen Soldaten ausgerechnet im total abgelegenen äußersten Nordostzipfel Afghanistans präsent sein, um die Wahlen sichern zu helfen?"

                              

Allein in Faisabad

Ein Vorauskommando der Bundeswehr ist mit 20 Mann gerade dabei, den Einsatz von 85 Soldaten im stark vom Islam geprägten Faisabad vorzubereiten. Im Gegensatz zu den in Kundus bereits stationierten 270 deutschen Soldaten wird die Einheit in Faisabad keine von der Bundesregierung geförderten zivilen Hilfsprojekte schützen können. Das Entwicklungshilfeministerium lehnte die Entsendung ziviler Helfer aus Geldmangel ab. Schon kam es am vergangenen Dienstag in Faisabad zu gewalttätigen Demonstrationen, bei denen Mitarbeiter einer britischen Hilfsorganisation verletzt wurden. "Wie es sich zeigt, sind in Faisabad weder Entwicklungshelfer noch unsere Soldaten willkommen", erläuterte der General.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Christian Schmidt (CSU), erklärte der Nachrichtenagentur ddp: "Die Rahmenbedingungen für den Einsatz der Bundeswehr in Faisabad sind denkbar ungünstig". Struck habe die Frage offen gelassen, wie die Sicherheit der Bundeswehrsoldaten dort gewährleistet werden kann. Die Stadt sei von außen nur schwer zugänglich und daher im Notfall von schneller Unterstützung ausgeschlossen. "Das Risiko für unsere Soldaten ist im Vergleich zum Nutzen zu hoch", unterstrich Schmidt. Die Bundesregierung wisse selber, wie riskant der Einsatz werden könne.

Hilfe kommt – in 15 Stunden

Von Kundus aus, von dem in einem "Fall X" erste Hilfe kommen könnte, würde ein Konvoi bis zum rund 300 Kilometer entfernten Faisabad auf den schlechten Straßen bis zu 15 Stunden brauchen. Zudem sind die Gebirgspässe im Winter unpassierbar. Hubschrauber müssten dann unter der Bedrohung von Raketen der Taliban die engen Täler durchfliegen.

Die Soldaten sind darüber hinaus im Faisabad besonders möglichen Kämpfen der afghanischen Warlords um die weiter steigenden Einnahmequellen durch Drogen ausgeliefert. Die Provinz gehört zu den bedeutendsten Mohnanbaugebieten Afghanistans. "Wir dürfen und wollen natürlich in keinen Zusammenhang mit dieser Problematik kommen. Aber, was passiert, wenn wir ungewollt in einen Zwischenfall mit den Warlords hineingeraten?", fragte einer der Generale im vertraulichen Gespräch.

Bei der NATO in Brüssel wird der Abmarsch der Bundeswehr nach Faisabad allerdings begrüßt. Der Einsatz der insgesamt 6400 ISAF-Soldaten am Hindukusch wird als Testfall für die "neue NATO" angesehen, weil ihre Missionen nicht mehr vorrangig der Territorialverteidigung, sondern dem Kampf gegen den Terrorismus gelten. Ein hoher NATO-Offizier wies jedoch darauf hin, dass es die militärische wie die zivile Führung des Bündnisses "sehr bedauern, dass es die NATO-Länder nicht fertig bringen, die dringende Bitte des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai nach größerer Truppenpräsenz der Allianz in Afghanistan zu erfüllen".

Doch wird auch in der NATO mit einer "gefährlichen Steigerung" der Angriffe der Taliban gerechnet, je näher der Wahltermin rückt. Es werden "erbarmungslose Attacken" der Taliban- und der Al-Qaida-Kämpfer auch gegen die ISAF-Soldaten befürchtet. Daher äußern sich die westlichen Geheimdienste in Kabul "sehr besorgt" über die Entwicklung. Ein Indiz: Am Donnerstagabend wurde Kabul von den Taliban mit fünf Raketen angegriffen, von denen eine in der Nähe des Bundeswehrlagers "Camp Warehouse" einschlug.

(N24.de, ddp)

Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Sobald die Taliban für Truppenreduzierung in Herat

 
12.09.04 12:59
#19
gesorgt haben, wird auch das Interesse an der deutschen Unterstützung für die Amis in Afghanistan wachsen :-(
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Verweigerte Hilfeleistung?

 
15.09.04 09:32
#20

Rainer Rupp
 
Verweigerte Hilfeleistung
 
Afghanistan: Bundeswehrsoldaten schauten bei Übergriffen weg. US-Besatzer säen neuen Haß
 
Die Taliban scheinen ihre Drohungen, die Präsidentschaftswahlen zur Bestätigung der von den USA eingesetzten Marionette Hamid Karsai zu sabotieren, mit einer Serie von Terroranschlägen quer durch Afghanistan in die Tat umzusetzen. Wie gewohnt antwortet das US-Militär mit massiven Luftschlägen gegen mutmaßliche Talibankämpfer, ohne dabei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu nehmen. So wurden bei dem jüngsten Blutbad am Montag laut US-Militärangaben 22 angebliche Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer in der südafghanischen Provinz Sabul von US-Kampfhubschraubern getötet. Dabei spielen die USA mit dem wahllosen Einsatz ihrer Feuerkraft dem afghanischen Widerstand lediglich in die Hände, wobei der Haß gegen die westliche Fremdherrschaft inzwischen keinen Unterschied mehr zwischen westlichen Besatzungssoldaten und privaten
oder UNO-Hilfsorganisationen macht.

