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Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir erst jetzt mal bei Wikipedia etwas genauer durchgelesen habe, was 1929 um und am sog. "Schwaren Donnerstag/Freitag" geschehen ist. Wenn ich das so lese, dann vermag ich keinen nennenswerten Unterschied zu der jetzigen Situation festzustellen.
Es ging zuerst seitwärts, wieder etwas rauf, dann wieder gewaltig runter, Banken/Staaten versuchten verzweifelt mit riesigen Fiat-Beträgen zu stützen, allerdings mit nur sehr kurzfristigen Erfolg, bis der ganze Papierkram dann endgültig zusammengebrochen ist.
Beide, die damalige und heutige Situation decken sich erstaunlich gut - fast perfekt 1:1
de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Donnerstag
Da warte ich auch drauf, bevor ich einsteige ;-). Was wir an Verkäufen in Gold sehen ist eh alles nur Papiergold. So blöd wird keine Zentralbank sein und in der jetzigen Sitation physisches Gold auf den Markt zu werfen. Das wird im selben Augenblick aufgekauft.
Mal so am Rande, könnte es nicht sein, dass es den Amis hauptsächlich um´s Öl geht? Der "Crash" ist für mich iszeniert, das steht außer Frage. Wenn es tatsächlich alles so dramitisch wäre, würde man einfach alle Derivate verbieten und der Spuk hätte ein Ende. Auch das sich eine Ratingagentur bewusst den Amerikanern ans Bein pinkelt, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Das schöne an so einem Crash ist ja, dass der Ölpreis und Rohstoffe insgesamt massiv fallen.
Was haltet ihr also von folgendem Szenario:
1) Ich drucke 1 Phantastillionen Dollar - Rohstoffpreise explodieren/Kaufkraft der Währung sinkt
2) Ich inszeniere einen Crash - Rohstoffpreise fallen in den Keller und ich kann günstig meine Phantastillionen Dollars ausgeben
Mmn. geht´s hier ausschließlich um Ressourcen in Form von Rohstoffen. Gold in allen Ehren, aber ohne Öl steht die Welt still! Wenn man zudem von einem inszenierten Szenario ausgeht, lässt sich das ganze auch wieder zu einem beliebigen Zeitpunkt beenden und dann fällt der Goldkurs eh...
Nur mal so als Gedankenspiel
Leute,
Spinne ich oder ligt der Goldpreis aktuell bei 1708 Dollar pro OZ??
Gestern lag es noch bei 1670.
Ein Anstieg von über 40 Dollar.
Und ich wollte mir diese Woche nochmal Gold zulegen, jetzt kann ich es mir nichteinmal leisten. :D
@Binnochda 37140 Die Verkäufer von phy. EMs werden nicht beschissen. Die wollen doch auch nur ihren Gewinn realisieren, um bestenfalls günstiger neu einzusteigen, Ob es klappt ist eine andere Sache. Eben eine Spekulation.
Den Manipulationskünstlern bleibt doch gar nichts anderes übrig, als die Papierkurse zu drücken. Das ist deren vorwiegendes Regularium, um die schlechte Situation des Papiergeldes zu verschleiern. Ich denke das weißt Du auch. Uns muß das eigentlich Recht sein, um die stürmische Dynamik aus dem Markt zu nehmen. Ein langsam stetig wachsender Kurs ist mir lieber, als tägliche Sprünge von einigen Prozentpunkten. Wenn die EM-Kurse so dramatisch steigen würden, wie die tatsächliche Fiatvermehrung stattfindet, würde mir ganz komisch werden.
Die EM ler hier wissen der Zusammenhänge und bleiben größtenteils ihren physischen Beständen treu. Sie bauen Sie eher aus. Gut so. Auf dem Silbermarkt der, ja noch viel enger ist haben wir die Abverkäufe in der Größenordung einer Jahresproduktion schon gesehen. Das gibt immer Verwerfungen.
@Hellcat
Das es den Amis vorwiegend um das Öl geht, da hast Du schon Recht. Das der Crash inszeniert ist, glaube ich nicht. Sicherlich ist es gewollt den Dollar zu inflationieren, um die riesigen Schuldenstände ein wenig zu dezimieren. Aber inzwischen ist das System seitens der FED und der amerikanischen Regierung nicht mehr vollständig steuerbar. Das heißt Machtverlust und Unberechenbarkeit in der Währungspolitik und folglich auch in der Realwirtschaft. Und genau diese Situation haben wir jetzt.
