Wenn Daddy in den Himmel kommt

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Wenn Daddy in den Himmel kommt Nassie
Nassie:

Wenn Daddy in den Himmel kommt

 
06.04.03 16:56
#1
Amerikanische Soldaten-Kinder zwischen Stolz und Sorge


Chrystie Palomo hat für ihre Kinder zu Hause in Hinesville im US-Bundesstaat Georgia eine Mappe parat: "Wenn Philip in den Himmel kommt". Einmal hat sie die Sammlung wichtiger Dokumente und Erinnerungsstücke schon fast hervorgeholt, als im Fernsehen über einen Selbstmordangriff auf die 3. Infanterie-Division im Irak berichtet wurde. Kurz darauf kam der erlösende Anruf ihres Mannes: "Alles okay."


Angehörige im Militär

Für die Kinder der rund 250 000 US-Soldaten in der Golfregion macht deren Kriegseinsatz Stress und Angst. Die zurück gebliebene Mutter oder der Vater versuchen, vor allem die Kleineren vom Fernseher wegzubekommen, wo rund um die Uhr über Schlachten, Gefahren und Tote berichtet wird.

"Ich mache mir Sorgen um meinen Vater, aber es wird alles gut gehen", sagt Alex (13) Reportern in der St. William of York-Schule in Stafford in Virginia. "Er tut es für mich und für alle anderen." 15 Prozent der Familien haben Angehörige im Militär. "Sie fehlt mir, es ist hart", sagt Morgan (10), deren Mutter, Reservistin im Corps der Marine-Infanterie, einberufen wurde. "Wenn alle zurück sind, gibt es eine Riesenparty, von Freitag an und das ganze Wochenende lang."


Flagge gibt Kraft

In der Realschule im kalifornischen Holtville haben Schüler eine große US-Flagge aufgehängt. "Wenn ich daran vorbei gehe, habe ich das Gefühl, nä
her bei den Truppen zu sein", sagt Lehrerin Sandra Saxton. Kinder in anderen Schulen basteln Wandbilder mit Fotos ihrer Eltern, die im Kriegseinsatz sind. Die meisten sind froh, ihre Gedanken und Sorgen in Aktionen umzusetzen.


Beliebter Lehrer an der Front

An der Clement Realschule in Kalifornien wurde der beliebte Wissenschaftslehrer Robert Mendoza eingezogen. Die Kinder machten sich nach der ersten Bestürzung sofort an die Arbeit. Mendoza erhielt bereits mehrere Care-Pakete seiner Schüler, mit Rasierschaum und Süßigkeiten. Das tägliche Leben in der Schule nehmen andere auf Video auf, um Mendoza bei der Rückkehr damit zu überraschen. Für die Frau des Lehrers sammelten die Kinder bereits 200 Dollar.


Die Sorgen der Soldatenkinder

Die meisten Schulen, in denen viele Soldatenkinder sind, organisieren Treffpunkte mit Psychologen, in denen die Kinder ihre Sorgen und Ängste äußern können. Die Kinder müssen sich nicht nur mit ihren eigenen Sorgen auseinander setzen. "Manche glauben, wenn sie ihrer Mutter sagen, wie besorgt sie sind, machen sie der Mutter das Leben nur noch schwerer", sagt Branda Melton, Präsidentin des Verbandes der Schulpsychologen.


Bilder von Daddy aus dem Krieg

In den Gruppen sind die betroffenen Kinder unter sich. Matthews Conroe und seine Zwillingsschwester Courtney zeigten an der Cedar Lane Grundschule in Maryland Fotos, die ihr Vater von seinem Stützpunkt in Kuwait geschickt hatte. Die Kinder staunten über den Pizza-Stand und über die einfachen Duschen. Tyler machte den anderen Mut. Er sei froh, dass sein Bruder Marine-Infanterist sei. "Dann kann er Saddam Hussein die Hucke vollhauen", meinte der Achtjährige.


Lehrer vom Dienst suspendiert

In manchen Schulen haben sich Eltern von Soldatenkindern beschwert, weil Lehrer aus ihrem Protest gegen den Krieg kein Hehl machten. Das deprimiere die Kinder umso mehr. Zwei Lehrer wurden in Albuquerque zeitweise vom Dienst suspendiert, weil sie im Klassenzimmer Plakate mit Kriegsproteste duldeten. Die Poster hätten Schüler angefertigt, sagte Lehrer Allen Cooper. Sein Kollege Gary Tankard aus New Jersey nahm lieber seinen Hut, als eine Anstecknadel mit Protest gegen den Krieg abzunehmen. "Das war eine Gewissensfrage", sagte Tankard (63).

Wenn Daddy in den Himmel kommt Nassie
Nassie:

Wie soll ich Arzt werden ohne Hände ?

 
06.04.03 19:29
#2
Kinderschicksal wirft Schlaglicht auf Kriegsschrecken

Der zwölfjährige Ali Ismail Abbas schlief tief, als der Krieg sein Leben zerstörte. Eine Raketeneinschlag machte das Haus seiner Familie dem Erdboden gleich und tötete die meisten seiner Angehörigen. Er selbst blieb als Waise mit schweren Verbrennungen zurück. Seine beiden Arme wurden durch die Wucht der Explosion abgerissen.  