Am Montag sah sich die UNO gezwungen, ihr gesamtes Personal aus der westlichen Provinzhauptstadt Herat abzuziehen, nachdem die US-Regierung am Tag zuvor den mächtigen »Löwen von Herat«, den gefürchteten Kriegsherrn und Widersacher Karsais Ismail Khan, mit großem militärischen Aufgebot aus seinem Amt gejagt hatte. Dutzende Anhänger Khans wurden getötet oder verwundet. Formal war Ismail Khan vom Staatschef als Gouverneur der Provinz abgesetzt worden. Der neue Gouverneur, der kaum bekannte Syed Mohammad Khirkhah, hat sich inzwischen unter dem massivem Schutz des US-Militärs und 1000 Soldaten der »neuen« afghanischen Armee in seinem Amtssitz in Herat verschanzt. Ob er von dort auch die ihm feindliche Umgebung regieren kann, ist eine andere Frage.

Unglücklicherweise hatte der lokale UN-Vertreter den Sturz von Khan »als positiven Schritt« begrüßt. Wütende Menschenmengen hatten daraufhin die Büros der UNO und von Nichtregierungsorganisationen in Herat geplündert und in Brand gesteckt. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet und 50 verletzt. Nachdem die UNO bereits gezwungen war, ihre internationalen Mitarbeiter aus dem Irak abzuziehen, steht sie nun vor der gleichen Frage für Herat und womöglich bald für ganz Afghanistan. Das ist der Preis der Parteilichkeit und die Folge der Instrumentalisierung der Weltorganisation für US-Zwecke.

Derweil wächst in der BRD in den Reihen von Union und FDP die Kritik am weiteren Einsatz deutscher Soldaten außerhalb von Kabul im Rahmen der sogenannten Wiederaufbauteams in Kundus und Feisabad. Nach Berichten, Bundeswehrsoldaten im nordafghanischen Faisabad hätten einer von Demonstranten angegriffenen Schweizer Hilfsorganisation keine Hilfe geleistet und weggeschaut, forderte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Christian Schmidt (CSU), Aufklärung. Bevor das Mandat für die deutschen Wiederaufbauteams in Afghanistan verlängert werde, müsse »klar sein, welche Aufgaben die Bundeswehr in Faisabad hat und ob sie für die Sicherheit von Hilfsorganisationen verantwortlich ist«. Der Bundestag stimmt im Oktober über die Verlängerung des Afghanistan-Mandats ab.
   

Wird wohl auch nix in Afghanistan.. BarCode
BarCode:

Rheumax: Schon die ersten Sätze:

 
15.09.04 10:21
#21
"Die Taliban scheinen ihre Drohungen, die Präsidentschaftswahlen zur Bestätigung der von den USA eingesetzten Marionette Hamid Karsai zu sabotieren, mit einer Serie von Terroranschlägen quer durch Afghanistan in die Tat umzusetzen. Wie gewohnt antwortet das US-Militär mit massiven Luftschlägen gegen mutmaßliche Talibankämpfer, ohne dabei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu nehmen."

Kommentar siehe dein Irak-Thread.

Gruß BarCode
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Antwort:

 
15.09.04 10:26
#22
s. Irak-Thread!  :-)

Gruß
Rheumax
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. BarCode
BarCode:

dito! o. T.

 
15.09.04 11:04
#23
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Angriff auf Bundeswehrlager in Kundus

 
30.09.04 10:12
#24

Angriff auf Bundeswehrlager in Kundus - Zwei Verletzte

US-Soldaten patroullieren in Kundus, die Bundeswehr ist für Wiederaufbau zuständig. Berlin/Bern/Kabul - Wenige Stunden vor der Bundestagsabstimmung über eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr sind zwei deutsche Soldaten in Kundus bei einem Granatenangriff verletzt worden. Wie das Verteidigungsministerium in Berlin am Mittwochabend mitteilte, sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Der Zustand der Soldaten sei stabil.

Auch zwei Schweizer Offiziere verletzt

Die Sicherheitsvorkehrungen seien sofort verschärft worden. Die Lage nach dem Granateneinschlag sei ruhig geblieben, hieß es. Nach Angaben von Schweizer Behörden wurden auch zwei Schweizer Offiziere, die in dem Lager stationiert sind, bei dem Angriff leicht verletzt. Auch sie seien ärztlich behandelt worden, hieß es in Bern.