MÄRKTE IN PANIK: Wie geht es weiter mit Aktien, Anleihen, Immobilien, Gold, Silber, CHF-Krediten??
Nach den Turbulenzen an den Märkten in der letzten Woche und der Abstufung der US-Bonität durch S&P
haben sich die G7-Staaten nun auf eine massive, gezielte und gemeinsame Stützung der Märkte geeinigt.
Man werde nun mit allen Mitteln versuchen die Börsen, die Anleihen, die Währungen und die Weltkonjunktur wieder auf Kurs bzw. in ruhigere Fahrwasser zu bringen.
Die arabischen Börsen haben am Wochenende schon mit Abschlägen non 2 bis 4% auf den Verlust der Bestnote AAA der US-Anleihen reagiert.
In Asien kommt es ebenfalls zu Verlusten von 2% beim Nikkei bis hin zu 6% in Shanghai.
Der Future auf die US-Börsen ist aktuell mit 2,5% im Minus – das würde einen Startverlust beim Dow von etwa 300 Punkten entsprechen.
Der DAX könnte heute Morgen nach einem Schlussstand von Freitag 22 Uhr bei 6.300 so etwa bei 6.100 eröffnen.
Der eigentliche DAX-Schluß vom Freitag war ja bei 6.236 um 17.45 Uhr – sodaß sich die späte Erholung der US-Märkte nicht mehr auswirken konnte.
Man sollte hier also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen – aber das nur am Rande.
Auch die EZB hat sich in diversen Krisengesprächen am Wochenende dazu entschlossen, die Märkte auf jeden Fall zu stützen, sowie Währungsexzesse auszugleichen.
Zu diesen Stützungsmaßnahmen gehört vor allem die gewaltige Aufstockung der Volumen, mit den man europäische Staatsanleihen diverser Länder kaufen möchte.
An der Spitze stehen hier die Papiere von Italien und Spanien.
Merken Sie übrigens bei der Berichterstattung über die ganzen Krisen, Schulden oder Stützungsmaßnahmen etwas?
Von den Edelmetallen redet kein Mensch, die braucht man nicht schützen und da muss man auch keine Schwankungen ausgleichen, denn die laufen schon lange fast nur noch nach oben.
Wissen Sie warum man derzeit von Seiten der Politik und der Notenbanken so einen Zirkus um die ganzen Hilfen und Stützungen macht?
Weil aktuell weltweit 99,2% der Gelder außerhalb des Edelmetallsektors angelegt sind und genau diese ganzen Vermögen hängen am Tropf der Zahlungsfähigkeit der Staaten, an den Zinsen, an den Papierwährungen, am Vertrauen der Leute oder am Lauf der Weltwirtschaft.
Wie blöd, statt, träge, dumm, ignorant, faul und oberflächlich die breite Masse der Geldanleger und Finanzfachleute ist sehen Sie daran, dass man sich nur drauf konzentriert, was die Märkte, die Notenbanken und die Politik machen oder eben nicht, aber keiner die Frage aufwirft, wie er selber in diesem Umfeld aufgestellt ist.
http://das-bewegt-die-welt.de/index.php/wirtschaft/1977-maerkte-in-panik-wie-geht-es-weiter-mit-aktien-anleihen-immobilien-gold-silber-chf-krediten
Hab mir schon den ganzen Morgen gedanken drüber gamcht warum die EZB jetzt auch noch den Schrott aufkauft!
m.M. ist doch der Zeitpunkt die Kaufe von Spagetti und Serveca Anleihen zu kaufen doch völlig daneben. Es ging am Wochenende doch nur um die Abstufung der USA, keine gezielten Nachrichten über Probleme in Italien oder Spanien. Daher muß es doch einen Grund geben warum unsere Euro Politiker sich Sonntags zusammensetzen und so ein gequirlter Mist dabei rauskommt!
Zur Beruhigung der Märkte sicher nicht. Die Märkte waren wegen den USA beunruhigt.
Das einzige was ich mir vorstellen kann, ist der Versuch durch diese Meldung den Euro nach unten zu schubsen.
