Applied Materials: Neue Technologie soll Milliardenumsatz
bringen
\"Wir rutschen auf dem Boden unseres Marktes entlang\"
Auf der zur Zeit stattfindenden Semicon West, einer Spezial-Messe für den
Chip-Equipment Sektor, startet Applied Materials eine Initiative zur
„Nanochip-Revolution“.
Darunter versteht das Unternehmen, die Strukturbreiten zukünftiger Chips auf
unter 100 Nanometer zu drücken. Gegenwärtig gewinnt die Fertigung von Chips
in der 130-nm-Technologie an praktischer Bedeutung. Mit der immer feiner
werdenden Struktur gelingt es, eine wachsende Anzahl von Verbindungen auf
einer Breite unterzubringen, die dem Durchmesser eines menschlichen Haares
entspricht. Die Chip-Flächen werden dadurch insgesamt kleiner. Zur gleichen
Zeit lassen sich mehr Chips produzieren, die zudem noch weniger Strom
verbrauchen und schneller arbeiten können.
Applied Materials hat zusammen mit Kunden erste Prototypanlagen in Betrieb
genommen, die in der Lage sind, Chip-Strukturen unter 100 Nanometer zu
fertigen. Unternehmenschef Morgan glaubt, dass die ersten Folgeaufträge noch
in diesem Jahr platziert werden. Er rechnet damit, dass die neue Technologie in
einem Zeithorizont von zwei bis fünf Jahren zur Massenfertigung eingesetzt wird.
Dabei könnte sich für Applied Materials ein Potenzial von einigen Milliarden Dollar
auftun. Schon jetzt seien 70% des letzten Quartalsumsatzes auf neuere
Technologien unterhalb von 250 Nanometer Strukturbreite entfallen. Das belege
den Trend zu immer feineren Chips, so Morgan in einem Interview mit dem
Nachrichtendienst Bloomberg.
Der weltgrößte Hersteller von Produktions-Equipment für Chips peilt an, in
einigen Jahren 20 Mrd.$ pro Jahr umzusetzen.
Auf die Frage, ob denn nun der Boden im Halbleiter-Sektor erreicht sei, stellt
Morgan die aktuelle Situation so dar: „Es sieht so aus, als ob wir auf dem Boden
entlang rutschen. Die Kunden halten neue Aufträge noch zurück. Wenn sie frei
gegeben werden, kommen sie alle zur gleichen Zeit. Das könnte noch dieses
Jahr losgehen.“
Datquest hat in einer aktuellen Studie zum Chip-Equipment herausgearbeitet,
dass die Beschaffungsmaßnahmen der Halbleiterhersteller in den nächsten
zwölf Monaten vor allem von der Technologie getrieben werden. Die Aussagen
von Applied Materials unterstreichen das.
Die AMAT-Aktie verliert 6,9% auf 43,16$. Der 52-Wochen-Bereich liegt zwischen
34,12 und 94,50$. Der Philadelphia-Semiconductor-Index fällt um 3,7% auf 572
Punkte.
Autor: Klaus Singer, 20:24 16.07.01
bringen
\"Wir rutschen auf dem Boden unseres Marktes entlang\"
Auf der zur Zeit stattfindenden Semicon West, einer Spezial-Messe für den
Chip-Equipment Sektor, startet Applied Materials eine Initiative zur
„Nanochip-Revolution“.
Darunter versteht das Unternehmen, die Strukturbreiten zukünftiger Chips auf
unter 100 Nanometer zu drücken. Gegenwärtig gewinnt die Fertigung von Chips
in der 130-nm-Technologie an praktischer Bedeutung. Mit der immer feiner
werdenden Struktur gelingt es, eine wachsende Anzahl von Verbindungen auf
einer Breite unterzubringen, die dem Durchmesser eines menschlichen Haares
entspricht. Die Chip-Flächen werden dadurch insgesamt kleiner. Zur gleichen
Zeit lassen sich mehr Chips produzieren, die zudem noch weniger Strom
verbrauchen und schneller arbeiten können.
Applied Materials hat zusammen mit Kunden erste Prototypanlagen in Betrieb
genommen, die in der Lage sind, Chip-Strukturen unter 100 Nanometer zu
fertigen. Unternehmenschef Morgan glaubt, dass die ersten Folgeaufträge noch
in diesem Jahr platziert werden. Er rechnet damit, dass die neue Technologie in
einem Zeithorizont von zwei bis fünf Jahren zur Massenfertigung eingesetzt wird.
Dabei könnte sich für Applied Materials ein Potenzial von einigen Milliarden Dollar
auftun. Schon jetzt seien 70% des letzten Quartalsumsatzes auf neuere
Technologien unterhalb von 250 Nanometer Strukturbreite entfallen. Das belege
den Trend zu immer feineren Chips, so Morgan in einem Interview mit dem
Nachrichtendienst Bloomberg.
Der weltgrößte Hersteller von Produktions-Equipment für Chips peilt an, in
einigen Jahren 20 Mrd.$ pro Jahr umzusetzen.
Auf die Frage, ob denn nun der Boden im Halbleiter-Sektor erreicht sei, stellt
Morgan die aktuelle Situation so dar: „Es sieht so aus, als ob wir auf dem Boden
entlang rutschen. Die Kunden halten neue Aufträge noch zurück. Wenn sie frei
gegeben werden, kommen sie alle zur gleichen Zeit. Das könnte noch dieses
Jahr losgehen.“
Datquest hat in einer aktuellen Studie zum Chip-Equipment herausgearbeitet,
dass die Beschaffungsmaßnahmen der Halbleiterhersteller in den nächsten
zwölf Monaten vor allem von der Technologie getrieben werden. Die Aussagen
von Applied Materials unterstreichen das.
Die AMAT-Aktie verliert 6,9% auf 43,16$. Der 52-Wochen-Bereich liegt zwischen
34,12 und 94,50$. Der Philadelphia-Semiconductor-Index fällt um 3,7% auf 572
Punkte.
Autor: Klaus Singer, 20:24 16.07.01