VDI nachrichten, Düsseldorf, 8. 10. 04 -Kettensägen, ob elektrisch angetrieben oder mit Verbrennungsmotor, tragen weltweit den Namen Stihl. Mit großer Fertigungstiefe gelingt es dem Unternehmen, den technischen Vorsprung nicht nur zu halten, sondern vor allem gegenüber Billigprodukten auszubauen. Den Wert der Marke sieht Bertram Kandziora, Vorstandssprecher des Unternehmens vor allem darin, dass sie beim Kunden mit positiven Grundwerten verbunden ist.
Welche Herausforderungen sehen Sie wirtschaftlich auf sich zukommen?Kandziora: Die zunehmende Globalisierung bleibt eine zentrale wirtschaftliche Herausforderung, die Stihl schon seit Gründung des Unternehmens vor über 75 Jahren erfolgreich angegangen ist. Dank unserer internationalen Standort- und Vertriebspolitik erzielen wir einen Auslandsanteil am Umsatz von über 87 %. Weltweit nimmt die Wettbewerbsintensität weiter zu. Produkte aus Niedriglohnstandorten kommen vermehrt auf den Markt. Obwohl diese Produkte funktional und qualitätsmäßig nicht zu unseren direkten Konkurrenzprodukten gehören, sinkt dadurch auch das Preisniveau der Branche. Wir dürfen daher insbesondere in Deutschland bei den Arbeitskosten keine weiteren Schritte in die falsche Richtung machen. Doch nicht nur Unternehmen, Gewerkschaften und Arbeitnehmer müssen Antworten finden auf den stärker werdenden internationalen Wettbewerb, auch die Politik ist gefordert zu reagieren. Wir brauchen in Deutschland dringend ordnungspolitische Reformen und deutlich weniger Bürokratie. Wir sollten insgesamt zu einer Kultur der Selbstständigkeit finden und uns auf die Stärken der sozialen Marktwirtschaft besinnen. Nur so wird es möglich, weiterhin Arbeitsplätze auch in Deutschland zu sichern.
Welche Herausforderung sehen Sie im technologisch wissenschaftlichen Bereich auf sich zukommen?
Kandziora: Auch für den Technologiebereich gilt heute der weltweite Maßstab. Der Forschungsstandort Deutschland braucht leistungs- und wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen. Für die Unternehmen gilt es, Innovationen kostengünstig umzusetzen und Produktentwicklungen rasch an den Markt zu bringen. Bei Stihl nimmt Forschung und Entwicklung traditionell einen hohen Stellenwert ein, denn wir versprechen unseren Kunden optimale Funktionalität und kompromisslose Qualität auf höchstem Niveau. Für unsere Produkte werden die gesetzlichen Vorschriften bezüglich Abgas, Vibration und Schallemission permanent verschärft. Da unsere handgetragenen Produkte zudem leicht sein müssen und die dafür prädestinierte 2-Takt-Motorentechnologie nur wenige "Stellschrauben" bietet, müssen wir in unserem neuen Entwicklungszentrum am Standort Deutschland die neuesten Technologien und Erkenntnisse der Werkstofftechnik, Simulation, Berechnung und Prüf-standserprobung einsetzen, um diese Aufgabenstellungen zu bewältigen. Viele der daraus resultierenden Lösungen sind erst durch optimierte und neue Fertigungsverfahren, die an die Grenzen des Machbaren gehen, möglich. Unsere hohe Fertigungstiefe hilft uns natürlich, die Möglichkeiten der Fertigungstechnologie in Produktvorteile umzumünzen.
Welche Herausforderung sehen Sie im gesellschaftspolitischen Bereich auf sich zukommen?
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