Wäre diese Meldung nicht gekommen, hätte heute der Euro gegenüber den Dollar masiv zugelegt. 1,47 bis 1,50 wäre denkbar gewesen.
Wenn daß passiert wäre, dann EXPORT ADE. ý Wirtschaftseinbruch in Merkeldeutschland
Also mal ganz schnell das volle Programm der Mediteranen Bailouterei . Dadurch schwächung des Euro, und damit fällt der Dollar wegen der Abstuferei, der Euro wegen Bailouterei, Gold geht durch die Decke (Das wollten die bestimmt nicht, war aber nicht zu vermeiden) und der €-$ Schwindel bleibt weiter wie gehabt!
Einziges Problem bei der ganzen Aufschiebe Aktion: Der Steuerzahler ist mal wieder in den Arsch gekniffen!
Gold mit Lieferzeiten
Der Münchner Edelmetallhändler Pro Aurum erwartet Lieferzeiten von ein bis zwei Wochen, sollte die erhöhte Nachfrage nach Gold und Silber anhalten.
„Sollte die Nachfrage noch zwei bis drei Tage auf diesem Niveau verbleiben, ist für Goldbarren ab einem Gewicht von einer Unze bis zum Kilo sowie für die gängigsten Goldmünzen wie z.B. Krügerrand und Australischer Nugget/Känguru mit Lieferzeiten von 1 bis 2 Wochen zu rechnen“, so Robert Hartmann, Geschäftsführer des Münchner Edelmetall-Händlers Pro Aurum.
Wie aus einer aktuellen Meldung des Unternehmens hervorgeht, verzeichnet das Goldhaus Wochenumsätze von mehr als 20 Millionen Euro. Das Verhältnis von Käufern zu Verkäufern betrage derzeit rund 9 zu 1. Hartmann: „Das heißt, die Kunden kaufen trotz rekordhoher Kurse. Wir hören von vielen Kunden, dass sie zunehmend Risiken in ihren Portfolios liquidieren und sich beispielsweise Lebensversicherungen ausbezahlen lassen und in Edelmetalle umschichten. Zunehmende Währungs- und Inflationsängste werden als Hauptgrund hierfür genannt.“
Gold sei derzeit stärker gefragt als Silber. Beim weißen Edelmetall gibt es laut dem Unternehmen kaum Nachschubprobleme. Auffällig ist laut Pro Aurum auch eine erhöhte Zahl an Kunden, die bislang noch gar kein physisches Edelmetall gekauft hätten.
In Deutschland kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Lieferengpässen bei Gold und Silber, weil die Herstellungs-Kapazitäten der Produzenten von Barren und Münzen bei Nachfragespitzen nicht beliebig ausgeweitet werden können.
Quelle: http://www.goldreporter.de/...ngpasse-bei-gold-befurchtet/gold/12599/
Wenn die EZB Geld druck dann fällt der Euro nunmal.
@Phil, Börsensieger
Die Wechselkursrelationen €/ $ sind rational nicht mehr begründbar. Es lassen sich nur tendentielle mittelfristige Aussagen machen, die auf den Fundamentaldaten der einzelnen Währungen beruhen. Was ist schlechter Pest oder Cholera?
Das tägliche Hin- und Her- Gehampel ist nur im Nachhinein begründbar. Da läßt sich immer ein Grund finden oder es reicht ein wenig Phantasie aus. (Zinsen, Geldmenge, Derivate, CDs , Carry Trades, Vertrauen, Herdentrieb usw. usw.) Es gibt nur sehr wenig aktive Händler die kurzfristig treffende Aussagen tätigen können. Die müssen schon sehr gut informiert sein, bloß die tätigen dann ihre Aussage wenn die selbst im Markt sind.
Prominentes Beispiel ist doch der A... von Ackermann, der zB Griechenland schlecht geredet hat, (Die können ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen) nachdem er seine Kreditversicherungen gut im Markt plaziert hat. Die Währungsrelationen taumeln und Ruck Zuck steigen die Margen seiner CDs.
Der kurzfristige Devisenmarkt ist zu einem Spielcasino für Bankster geworden und nicht nur Der.
