Was ist denn ein Leichensägewerk?

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Was ist denn ein Leichensägewerk? Karlchen_V
Karlchen_V:

Was ist denn ein Leichensägewerk?

2
30.11.08 12:22
#1

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Platzeck,
sehr geehrte Damen und Herren der Landesregierung,
der Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kirchengemeinde Manker – Temnitztal hat in seiner Sitzung am 20.
Januar 2007 folgenden „Offenen Brief / Eingabe“ an die Landesregierung beschlosssen:
„Der Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kirchengemeinde Manker-Temnitztal appelliert öffentlich an die
Regierung des Landes Brandenburg, die gesetztliche Grundlage für die
Schließung des Leichensägewerkes in Guben anzuwenden bzw. wenn notwendig zu schaffen.
Der dort praktizierte Umgang mit menschlichen Leichen widerspricht u. E. dem Art. 1 der Verfassung der
Bundesrepublik Deutschland, der die Würde des Menschen für unantastbar erklärt.
Diese Würde gilt es auch zu schützen in Bezug auf den menschlichen Körper nach dem Tode.
Das Bestattungsgesetz des Landes Brandenburg erlaubt nicht den von Herrn v. Hagens praktizierten
kommerziellen Umgang mit toten Menschen, die von ihm zu einem Wirtschaftsgut erklärt werden.
Der Gemeindekirchenrat ruft die Öffentlichkeit auf, sich mit dieser Stellungnahme zu solidarisieren und sich für
die Schließung des Leichensägewerkes in Guben energisch einzusetzen, um die bisherige und geltende
Vorstellung von der Würde des Menschen zu bewahren“.
Für den Gemeindekirchenrat Manker – Temnitztal
Stephan Scheidacker, Pfarrer
Carmen Bauer, Kirchenälteste
Edgar Pleßow, Kirchenältester
einstimmig ohne gegen Stimmen bei null Stimmenthaltungen
Was ist denn ein Leichensägewerk? DeathBull
DeathBull:

das ist von Hagen, der Plastinator

 
30.11.08 12:25
#2
=>   http://herdecke-nord.myminicity.com/env   <=

Deathbull - the posting of art
Was ist denn ein Leichensägewerk? king charles
king charles:

die meinen wohl

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30.11.08 12:27
#3
Eichensägewerk
Grüsse King-charles
Was ist denn ein Leichensägewerk? gruenelinie
gruenelinie:

ä1 Ich finds auch gräßlich und unmenschlich

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30.11.08 12:30
#4
de.youtube.com/watch?v=liOpCcPHauQ
Was ist denn ein Leichensägewerk? Mme.Eugenie
Mme.Eugenie:

Nicht aus der Nazizeit! Man bedenke Neu!

 
30.11.08 12:41
#5

Aktuell

   

Plastinarium

Wolfgang Huber - Kolumne in der BZ

08. Dezember 2006

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, so formulierte Johann Wolfgang von Goethe die Erwartung, an der wir Menschen uns messen lassen müssen. Denn, so begründete er: „Das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen.“ Noch heute setzen sich Jahr für Jahr Schülerinnen und Schüler, auch in unserer Region, mit dem hohen Anspruch in Goethes Gedicht auseinander. Dieselben Schulklassen erleben nun, dass in unserer Region ein Leichensägewerk eingerichtet wird. In der wirtschaftlich gebeutelten Stadt Guben findet das statt. Sogar zuschauen soll man, wenn menschliche Leichname erst plastiniert und dann in Scheiben gesägt werden. In Guben ist die Arbeitslosigkeit so hoch, dass jeder noch so kleine Strohhalm ergriffen wird. Kühne Erwartungen knüpfen sich an das Vorhaben. Es könnte doch sein, dass von Hagens groß raus kommt. Vielleicht wird sein kostenloser Leichenabholservice ein wirtschaftlicher Erfolg. Dann wäre niemand mehr arbeitslos in Guben, von dem es inzwischen heißt, es sei die wirtschaftsfreundlichste Stadt in Brandenburg.

Ein neuer Name wurde auch erfunden, um die Menschen in unserer gesamten Region an der Nase herumzuführen. „Plastinarium“ heißt das Leichensägewerk inzwischen. Das erinnert an das „Bestiarium“; so nannte man früher Käfige, in denen man Tiere zur Schau stellte. Kein Wunder, dass die Begeisterung über neue Arbeitsplätze inzwischen von der Empörung über einen solchen Umgang mit Menschen überlagert wird. Der Protest ist laut, und er ist sehr berechtigt. Es geht nicht um Forschergeist, um neue Erkenntnisse oder um Bestattungshilfe für Arme. Es geht um einen gezielten Tabubruch, mit dem sich Geld verdienen lässt: „Zynisch sei der Mensch, verwertbar und plastiniert“.

