Was hilft gegen die Grippe?

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Was hilft gegen die Grippe? flamingoe
flamingoe:

Was hilft gegen die Grippe?

 
19.10.05 08:38
#1

Was hilft gegen die Grippe?


  

Impfstoffproduktion läuft im Ernstfall erst an

Was hilft gegen die Grippe? 2177116
 

Ein neues Grippevirus, etwa aus den asiatischen Vogelgrippe-Erregern entstanden, könnte zu einer weltweiten Grippewelle – einer Pandemie - mit vielen Millionen Toten führen. Denn wirkungsvolle Impfstoffe, die davor schützen könnten gibt es nicht. Sie können erst dann entwickelt werden, wenn das Virus schon wütet und stehen erst nach Monaten zur Verfügung. Zudem kann Impfen nur zur Vorbeugung dienen – es ist sinnlos, wenn die Krankheit schon ausgebrochen ist. Doch zum Glück gibt es neben dem Impfschutz auch Medikamente, die eine schon ausgebrochene Grippe beeinflussen können. Diese Arzneien enthalten Stoffe, die die Vermehrungskette der Viren im Körper unterbrechen und so die schlimmsten Folgen der Grippe verhindern können.

  

Amantadin – günstig, aber problematisch

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Grafik: Virus befindet sich nach Eindringen in die Wirtszelle noch in der Membrankugel; Rechte: WDR
Amantadin verhindert, dass das in die Wirtszelle eingedrungene Virus sein Erbgut in das Zellinnere entlassen kann. Es bleibt sozusagen in der Membrankugel gefangen und wird nach einer Weile von der Wirtszelle vernichtetVergrößernvergrößern
 

Schon seit Mitte der 1960er Jahre gibt es das erste Anti-Viren-Medikament, Amantadin. Es ist eigentlich ein Mittel gegen Parkinson und verhindert, dass sich das Virus in der Zelle vermehrt: Amantadin blockiert Kanäle in der Zellmembran, so dass das Erbgut des Virus in der Wirtszelle nicht freigesetzt wird. Der Wirkstoff kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung eingesetzt werden. Rechtzeitig eingenommen, reduziert Amantadin die Anzahl der Viren, und die Dauer des Fiebers wird etwa um einen Tag verkürzt.

Allerdings gibt es ein Problem: Viele Virenstämme werden sehr schnell resistent gegen Amantadin. Außerdem hat das Medikament unangenehme Nebenwirkungen, so dass man heute eine andere Medikamentengruppe vorzieht, obwohl diese Mittel teurer sind: die Neuraminidase-Hemmer.

  

Wirksam, aber teuer

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Grafik: Virus ist kurz davor, sich von der Zelloberfläche zu lösen, ist aber noch deutlich mit dieser verhaftet; Rechte: WDR
Die Neuraminidase-Hemmer verhindern, dass sich die Viren von der Oberfläche ihrer Wirtszelle ablösen könnenVergrößernvergrößern
 

Seit 1999 sind die so genannten Neuraminidase-Hemmer auf dem Markt. Dabei handelt es sich um die Medikamente Tamiflu (Wirkstoff: Oseltamivir) oder Relenza (Wirkstoff: Zanamivir). Diese Mittel bewirken, dass die Viren nach ihrer Vermehrung an der Oberfläche der befallenen Zellen hängen bleiben. Sie hemmen ein bestimmtes Enzym, das normalerweise für die Abspaltung der neuen Viren sorgt – und zwar bei jeder Grippeform. Deswegen sind Neuraminidase-Hemmer derzeit die besten Mittel auf dem Markt. Wichtig ist nur, dass die Patienten diese Medikamente innerhalb der ersten 48 Stunden nach Krankheitsbeginn einnehmen. Dann verkürzen die Mittel die Krankheit um einen weiteren halben Tag gegenüber einer Behandlung mit Amantadin (insgesamt 1,5 Tage gegenüber einer Grippe ohne Behandlung).