14:31: Warren Buffett kauft weiter US-Staatsanleihen
Starinvestor Warren Buffett schreckt die Aberkennung der Spitzenbonität der USA nicht. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway investiere nach wie vor in US-Staatsanleihen, sagte Buffett im Fernsehsender CNBC. Die USA verdienen ein vierfaches A-Rating, sagte Buffett zu Bloomberg-TV.
13.24 Uhr: Moody's richtet deutliche Warnung an Japan
Die Ratingagentur Moody’s warnt Japan vor weiteren wirkungslosen Eingriffen am Devisenmarkt. Diese wirkten sich negativ auf die Bonitätsnote des Landes aus, erklärt Moody’s. Solche Maßnahmen würden nicht dazu beitragen, die Finanzprobleme des Landes zu lösen. Zwar habe sich nach der Intervention Japans in der vergangenen Woche der Yen zum Dollar verbilligt. Der Effekt sei aber nur von kurzer Dauer gewesen.
Alle großen Ratingagenturen bewerten den Ausblick für Japans Kreditwürdigkeit negativ.10.16 Uhr: EZB und G 7 verhindern Ausverkauf
Der befürchtete Ausverkauf an den europäischen Aktienbörsen bleibt aus. Das Bekenntnis der G-7-Staaten, die Finanzmärkte stabilisieren zu wollen, und Spekulationen auf Anleihe-Käufe der EZB verhindern größere Kursverluste.
http://www.welt.de/finanzen/article13531588/Experten-erwarten-Kursrutsch-auch-in-den-USA.htmlWen will Buffett den damit beeindrucken. Reiht er sich in die Reihe der politischen Tranquilizer und Lügenbarone ein. Die USA hat vier Mal A verdient. Ich kann mir nur vorstellen das er seine eigenen Anleihen zu günstigen Kursen losschlagen will. Mit den Renditeerwartungen die Buffett sonst an den Tag legt, kann der doch nie in Ami Anleihen investieren?
Buffetts Ratingagentur Moodys maßregelt ablenkend Japan um, die Dollarproblematik wieder ein wenig zu verschleiern. Na dann!
Ein teurer Spaß: Professor Willeke rechnet vor, was die EU den Zahlmeister Deutschland bislang gekostet hat
Im Mai war es ein Jahr her, dass der Deutsche Bundestag die Verfassung brach, die erste Griechenland-Hilfe und das Euro-Rettungspaket billigte, dem Steuerzahler Lasten in unbekannter Höhe aufbürdete und damit die Umwandlung der Euro-Zone in eine Transferunion in Gang setzte.
Damit ist gemeint, dass die Bundesregierung Kredite garantieren und Geld an andere Regierungen überweisen wird, um das gescheiterte Euro-Experiment zu verlängern. Dies nicht etwa aus Haushaltsüberschüssen, die auch in Deutschland nicht existieren, sondern finanziert durch die Aufnahme neuer Schulden, die auf den schon bestehenden Schuldenberg getürmt werden. In der Euro-Zone verschul-den sich die Schuldner, damit die noch schlimmer Verschuldeten nicht pleite gehen. Am Ende sind wir alle Griechen.
Dabei wird verdrängt, dass die EU schon lange vor der Einführung der Einheitswährung als Transferunion funktionierte. Deutschland spielt seit Jahrzehnten den Big Spender! Mit welchen Summen, das hat jetzt Professor Franz-Ulrich Willeke, emeritierter Inhaber eines Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg, penibel vorgerechnet und durchleuchtet. Damit haben wir endlich zuverlässige, unanfechtbare Zahlen über die Umverteilung in der Europäischen Union.
Professor Willeke ist der führende deutsche Spezialist auf einem Gebiet, über das die Politiker nicht gerne sprechen. Langjährige DeutschlandBrief-Leser werden sich erinnern, dass er in unserem Dienst schon einmal über das Thema geschrieben hat. Seine neue Veröffentlichung ist soeben beim Münchner Olzog-Verlag erschienen. Titel: "Deutschland, Zahlmeister der EU" - Abrechnung mit einer ungerechten Lastenverteilung, broschiert, 158 Seiten, 19,90 Euro.