Mit diesem Vorhaben sind nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks überschritten. Wenn menschliche Leichname kartenspielend dargestellt werden, hat das mit der Würde des Menschen nichts zu tun. Wenn inzwischen auch ein plastinierter Sexualakt angekündigt wird, ist die Sensationsgier offenkundig.
Eine klare Absage an dieses Vorhaben ist nötig. Der Protest muss öffentlich laut werden. Aber er muss auch praktische Konsequenzen haben. Ich bitte die Leserinnen und Leser der BZ, das Leichensägewerk des Herrn von Hagens zu boykottieren. Und ich erwarte von der Schulverwaltung in Berlin, dass sie dem Vorbild des brandenburgischen Bildungsministers folgt und klar erklärt: Schulausflüge in das Plastinarium von Guben finden nicht statt; denn mit Bildung hat das nichts zu tun.

Schülerinnen und Schüler können aus diesem Vorgang durchaus etwas lernen, ohne dass sie das Leichensägewerk besuchen müssen. Sie können sich fragen, was es mit der Totenruhe auf sich hat, die man nicht auf eine solche Weise stören darf. Sie können sich darüber verständigen, warum es nicht angeht, verstorbene Menschen zu bloßem Material herabzuwürdigen, das man gegen Eintrittsgeld besichtigt. Sie können mit einem alttestamentlichen Psalm fragen: Was ist der Mensch?


 



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-Das ist der Oberhammer-
"Malo mori quam foederari - Lieber sterben als sich entehren"
Was ist denn ein Leichensägewerk? pfeifenlümmel
pfeifenlümmel:

Die meinten

 
30.11.08 12:50
#6
die Landesbank.
Was ist denn ein Leichensägewerk? Mme.Eugenie

Protest der Kirche hat nichts genützt

 
#7
Das Ding ist bereits eröffnet seit 2006Schüler dürfen nicht ins Leichensägewerk

Von WELT.de/dpa 21. November 2006, 00:00 Uhr

In Brandenburg wird es keine Schulausflüge in das neu eröffnete Plastinarium des Gunther von Hagens geben. "Ausgestellte Leichen sind nichts für Kinder", sagt Brandenburgs Bildungsminister Rupprecht und verbietet den regionalen Schulen kurzerhand den Besuch.

Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) hat Schülern den Besuch des umstrittenen Plastinariums in Guben (Spree-Neiße) während des Unterrichts untersagt. „Ein Besuch dieser Ausstellung im Rahmen einer Unterrichtsveranstaltung ist nicht vereinbar mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schule“, betonte Rupprecht. Dazu gehöre auch der Schutz der seelischen Unversehrtheit.

Die Plastinationswerkstatt des Heidelberger Leichenpräparators Gunther von Hagens war am vergangenen Donnerstag unter Protesten besonders der Evangelischen Kirche in einer früheren Tuchfabrik eröffnet worden.

Dort wird den Besuchern unter anderem gezeigt, wie Leichenteile, die beim Plastinationsverfahren durch Kunststoff ersetzt wurden, für Exponate vorbereitet werden. Kinder unter 14 Jahre dürfen das Plastinarium, das auch eine Anatomieausstellung und einen Schauraum mit plastinierten Menschen umfasst, nur in Begleitung Erwachsener betreten.

An den ersten drei Besuchertagen kamen nach Angaben des Plastinariums bis Sonntag etwas mehr als 4000 Menschen, darunter auch Eltern mit Kindern.

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Lunacek, will Minderjährigen generell den Zugang zum Plastinarium verbieten lassen. „Mit der Zurschaustellung von menschlichen Leichen zum reinen Vergnügen und zum Voyeurismus wird ein Beitrag zur Abstumpfung und zur Verrohung geleistet“, erklärte Lunacek. Junge Menschen müssten davor geschützt werden, in Leichen reine Show- und Profitobjekte zu sehen. Für wissenschaftliche Zwecke sei der Einsatz von Plastinaten jedoch akzeptabel.

Rupprecht sagte: „Das Zerschneiden von toten Menschen in aller Öffentlichkeit wie es im „Plastinarium“ geschieht, hat nichts mit wissenschaftlicher Erkenntnis zu tun, sondern dient nur dem Profit und dem Voyeurismus. Das lehne ich entschieden ab.“ Falls Schüler das Plastinarium jedoch bei einer Exkursion oder einem Schulausflug besuchten, gebe es im Gegensatz zum Unterricht keine Pflicht zur Teilnahme. Dann müssten die Schulen selbst entscheiden, ob sie mit den Schülern die Ausstellung besuchen.

Bei minderjährigen Schülern müssten sie vorher jedoch die schriftliche Erlaubnis der Eltern einholen. Rupprecht kündigte als Jugendminister an, das zuständige Ordnungsamt aufzufordern, eine Altersbeschränkung zu erlassen.

SPD-Fraktionschef Günter Baaske sagte, er werde nicht in das Plastinarium gehen. „Ich finde es unangemessen, Menschen zu zersägen, um sie zur Schau zu stellen“. Rechtlich aber gebe es keine Einwände gegen das Plastinarium. Kein Mensch sei gezwungen, die Ausstellung zu besuchen. „Ich rate aber dringend davon ab, Schulausflüge dorthin zu machen.“ Fast 50 bisher arbeitslose Menschen hätten dort Arbeit gefunden. Das Plastinarium sei aber nichts für Kinder.


http://www.welt.de/vermischtes/article96217/..._Leichensaegewerk.html

"Malo mori quam foederari - Lieber sterben als sich entehren"


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