Zanamivir/Relenza ist nur als Pulver erhältlich, das inhaliert werden muss. Experten geben deshalb Oseltamivir/Tamiflu oft den Vorzug, da es in der Anwendung praktischer ist – es kann als Tablette oder Saft geschluckt werden. Zudem hat es weniger Nebenwirkungen als Zanamivir. Alle Neuraminidase-Hemmer bewirken, dass schwere Zusatzinfektionen wie Lungenentzündungen seltener auftreten, und sie können sogar vorbeugend eingesetzt werden. Leider haben sie einen Haken: es ist kompliziert sie herzustellen und sie sind teuer.

  

Lieferschwierigkeiten bei den Pharmaherstellern

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Seit die Vogelgrippe aus Asien auf den Rest der Welt überzugreifen droht, ist die Nachfrage nach dem bevorzugten Wirkstoff Oseltamivir rapide gestiegen. Doch die Produktion einer Charge des Medikaments dauert etwa sieben Monate bis ein Jahr, die Produktionskapazität ist aber begrenzt. Der Hersteller, das Schweizer Pharmaunternehmen Roche, weitet die Medikamentenproduktion deshalb aus. Im ersten Halbjahr 2005 hat sich der Tamiflu-Umsatz des Unternehmens verfünffacht. Der gewaltige Bedarf ist kaum zu decken, da mittlerweile viele Länder aus Angst vor einer tödlichen Grippe-Welle bei Roche Tamiflu ordern.

  

20 Prozent der Deutschen müssen besonders geschützt werden

Was hilft gegen die Grippe? 2177116
 

Weltweit sorgen die Regierungen im Jahr 2005 für eine drohende Grippe-Pandemie vor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte dazu aufgerufen. Auch in Deutschland hat eine Expertengruppe, unter anderem mit Vertretern des Robert-Koch-Instituts, namhaften Wissenschaftlern und verschiedenen Vertretern der Bundesländer, einen Medikamentenvorrat für 20 Prozent der Bevölkerung empfohlen. Dabei geht man davon aus, dass etwa 27 Millionen Menschen in Deutschland zu Risikogruppen gehören, die besonders von einer Grippe bedroht sind - vor allem chronisch Kranke sowie Menschen über 60 Jahre. Man schätzt, dass etwa ein Drittel dieser Menschen bei einer Pandemie schwer erkranken würde. Das entspricht acht Millionen Menschen, für die die Grippemittel in erster Linie gedacht sind. Darüber hinaus werden die Medikamente aber auch für alle Beschäftigten des Gesundheitswesens sowie für Personen, die zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens benötigt werden, bevorratet. Dazu gehören beispielsweise Krankenschwestern, Ärzte und Pflegepersonal sowie Feuerwehrleute, Polizei und Katastrophenschutz. Dies sind noch einmal rund 7 Millionen Menschen – ergibt insgesamt 15 Millionen Personen, die, grob gerechnet, etwa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen.

  

Das Dilemma mit dem Medikamenten-Vorrat

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Foto: Im Produktionsprozess wird Tamiflu in der Schachtel etikettiert; Rechte: WDR
Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche hat die Produktionskapazitäten von Tamiflu massiv ausgebaut und fährt damit gute Gewinne einVergrößernvergrößern
 

Die deutschen Bundesländer haben erst relativ spät beschlossen Medikameten-Vorräte gegen Grippeviren anzulegen. Deshalb mussten sie sich beeilen, um schnell noch die nötigen Mengen zu ordern. Denn wegen der begrenzten Liefermengen hatte Tamiflu-Hersteller Roche Zeitlimits gesetzt, innerhalb derer die Bestellungen einzelner Länder berücksichtigt werden können – ansonsten würden andere Kunden zuerst beliefert. Mittlerweile hat die deutsche Gesundheitsministerkonferenz mit Roche eine Kaufabsichtserklärung abgeschlossen, es wurden 6,5 Millionen Einheiten Tamiflu bestellt. Hinzu kommen 1,7 Millionen Einheiten Relenza des britischen Pharmakonzerns Glaxo Smith Kline. Insgesamt 94,6 Millionen Euro kostet das die deutschen Steuerzahler. Und das für Medikamente, die nur ein Fünftel der Deutschen versorgen können. Der Vorrat ist nur für besonders gefährdete oder wichtige Gruppen gedacht. Außerdem kann die Epidemie in den nächsten fünf bis zehn Jahren ja auch ausbleiben. Dann läuft das Verfallsdatum der Neuraminidase-Hemmer ab.