Im Prinzip handelt es sich bei der EU der aktuell 27 Mitglieder um eine Zweiklassengesellschaft: auf der einen Seite die Nettozahler, auf der anderen die Nettoempfänger. Es findet ein Wohlstandstransfer statt. Was die einen bekommen, fehlt den anderen. Was Willeke aufmacht, ist eine Schenkungsbilanz, wobei von den nationalen Beiträgen, die nach Brüssel fließen, die operativen Ausgaben der EU im jeweiligen Land abgezogen werden. 2008 sah das so aus, dass zum Beispiel die Bundesrepublik mit 7.836.000.000 Euro (knapp acht Milliarden) den führenden Nettozahler der EU geben durfte.
Auf diese Weise mussten die Deutschen im Zeitraum 1976 bis 2008 insgesamt 170 Milliarden Euro (in D-Mark fast das Doppelte) für eine angeblich gute Sache opfern, die von den Politikern "europäische Solidarität" genannt wird. Da D-Mark und Euro im Laufe der Zeit arg inflationiert wurden, weil es sich um ungedeckte Papierwährungen handelte, ist der Betrag natürlich erheblich höher, wenn man ihn kaufkraftbereinigt. Professor Willeke unterstellt eine Inflationierung von 50 Prozent und kommt so auf 255 Milliarden seit 1976 - in Preisen des Jahres 2010.
255 Milliarden. Damit könnte die Bundeswehr mehr als acht Jahre lang finanziert werden. Das würde die Bundesausgaben für Forschung und Bildung 23 Jahre lang decken. Oder der Fiskus könnte 41 Jahre lang auf die Stromsteuer verzichten, 56 Jahre lang auf die Erbschaftssteuer oder 350 Jahre lang auf die Biersteuer, was auch nicht zu verachten wäre.
Big Spender Kohl: Wie und warum die deutschen Nettozahlungen nach der Wiedervereinigung explodierten
Dass die Lastenverteilung in der EU "ungerecht" war und ist, geht schon daraus hervor, dass Deutschland seit 1976 mehr als die Hälfte aller Nettobeiträge aufgebracht hat, nämlich die erwähnten kaufkraftbereinigten 255 Milliarden. Alle anderen Nettozahler zusammen brachten es nur auf 244 Milliarden. Willeke macht überzeugende Vorschläge, wie die Belastung unter den Nettozahlern fair aufgeteilt werden könnte, hat aber keine großen Chancen, damit Gehör zu finden.
Von 1991 bis 1994 finanzierte Deutschland 73,7 Prozent der gesamten Umverteilung innerhalb der EU! Das war das Dreifache dessen, was die drei anderen großen Mitgliedsländer zusammen netto aufbrachten. Die Erklärung kann nur darin liegen, dass Helmut Kohl die europäischen Freunde, die Deutschland so sehr liebten, dass sie gerne zwei davon behalten hätten, ruhigstellen wollte.
Damals, Anfang der 90er Jahre, zählte die EU noch zwölf Mitglieder. Jetzt, nach der Osterweiterung, sind es 27. Und mit der Vergrößerung hat sich der deutsche Anteil an den Nettobeiträgen immerhin auf ein Drittel reduziert, liegt aber immer noch weit über dem französischen oder dem britischen.
Die Preisfrage: Was haben die PIGS-Staaten nur mit den vielen Milliarden gemacht?
Mit den PIGS sind Portugal, Irland, Griechenland und Spanien gemeint - exakt die Staaten, die unter den Euro-Rettungsschirm flüchten mussten oder (wie Spanien) als Kandidaten gehandelt werden. Das böse Akronym PIGS wurde von den Zynikern an den Finanzplätzen London und New York erfunden.
Pervers ist nun folgendes: Nachdem die PIGS von 1976 bis 2008 (netto) 287 Milliarden Euro geschenkt bekamen und damit in heutigen Preisen 430,5 Milliarden (mehr als die Hälfte davon aus Deutschland), und nachdem ihnen der Euro jahrelang beispiellos tiefe Zinsen bescherte und dadurch die Bedienung der alten Staatsschulden massiv verbilligte, hatten sie die einmalige Chance, ihre Finanzen zu sanieren. Sie haben davon keinen Gebrauch gemacht. Sie haben schlecht gewirtschaftet. Sie haben die staatliche oder die private Verschuldung oder beide hochgefahren. Mit dem Ergebnis, dass sie jetzt zusätzlich zu den regulären Haushaltshilfen auch noch die Kredite des Rettungsschirms benötigen. Auf die Transferunion I folgte 2010 die Transferunion II.
