Wenn Hans Werner Sinn Recht hat

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Wenn Hans Werner Sinn Recht hat Parocorp
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Wenn Hans Werner Sinn Recht hat

 
15.10.07 22:26
#1
Wenn Hans Werner Sinn Recht hat

14.10.2007

Die Analyse des IFO Präsidenten zur Klimapolitik ist faszinierend und eröffnet eine Reihe spannender und wichtiger Fragen.

.

Sinns Analyse basiert auf drei Annahmen. Erstens: die Reserven an verwertbaren fossilen Energieträgern sind vorgegeben und befindet sich weitgehend in den Händen gewinnmaximierender Potentaten mit gelegentlich unsicherer Machtbasis. Zweitens: die Anbieter dieser Energiequellen befinden sich im vollkommenen Wettbewerb und passen daher ihre Angebotsmengen an die Entwicklung der Weltmarktpreise an. Drittens: die Kosten der Erschliessung und Förderung der fossilen Brennstoffe sind vernachlässigbar klein.

Unter diesen Bedingungen leitet Sinn auf Basis der Theorie des Angebots erschöpfbarer Ressourcen eine Reihe interessanter Resultate her, die rein nachfrageorientierte Argumente auf den Kopf stellen.

Eine proportionale Steuer auf den Marktpreis verbrauchter fossiler Energieträger verändert die relativen intertemportalen Preise nicht, und wird daher den Zeitpfad des Rohstoffangebots nicht beeinflussen. Sie kann damit die Akkumulation von Kohlendioxid in der Atmosphäre nicht verlangsamen.
Eine unilaterale Reduktion der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen in der EU beeinflusst die gleichgewichtige Weltmarktnachfrage nicht. Sie senkt nur die Preise für andere Länder, die ihre Nachfrage entsprechend erhöhen.
Potentaten mit unsicherer Machtbasis bieten frühzeitig mehr Energie an, weil sie nicht wissen, ob sie das Morgen noch können.
Eine mit der Zeit zunehmend ökologische Politik verkeht sich ins Gegenteil, weil sie dazu führt, dass das Energieangebot in die Gegenwart vorgezogen wird.

Wenn Hans Werner Sinn mit dem ersten Punkt Recht hat, dann ist eine proportionale weltweite Energiesteuer auf den Marktpreis fossiler Brennstoffe neutral in Bezug auf den Zeitpfad der Emissionen und den Pfad der umgesetzten Mengen. Solch eine Steuer wird letzlich vom Hersteller getragen - also von den Erdöl und Erdgas exportierenden Ländern. Der Exportpreis sinkt, der Preis für die Konsumenten bleibt konstant und die Differenz erhält der importierende, die Steuer erhebende Staat.

So bleibt ein Rätsel: warum haben sich die Verbraucherstaaten nicht schon längst auf eine gemeinsame Untergrenze für eine solche Steuer geeinigt? Sie würde die Staatskassen der Energieverbraucher auf Kosten der Hersteller füllen, ohne den Preis für die Nachfrager zu erhöhen. Die Renten der Ölbesitzer fielen den Verbrauchern zu. Nach Sinn könnte die Steuer zwar nichts zum Klimaschutz beitragen - aber dennoch sollten hier alle dafür sein. Besser noch: diese umverteilende Steuer liesse sich als Drohpunkt nutzen, um Verhandlungen über eine Reduktion des Energieangebots zu erzwingen. Und Hans Werner Sinns sehr pessimistisches Szenario würde sich ins Gegenteil verkehren.

Aber vielleicht lohnt es sich ja doch noch, zuvor über die einen oder andere Annahme zu reden.

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Der Link zu Sinns paper: www.cesifo-group.de/pls/guestci/download/...cesifo1_wp2087.pdf

Eine interessante Studie von PWC: www.pwcglobal.com/nz/eng/climate/PwC_TheWorldin2050.PDF



blog.handelsblatt.de/gruener/eintrag.php?id=41


Wenn Hans Werner Sinn Recht hat Depothalbierer

also der sinn sollte gefeuert werden und nie

 
#2
wieder einen posten in steuerfinanzierten "instituten " bekommen.

dann könnte der heini mal beweisen, wie weit er in der freien wirtschaft kommt.

meine prognose:

hartz 4.

daß eine vergleichbare steuer auf bspw. öl dazu führen würde, daß der ölpreis sich zum vorteil der konsumenten entwickelt, ist der größte schwachsinn.


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