  

Länder bestellen zu wenig

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Foto: stilisierte Personengruppen, die zu den 20 Prozent Deutschen gehören, für die Medikamente bevorratet werden soll; Rechte: WDR
Bisher gibt es nicht einmal für 20 Prozent der deutschen Bevölkerung antivirale Medikamente – und ob die bestehenden Vorräte im Katastrophenfall gut verteilt werden könnten, ist auch noch fragwürdigVergrößernvergrößern
 

Wollte man einer Infektion vorbeugen, müsste man für die ganze Bevölkerung von 80 Millionen Menschen Arzneimittel einlagern - unbezahlbar für die Bundesländer. Die tatsächlichen Vorräte würden bei Ausbruch einer Epidemie wahrscheinlich von Zentrallagern der einzelnen Bundesländern aus an Krankenhäuser, Arztpraxen und Gesundheitsämter geliefert. Musterknaben sind bis jetzt Bayern mit einem Medikamentenvorrat für 15,1 Prozent seiner Landesbevölkerung, knapp gefolgt von Nordrhein-Westfalen, das Mittel für 14,8 Prozent seiner Bürger einlagern will. Damit liegen diese Spitzenreiter aber immer noch unter dem geforderten Anteil von 20 Prozent. Möglicherweise sind die notorisch knappen öffentlichen Kassen ein Grund dafür, dass die Länder noch längst nicht den Empfehlungen der Gesundheitsexperten gefolgt sind.

  

Die Mehrheit der Deutschen muss sich selbst schützen

Was hilft gegen die Grippe? 2177116
 

Viele Wissenschaftler warnen vor der Missachtung der offiziellen Empfehlung, die beispielsweise Niedersachsen mit 5,1 Prozent oder Hamburg mit 6,8 Prozent eklatant unterschreiten. Die Folge: Deutschland würde insgesamt für rund 10 Prozent seiner Bevölkerung antivirale Medikamente bereit halten. Und es ist sehr fragwürdig, ob sich die Bundesländer im Chaos einer massiven Grippewelle bereitwillig mit ihren Medikamenten unter die Arme greifen. Die ersten Lieferungen Tamiflu erfolgen übrigens erst im Dezember 2005 und ziehen sich bis ins Jahr 2006. Gut, wenn zumindest bis dahin die Welt von einem aggressiven Grippevirus verschont bleibt.


Harald Raabe

 

http://www.quarks.de

Was hilft gegen die Grippe? Slater
Slater:

gegen Vogelgrippe

 
19.10.05 08:41
#2
hilft nur Vögeln
Was hilft gegen die Grippe? flamingoe
flamingoe:

Millionen Tote - die "Spanische Grippe" von 1918

 
19.10.05 08:44
#3

Millionen Tote - die "Spanische Grippe" von 1918

Der erste Weltkrieg war noch nicht zu Ende, da traf eine neue, nicht für möglich gehaltene Katastrophe die Menschheit. Was hilft gegen die Grippe? 2177134 Es begann im März 1918 mit fiebrigen Erkrankungen in einem Militärcamp in Kansas, USA. Eigentlich nichts Besonderes, aber die Krankheit war außerordentlich ansteckend. Ganze Batallione lagen darnieder. Und schnell verbreitete sich die Influenza über das Land. Mit Truppentransporten gelangte sie nach Europa und innerhalb weniger Monate in nahezu jeden Winkel der Erde.

Über die Ursachen wurde gerätselt. Noch nie war eine Epidemie mit solcher Wucht aufgetreten. So gab es zahlreiche Vermutungen über die Herkunft der so genannten "Spanischen Krankheit". Unter anderem wurden Giftgasrückstände aus Kriegswaffen verdächtigt. Doch ihr ansteckender Charakter sprach deutlich für eine Infektionskrankheit. Zu jener Zeit war das Grippevirus noch nicht entdeckt. Man hielt fälschlicherweise ein Bakterium, den Pfeiffer'schen Influenzabazillus für den Erreger der Grippe. Da dieser Keim sich jedoch jetzt nur unregelmäßig bei den Erkrankten finden ließ, wurde bezweifelt, daß er tatsächlich schuldig wäre. Die Theorie von einem unsichtbaren Virus kam auf, konnte aber noch nicht bewiesen werden.