Da stellt sich die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Wo sind die Milliarden geblieben? Wo sind sie versickert? Niemand weiß das genau. Zumindest blieb davon der größte Schilderwald aller Zeiten. Schilder mit dem Sternenkranz auf blauem Grund, die irgendeine Baumaßnahme verkünden - immer mit dem Zusatz "kofinanziert durch die EU".
Wir sahen die Schilder an einem grotesk überdimensionierten Rathaus in einem Dorf auf den Azoren. Wir sahen sie in einer gottverlassenen Ecke der großartigen Extremadura, wo aus unerfindlichen Gründen ein Bach begradigt und mit einem Holzgeländer ausgestattet wurde. Wir sahen sie an den leeren Autobahnen Portugals, die durch leere Gebiete führen und die in einem Zustand sind, von dem deutsche Autofahrer nur träumen können.
Und ein Bekannter, selbst in der Branche tätig, erzählte mir von EU-finanzierten Geisterbahnhöfen mit ebenfalls leeren Bahnsteigen in Griechenland und von Elektroloks, die mit Hilfe der Nettozahler für eine nicht-elektrifizierte Strecke angekauft wurden und seitdem in vandalisiertem Zustand vor sich hin rosten. Profitiert hat die neureiche Klasse der EU-Absahner. Die Länder selbst hängen am Dauertropf.
Märchenstunde: Warum es nicht stimmt, dass die deutschen Exporterfolge dem Euro zu verdanken sind
Vor mir liegt ein Brief des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Steffen Kampeter, datiert vom 14. Dezember 2010. Zitat: "Deutschland ist in besonderer Weise begünstigt durch die europäische Gemeinschaftswährung, denn 60 Prozent unserer Exporte gehen in den Euroraum."
Das Argument ist bekannt und geht so: Die Milliarden, die Berlin für die Euro-Rettung und überhaupt für die EU locker macht, sind gut angelegt, weil wir dafür exportieren dürfen. Dumm ist das schon deswegen, weil der Binnenmarkt, eine der großen Errungenschaften der europäischen Einigung, allen zugutekommt und weil nicht einzusehen ist, warum dafür auch noch extra gezahlt werden muss.
Wenn schon Propaganda, dann sollten wenigstens die überprüfbaren Behauptungen zutreffen. Im Schreiben unseres Staatssekretärs stimmen nicht einmal die Zahlen. In den Euroraum gingen 2010 nicht 60 Prozent der deutschen Exporte, sondern genau 41,2 Prozent - und in die übrige EU 19,6 Prozent. Nachzulesen im Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom März 2011.
Aus der Bundesbank-Studie lässt sich ferner entnehmen, dass den deutschen Exporterfolgen nicht im geringsten eine gemeinsame Währung zugrundeliegt. Eher im Gegenteil. Ausgerechnet in die Länder, die den Euro nicht haben, wurde 2010 weitaus mehr als 2009 exportiert: plus 43,9 Prozent nach China, plus 27,8 Prozent nach Russland, plus 20,6 Prozent in die USA und nach Japan, plus 17,5 Prozent in die Schweiz, die den Euro haben könnte, ihn aber nicht will. Die deutschen Ausfuhren in die Euro-Zone hingegen schrumpften sowohl 2008 wie 2009 und nahmen erst 2010 weit unterdurchschnittlich um 14,3 Prozent zu.
Sicherlich sind Frankreich, die Niederlande und Österreich, um nur einige zu nennen, überaus wichtige Handelspartner. Aber das war auch der Fall vor der Euro-Einführung. Das ergibt sich ganz selbstverständlich aus der Nachbarschaft. Selbst im Vergleich mit der Zeit vor 1914 hat sich an der Struktur des deutschen Außenhandels nichts Wesentliches geändert. In Wahrheit ist der Unterschied ein ganz anderer: Vor 1999 kamen die Exportüberschüsse Deutschland zugute, seit 1999 verschwinden sie im schwarzen Loch des Euro-Systems.
© Dr. Bruno Bandulet
www.bandulet.de
Quelle: "eigentümlich frei", Ausgabe Nr. 113
Quelle: http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=16926
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