Was gelingt den Deutschen "Rumpelfüsslern"?

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Was gelingt den Deutschen
bilanz:

Was gelingt den Deutschen "Rumpelfüsslern"?

 
11.06.04 12:25
#1
Am Ende wieder einmal: Deutschland über alles? "Schaun wir mal" würde Beckenbauer dazu sagen. Die Grössten in Europa sind die deutschen Fussballer unbestritten, zumindest in der Satistik.
Chapeau, grosser Nachbar. Oder einfach nur: Hut ab Jungs.

Und was ist jetzt? Hier in Portugal? Triumpf oder Desaster?
Die innere Zerissenheit der Deutschen zeigt sich nirgends besser als in "Bild", das frei nach Adenauers Motto schreibt: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern". Nach dem 1:5 in Rumänien machte das Zentralorgan der Vereinfachung das Nationalteam zu "Rudis Wursttruppe" und fürchtete bereits ein 0:10 gegen Holland. Nach dem die Holländer aber gegen Belgien zu Hause verloren hatten, jubelte es: "Sie fürchten uns wieder!" Dummerweise ist nun wieder das 0:2 gegen Ungarn dazwischen gekommen. Für Bild wurde die "Wursttruppe" zu "Gulasch".
Normalerweise ist Völlers Team nicht viel zuzutrauen. Dafür spielt es weiter schlechten Fussball, und darum gilt Bechenbauers Wortschöpfung von den "Rumpelfüsslern" unverändert. An der letzten WM waren sie so bis in den Final gerumpelt, die Aesteten schauderte es, die Kritiker lästerten, und die Deutschen und ihre Freunde fühlten sich ungerechtfertigt attakiert. Man mag sie weil sie erfolgreich sind, oder man mag sie nicht weil sie da sind.
Aber eben: Was schaffen sie an der EM?

Kahn ist nicht mehr der Kahn von früher, Ballak mehr mit Werbung als mit Leistung beschäftigt, Podolski (Prinz Poldi) zu unerfahren wie auch Bastian Schweinsteiger (Schweini), die Ausbildung ungenügend, die Taktik veraltet, die Technik überholt, der Teamchef im Ungewissen, was er von seiner Elf erwarten kann. Sie sagen selbst, dass sie nicht gut spielen, keine Fortschritte machen, dann behaupten sie trotzig: "Dennoch können wir Europameister werden".
Wenn daraus nichts wird, sondern sich das Talent der Franzosen oder Holländer oder Italiener durchsetzt, wenn die Deutschen früh nach Hause fahren, leiden die einen. Die anderen können sich auf die Kommentare von "Bild" und Beckenbauer freuen.  
Was gelingt den Deutschen
Immobilienhai:

egal, um besser als die schweiz zu sein reichts

 
11.06.04 12:30
#2
alle mal....

also klappe halten und vor der eigenen haustür putzen, da hast du genug zu tun...
Was gelingt den Deutschen
chrismitz:

Immo, das kann doch wirklich kein Maßstab sein! o. T.

 
11.06.04 12:35
#3
Was gelingt den Deutschen
AbsoluterNeul.:

So sicher wie ein EU-Gipfeltreffen

 
11.06.04 12:35
#4
Den Schweizern gefällt es in ihrem wunderbaren Hotel in Portugal. Auch der Trainingsplatz ist vom Feinsten.

Fabian Ruch, Obidos

Nein, es geht nicht zum Gipfel führender EU-Politiker. Obwohl, das Ambiente würde den Regierenden des Kontinents gewiss auch behagen. Das Marriott-Hotel als luxuriös zu bezeichnen, würde der Anlage nicht ausreichend gerecht werden. Jedes Detail scheint wie von Zauberhand am richtigen Ort zu stehen - der Rasen des Golfplatzes sieht aus, als ob er jeden Tag neu ausgerollt werden würde. Und obwohl der konstruierte Ferientempel ungefähr so in die karge Landschaft passt wie ein Skilift in die Wüste, sind die Schweizer Nationalspieler zu beneiden. Sie dürfen während der EM an diesem wunderbaren Flecken wohnen, essen, schlafen, Golf spielen. Und trainieren.
Warum trotzdem der Eindruck entsteht, es könnte ein brisantes Treffen hochrangiger Minister über die Bühne gehen? Weil der Weg zum Schweizer Trainingsgelände gleich unterhalb des Hotels in Obidos einer Hochsicherheitszone gleicht. Alle drei Meter wartet ein Ordner, der überprüft, das wirklich nur jemand ans Spielfeld gelangt, der auch die Berechtigung dazu hat. Rund um den Rasen sind zahlreiche Polizisten postiert. Die ganze Szenerie wirkt reichlich grotesk.


Die armen Torhüter

Trotzdem herrscht am späten Dienstagnachmittag eine gelöste Atmosphäre. Zum ersten Mal nach ihrer Ankunft trainiert die Schweiz intensiv, wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel gegen Kroatien gehen die Vorbereitungen in die entscheidende Phase. Die Stürmer üben sich im Torschusstraining, und die eingesetzten Torhüter Pascal Zuberbühler und Fabrice Borer tun einem schon fast Leid: Sie werden bei vier angreifenden Stürmern und ohne eigene Verteidiger regelrecht abgeschossen. «Stell doch du dich mal ins Tor», ruft Zuberbühler dem feixenden Daniel Gygax zu, als dieser bemerkt, dass ja praktisch jeder Schuss ein Treffer sei.


Ernsthaft, aber auch lustig
Auf der anderen Seite des Platzes übt Stammkeeper und Captain Jörg Stiel mit den Verteidigern das Abwehrverhalten bei langen Bällen. Trainer Köbi Kuhn steht daneben und korrigiert seine Defensivabteilung. «Weiter nach links», ruft er Murat Yakin zu. «Ich will sehen, dass du dich aus der Viererkette löst», sagt er Patrick Müller, als dieser nach einem Ballgewinn zu lange statisch verharrt.
Ernsthaft, aber durchaus auch lustig geht es zu und her. Die Kicker und ihr Trainerstab haben auch allen Grund zum Strahlen. «Besser könnten die Bedingungen nicht sein», sagt Kuhn über den Fussballplatz, der in rund zwei Monaten aus dem Boden gestampft worden ist. Hier und auf der Sportanlage von Obidos hält die Schweiz abwechselnd ihre Einheiten ab. Und zumindest der Rasen beim Hotel erreicht beinahe die Qualität eines Greens auf einem Golfplatz.
Auf jenem beim Marriott - mehrfach international ausgezeichnet - werden die Golfer unter den Schweizer Fussballern bestimmt die eine oder andere Runde drehen. Es muss auch in ihrem Interesse sein, möglichst lange an diesem idyllischen Ort weilen zu dürfen.  

Was gelingt den Deutschen

Es ist der Wille, der zählt.

 
#5
Mit Schönheit, Ästhetik oder Eleganz ist noch keiner Meister geworden.

Und weil wir Deutschen einfach nicht verlieren können, oder im Falle des Verlierens immer einen Schuldigen brauchen, sehe ich unsere Stolpertruppe im Finale.

So einfach ist das.


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