In Kundus sind derzeit 269 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie gehören zu einem von zwei deutschen Wiederaufbauteams in dem vom Krieg zerstörten Land. Insgesamt stellt die Bundeswehr für den internationalen Afghanistan-Einsatz mit UN-Mandat und unter NATO- Führung 2.250 Soldaten zur Verfügung. Derzeit sind davon 1.550 Soldaten in der Internationalen Schutztruppe ISAF in Kabul.

Bundestag will Verlängerung des Einsatzes beschließen

An diesem Donnerstag stimmt der Bundestag über die Verlängerung des Bundeswehr-Mandats für Afghanistan ab. Nur die FDP will die Misson ablehnen, weil die beiden deutschen Wiederaufbauteams im Norden des Landes ihrer Meinung nach unterbesetzt sind. (ha/dpa)  
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Depothalbierer
Depothalbierer:

Wir müssen sparen !!

 
30.09.04 10:22
#25
Lösung:
sofortiger Abzug aller deutschen Truppen aus Afghanistan, das spart uns über kurz oder lang nicht nur ne Menge Geld, sondern auch Menschenleben.

Seit Menschengedenken wird aufgebaut, damit man es nachher wieder niederhaut.

Warum sind wir immer die Deppen, die Alles wieder aufbauen, das sollen doch lieber die machen, die vorher zerstören.
Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax
Rheumax:

Mysteriös?

 
30.09.04 10:24
#26
Kundus
Blutige Attacke bleibt mysteriös

Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1657785 Wird wohl auch nix in Afghanistan.. 1657785
Der Tod lauert an jeder Ecke
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| 30.09.04 |
Der heimtückische Granatenangriff auf deutsche Soldaten in Kundus mit mehreren Verletzten pünktlich vor der Bundestagsabstimmung über eine Verlängerung des Engagements wirft Fragen auf

Bundeswehr und afghanische Sicherheitsbehörden nahmen inzwischen die Untersuchungen auf. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft. Wie das Verteidigungsministerium am Donnerstag weiter mitteilte, wird Minister Peter Struck (SPD) fortlaufend über die Untersuchungen informiert.

Wenige Stunden vor der Bundestagsabstimmung über eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr waren am Mittwoch in Kundus zwei deutsche Soldaten verletzt worden. Die Verletzungen der beiden Männer seien nicht lebensgefährlich, ihr Zustand sei stabil. Nach Angaben von Schweizer Behörden wurden auch zwei Schweizer Offiziere, die in dem Lager stationiert sind, leicht verletzt. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda meldete, stehen die Offiziere unter Schock und werden ärztlich behandelt.

Dem Granateneinschlag um kurz nach 19 Uhr deutscher Zeit am Mittwochabend war eine Explosion in einigen 100 Metern Entfernung zum deutschen Lager vorausgegangen.

Hintergrund: In Kundus sind derzeit 269 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie gehören zu einem von zwei deutschen Wiederaufbauteams in dem vom Krieg zerstörten Land. Insgesamt stellt die Bundeswehr für den internationalen Afghanistan-Einsatz mit UN-Mandat und unter Nato-Führung 2250 Soldaten zur Verfügung. Derzeit sind davon 1550 Soldaten in der Internationalen Schutztruppe ISAF in Kabul.

Heute stimmt der Bundestag über die Verlängerung des Bundeswehr-Mandats für Afghanistan ab. Nur die FDP will die Mission ablehnen, weil die beiden deutschen Wiederaufbauteams im Norden des Landes ihrer Meinung nach unterbesetzt sind.

Das deutsche Militärengagement in Afghanistan wurde bereits durch mehrere schwerwiegende Zwischenfälle getrübt. Insgesamt starben seit Beginn des ISAF-Einsatzes im Januar 2002 14 deutsche Soldaten.

Am 6. März 2002 wurden zwei Bundeswehr-Angehörige bei einer Raketenexplosion auf einem Sprengplatz in der Nähe der afghanischen Hauptstadt Kabul getötet. Eine Kommission kam später zu dem Ergebnis, dass das Unglück Folge grober Fahrlässigkeit war. Am 21. Dezember 2002 starben sieben Bundeswehrsoldaten bei einem Hubschrauberabsturz nahe Kabul. Am 29. Mai 2003 kam ein Soldat bei einer Minenexplosion bei Kabul ums Leben. Am 7. Juni 2003 schließlich wurden vier Bundeswehrsoldaten durch einen Autobombenanschlag der Terror-Organisation El Kaida bei Kabul getötet und 29 verletzt.

Wird wohl auch nix in Afghanistan.. Rheumax

@Depothalbierer

 
#27
Du bist dagegen, dass deutsche Soldaten für die Freiheit sterben, welche die Amerikaner Afghanistan gebracht haben?
Habe hier den Eindruck, dass es den Leuten wurscht ist, was da vorgeht.
Und heute werden sie im Bundestag durch die Bank brav die Pfötchen hochheben und die Bundesjahr noch mal ein Jahr die Suppe auslöffeln lassen, welche die Amis dank ihres kriegsgeilen Führers eingebrockt haben.


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