Im August flaute die Grippewelle überall auf der Welt ab. Schon meinte man, es überstanden zu haben. Aber da kam die Grippe, diesmal ausgehend von Frankreich, mit verheerender Gewalt zurück. Abermals übertrug sie sich sehr leicht von Mensch zu Mensch und wieder ging sie in kurzer Zeit um den ganzen Erdball. Diesmal aber war sie ungleich tödlicher als die erste Welle. Die Todesfälle wurden immer zahlreicher - besonders junge Erwachsene starben innerhalb kürzester Zeit. In vielen Ländern und Städten brach die Versorgung zusammen.

Mit ungewöhnlichen Methoden versuchte man, die Seuche einzudämmen. Schulen und andere öffentliche Was hilft gegen die Grippe? 2177134 Einrichtungen wurden geschlossen. Mancherorts waren auch Versammlungen auf der Straße verboten. In einigen Städten der USA war das Tragen von Gesichtsmasken Pflicht. Zeitweise standen sogar das Husten und Niesen in der Öffentlichkeit unter Strafe.

Anfang 1919 dann verschwand die Spanische Grippe wieder. In einigen Regionen der Erde gab es noch kleinere Epidemien, das große Sterben war aber vorüber. Erst viel später lernte man diese furchtbare Seuche verstehen. Die Grippeviren hatten sich durch Mutationen ihres Erbguts zufällig so verändert, daß sie sehr gut übertragbar waren. Später dann bewirkte eine weitere Veränderung des Erbguts die so tödlichen Folgen einer Infektion.

Die Bilanz der Spanischen Grippe: Weltweit 27 Millionen Todesfälle, in Deutschland etwa 225.000. Es war die verheerendste Seuche, von der wir wissen. Innerhalb weniger Monate starben mehr Menschen als in den vier Jahren der mittelalterlichen Pest. Und auch der gerade erst zuende gegangene Weltkrieg hatte deutlich weniger Opfer gefordert.

Siehe auch: The Influenza Pandemic of 1918

Was hilft gegen die Grippe? flamingoe
flamingoe:

Die jährliche Grippe

 
19.10.05 08:51
#4

Die jährliche Grippe


  

Die Invasion kommt tröpfchenweise

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Grafik:Virus hat zwischen Flimmerhaaren an Zelle angedockt ; Rechte: WDR
Sind Grippeviren erst einmal in den Bronchien angelangt, lösen sie mit einem Enzym die schützende Schleimschicht auf und können so in die Lungenzellen eindringenVergrößernvergrößern
 

Fast jeder hat die typischen Symptome einer Grippe schon einmal am eigenen Leib erlebt. Fängt man sich ein Grippevirus ein, merkt man dies zunächst nicht. Sie kommen meistens über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund –Tausende von Viren, die sich in den winzigen, ausgehusteten oder ausgeniesten Tröpfchen kranker Mitmenschen befinden. Deshalb heißt dieser Übertragungsweg auch Tröpfcheninfektion. Sind die Viren erst einmal bis tief bis in die Bronchien der Lungen gelangt, können sie dort ihr zerstörerisches Werk beginnen. Normalerweise sind die Lungenzellen durch eine Schleimschicht geschützt. Auf ihr bleiben die meisten Fremdkörper und Erreger kleben. Flimmerhärchen transportieren den Schleim mit dem unerwünschten Ballast dann wieder nach außen Richtung Rachen. Aber das Grippevirus löst mit einem Enzym den schützenden Schleim auf und legt damit die Zellen frei. So kann es ungehindert an der Zelloberfläche andocken und in die Zelle eindringen, wo es sich explosionsartig vermehrt. Schon nach wenigen Stunden verlassen unzählige neue Viren die befallene Zelle, die dadurch abstirbt.