  "Es war Mitternacht, als die Rakete auf uns fiel", sagte der unter Schock stehende Junge am Sonntag der Reuters- Korrespondentin Samia Nakhoul im Bagdader Kindi-Krankenhaus. "Mein Vater, meine Mutter und mein Bruder starben. Meine Mutter war schwanger. Unsere Nachbarn haben mich geborgen und hierher gebracht."

"... dann bringe ich mich um"
    Zum Verlust seiner Eltern kommt hinzu, dass Ali sein Leben lang behindert sein wird. Über seine unsichere Zukunft nachdenkend fragte er ängstlich: "Kannst du mir helfen, meine Arme wieder zu bekommen? Meinst du, die Ärzte können mir ein anderes Paar Hände geben?" Während Tränen über seine Wangen liefen, fügte er verzweifelt hinzu: "Wenn ich kein Paar Hände bekomme, bringe ich mich um." Seine Tante, drei Cousins und drei weitere Verwandte wurden ebenfalls bei dem Luftangriff in der Vorwoche in dem Bezirk Diala Bridge östlich von Bagdad getötet.  
 
    "Wir wollten keinen Krieg. Ich hatte Angst vor dem Krieg", sagte Ali. "Unser Haus war nur eine kleine Hütte, warum wollten sie uns bombardieren?", fragte er mit Blick auf die seit zweieinhalb Wochen anhaltenden Luftangriffe der US-geführten Streitkräfte. Was er allerdings nicht wusste: Die Gegend, in der er lebte, war umgeben von Einrichtungen des irakischen Militärs.  
 
    Verbrannte Haut

    Um seine verbrannte Haut vor schmerzhaften Berührungen mit der Bettwäsche zu schützen, hat Ali eine Holzprovisorium vor der Brust. "Als ich klein war, wollte ich Armee-Offizier werden, aber nun nicht mehr", sagte der Junge. "Nun will ich Arzt werden, aber wie soll ich das schaffen? Ich habe keine Hände."  
 
    Alis Tante Dschamila Abbas kümmert sich um den Jungen. Sie füttert und wäscht ihn, betet für ihn und sagt ihm immer wieder, dass seine Eltern nun im Himmel seien.  
 
    Patienten schreien, Angehörige weinen
    Alis Verletzungen sind nur ein Beispiel des täglichen Schreckens, dem irakische Zivilisten in dem Krieg ausgesetzt sind, den die USA und ihre Verbündeten führen, um nach eigenen Angaben Iraks Verzicht auf Massenvernichtungswaffen und den Sturz von Präsident Saddam Hussein durchzusetzen.  
 
    Seit die Invasionstruppen ihre Bodenangriffe auf Bagdad am Donnerstag begonnen haben und dabei ihre Luftangriffe verstärkt haben ist die Zahl der Verletzten erheblich gestiegen. Krankenwagen auf Krankenwagen bringen Opfer aus allen Stadtteilen in die Kindi-Klinik. Viele Verletzte werden auf Bettlaken eingeliefert, weil es keine Tragen mehr gibt. Das Krankenhauspersonal findet keine Zeit, die Transportliegen vom Blut der Verletzten zu säubern. Über die ganze Abteilung verstreut schreien Patienten auf, Angehörige weinen.  
 
    Kaum Betäubungs- und Schmerzmittel
    Da viele Mitarbeiter während der Bombenangriffe nicht in die Klinik kommen können, arbeiten die Ärzte rund um die Uhr. Doktor Osama Saleh el Duleimi sagte, das Krankenhaus sei überfüllt. Es gebe kaum noch Betäubungs- und Schmerzmittel. Bislang hätten die Krankenhäuser genügend Ausrüstung und Medikamente, doch nun würden sie von der großen Zahl der Verletzten übermannt, sagte ein Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes. "Während des heftigen Bombardements kommen stündlich bis zu 100 Opfer je Stunde in die Krankenhäuser."  
 
    Die USA versuchen nach eigenen Angaben zivile Opfer so gering wie möglich zu halten. Unabhängige Zahlen über zivile Opfer liegen nicht vor, doch sprechen Mediziner von hunderten Toten und tausenden Verletzten.  
 
    Fassungslos
    Ärzte, die in den beiden Golf-Kriegen zuvor bereits Opfer behandelt hätten, sagten, sie seien fassungslos über die Verletzungen, die sie gesehen hätten. Die meisten Opfer seien schwer traumatisiert und hätten erhebliche Verletzungen, oft am Kopf und am Unterleib. "Ich bin seit 25 Jahren Arzt und dies ist das Schlimmste, was ich im Hinblick auf die Zahl der Opfer und die fatalen Wunden gesehen habe", sagte El Duleimi.    
 
Wenn Daddy in den Himmel kommt ruhrpottzocker

Verbrecher wie Hussein und Bush interessiert das

 
#3

alles nicht.

Menschliche Schicksale sind ihnen völlig fremd. Ihnen ist auch egal, welcher "Nationalität" die Menschen sind, die sie umbringen lassen. Sowohl der eine wie auch der andere würden für ihre krankhafte und boshafte Geltungssucht über jede Leiche gehen, egal, ob Ami oder Iraki.

Hinzu kommt diese grenzenlose Feigheit. Statt ihre verbrechen selber zu begehen, heuern sie an und verziehen sich selbst in sichere Gefilde.

Pest und Teufel !    



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