  

Der Körper schlägt zurück

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Grafik:Kranker Mann liegt im Bett ; Rechte: WDR
Abgeschlagenheit, Husten, Fieber - Grippeviren und Immunsystem liefern sich im Körper eine Schlacht. Die Viren kämpfen mit schierer Masse, das Immunsystem versucht sie mit verschiedenen Zelltypen in Schach zu haltenVergrößernvergrößern
 

Zellen der Immunabwehr, so genannte Fresszellen, rücken glücklicherweise den Viren meistens zu Leibe und töten sie. Bei ihrer Arbeit schütten sie Botenstoffe aus, um weitere Abwehrzellen anzulocken. Sobald die Fresszellen und Botenstoffe aber in die Blutbahn gelangen, startet auch im Gehirn eine Art Notfallprogramm. Dann beschleunigt sich der Stoffwechsel und die Körpertemperatur steigt an: Fieber! Zwei Tage hat sich die Grippe unmerklich im Körper ausgebreitet - jetzt fühlt sich die betroffene Person auf einmal elendig krank. Sie wird von Kopf- und Gliederschmerzen gepeinigt, während das Fieber in kurzer Zeit stark ansteigt. Um die unzähligen Viren loszuwerden, produzieren die Bronchien immer mehr Schleim. Unterdessen sind aber schon so viele Zellen zerstört worden, dass der Schleim nicht mehr richtig abtransportiert werden kann. Er sitzt fest: Husten! Meistens kommt die erste Hustenattacke ein bis zwei Tage nach dem Fieber. Der Husten hält sich etwa eine Woche und die Nase fängt auch an zu laufen. Mittlerweile fällt somit das Atmen schon richtig schwer: Grippe total! Doch das Immunsystem hört nicht auf zu arbeiten. Den Fresszellen kommen weitere Zellen des Immunsystems zur Hilfe. Diese Zellen produzieren Antikörper oder helfen als "Killerzellen", die Viren abzutöten. Die Antikörper gelangen ebenfalls ins Blut und bilden dort das so genannte Immun-Gedächtnis. Denn, sollte zu einem späteren Zeitpunkt wieder einmal ein ähnliches Grippevirus in den Körper gelangen, wird dieses von den Antikörpern erkannt und kann sofort unschädlich gemacht werden.

  

Die Grippewelle 2004/2005 in Deutschland

Was hilft gegen die Grippe? 2177147
 

Was hilft gegen die Grippe? 2177147
 

Fast jedes Jahr schwappt eine Grippewelle durch Deutschland. Ihre Heftigkeit hängt unter anderem davon ab, welche Varianten des Influenza-Virus unterwegs sind. Manchmal kommen die Grippeviren in nur wenig veränderter Gestalt - dann sind viele Menschen gegen die neue Infektion immun und überstehen die Grippewelle unbeschadet. Wenn aber eine Variante im Umlauf ist, die sich stärker von ihren Vorgängern unterscheidet, dann werden besonders viele Menschen krank. So war es im Winter 2004/2005, als eine relativ heftige Grippewelle Deutschland traf. Um Sylvester herum flackerte die Krankheit das erste Mal auf, betroffen waren vor allem Teile Bayerns. Noch zu Beginn des Jahres wurden kaum Grippefälle gemeldet - doch im Februar rollte die Welle richtig an: von Südosten schwappte sie nach Westen und Norden, ergriff ganz Norddeutschland und lief Ende März dann im Nordosten der Republik aus. Ärzte konnten zwei Typen der Influenza A nachweisen: Viren vom Typ H3N2 waren doppelt so häufig unterwegs wie die vom Typ H1N1. Außerdem kursierten auch Viren der Influenza B. Die Bilanz des Robert-Koch-Instituts ein halbes Jahr nach Ende der Epidemie: nach vorläufigen Schätzungen hat die Grippe 2005 rund 15000 Menschen das Leben gekostet, vor allem Alte, Kranke und Schwache.

  

Völlig verändertes Muster

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Grafik: Weltkarte; Rechte: WDR
Weltweite Vernetzung des internationalen FlugverkehrsVergrößernvergrößern
 

Sollte das Vogelgrippevirus H5N1 eines Tages leicht von Mensch zu Mensch übertragbar sein, dann droht eine weltweite Grippeepidemie – eine so genannte Pandemie. Ihr könnten weit mehr Menschen zum Oper fallen als durch die alljährlichen Grippewellen. Experten schätzen für diesen Fall die Zahl der Todesopfer allein in Deutschland auf knapp 50.000. Um auf eine Pandemie vorbereitet zu sein, versuchen Fachleute, möglichst genaue Vorhersagen für ein solches Szenario zu treffen. Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen beschäftigen sich mit der Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Sie haben ein Modell entwickelt, mit dem sie recht gut das Ausbreitungsmuster einer Epidemie vorhersagen können. In vergangenen Jahrhunderten hätte sich eine Seuche in langsamen Wellen über die Welt gezogen – heute muss man fürchten, dass sie sich viel schneller und nach einem völlig anderen Muster über den Globus verbreitet. Denn früher legten die Menschen pro Tag deutlich kürzere Strecken zurück. Ganz anders heute: innerhalb weniger Stunden kann man sich an jeden beliebigen Ort der Welt begeben. Daher berücksichtigen die Forscher in ihren Computersimulationen die weltweite Vernetzung durch den internationalen Flugverkehr.

  

Globales Transportsystem für Viren

Was hilft gegen die Grippe? 2177147
 

Auf der Karte links ist zu sehen, wie dicht sich das Netz der Flugrouten um die Erde spannt. Die Göttinger Forscher haben dazu die Daten von mehr als 95 Prozent des gesamten Flugverkehrs einfließen lassen. Je heller eine Verbindung, desto mehr Passagiere fliegen täglich auf ihnen hin und her. Die gelben Routen sind besonders stark frequentiert – auf ihnen reisen 25.000 Menschen pro Tag.

Anhand dieser Daten konnten die Wissenschaftler zum Beispiel berechnen, wie sich eine Epidemie innerhalb der ÙSA ausbreiten würde. Die Animationen des Max-Planck-Instituts verdeutlichen für die USA, wie die Krankheit heute an immer neuen Orten ausbrechen würde und sich von dort aus weiter ausbreitet.


Was hilft gegen die Grippe? 2177147
 


Nach den Modellen der Göttinger Wissenschaftler hilft es im Falle einer Pandemie nichts, wenn einzelne, besonders stark frequentierte Flugrouten stillgelegt würden. Stattdessen sollte man zentrale Knoten komplett isolieren, um die Ausbreitung der Seuche zu unterbinden. Solche Knotenpunkte sind zum Beispiel die Flughäfen in Frankfurt, London und New York. Sie müssten im Falle einer drohenden Pandemie so schnell wie möglich geschlossen werden. Die Behörden dürften nicht einen einzigen Tag zögern.


Katrin Krieft, Daniel Münter, Harald Raabe, Silvio Wenzel

Was hilft gegen die Grippe? flamingoe
flamingoe:

FAQ Vogelgrippe

 
19.10.05 09:04
#5
Was hilft gegen die Grippe? AbsoluterNeuling
AbsoluterNeul.:

Ich denke zu 99%, dass...

 
19.10.05 09:11
#6

...die Vogelgrippe keine grösse Gefahr im Hinblick auf eine Pandemie darstellt.

Für die restlichen 1% habe ich 4 Therapieeinheiten Tamiflu für meine Familie eingelagert.

Ansonsten kann ich jedem nur empfehlen, sich regelmässig gegen Grippe impfen zu lassen - nicht nur wegen der derzeitigen Vogelgrippe-Problematik, sondern eher wegen der nächsten menschlichen Influenza-Pandemie.


Absoluter Neuling

Eine ...be happy and smile findet statt.

geschichtsunterricht ist das eine,
die wahrheit oftmals eine andere.
war in meck/pomm und es gab nur einen,
der bei diesem lehrer je eine 1+
in der mündl. prüfung bekam.
(http://www.ariva.de/board/197085 #228)


Was hilft gegen die Grippe? gurkenfred
gurkenfred:

AN: vom doc verschreiben lassen, oder

 
19.10.05 09:26
#7
wie biste dran gekommen?
wie lange ist das zeug haltbar???

mfg
GF

Was hilft gegen die Grippe? AbsoluterNeuling

Phew

 
#8

<set AN=immunized>

Allen Nicht-Geimpften: Viel Glück!


Absoluter Neuling

Eine ...be happy and smile findet statt.

geschichtsunterricht ist das eine,
die wahrheit oftmals eine andere.
war in meck/pomm und es gab nur einen,
der bei diesem lehrer je eine 1+
in der mündl. prüfung bekam.
(http://www.ariva.de/board/197085 #228)


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