Vorsicht Jungs!

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Vorsicht Jungs! anarch.

Vorsicht Jungs!

 
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Emma hilft Pornos suchen

Keine Woche ist die feministische Zeitschrift online, schon sorgt sie im Netz für Kontroversen: Mit einem Text, der Frauen Tipps gibt, Sex-Bilder auf dem Rechner ihrer Männer zu finden.

09. Dez 10:18

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Frauen helfen - Alice Schwarzer hat Porno-Surfer im Visier.
Foto: emma.de

Die Einleitung klang vielversprechend: «Was treibt Ihr Mann oder Sohn eigentlich so am PC, wenn er alleine ist?» stand in einem der ersten Artikel, die zum späten Internet-Start der feministischen Frauenzeitschrift Emma seinen Weg ins Web fand. Darin wird den Leserinnen detailliert auseinandergesetzt, wie sie Pornographie am PC finden - per Suche und mit Hilfe von «Detektivprogrammen».

Der Text bewegt sich auf Einsteigerinnen-Niveau: «Falls Sie sich der geheimnisvollen Kiste Computer noch nie genähert haben, lassen Sie sich von Ihrem Mann zeigen, wie Sie einen Brief schreiben.» Doch anstatt von den Nutzerinnen mit Begeisterung aufgenommen zu werden, führte der Beitrag, offensichtlich Teil der von Emma seit langem durchgeführten «PorNO»-Kampagne, in weiblichen Internet-Kreisen für Kontroversen.


Ausspähen des Gatten

Andrea Wardzichowski, User-Nickname «Princess», stellte ihre Meinung zu dem Artikel gar auf die Domain, mit der der Text überschrieben war: www.gattinnen-im-netz.de - sie war bislang nicht registriert gewesen. Sie habe dies getan, weil sie nicht sicher sei, in wie fern ihr Brief auch auf Emma.de veröffentlicht werde.

Wardzichowski, selbst im technischen IT-Bereich tätig, stieß insbesondere übel auf, dass der Artikel von einer grundsätzlichen weiblichen Computerunkenntnis ausgegangen sei: «Als wenn wir alle so hilflos wären, dass uns die Männer am Rechner helfen müssten!»

Im Emma-Gästebuch fragt sich derweil das weibliche Publikum, ob «der Artikel zum Ausspähen der werten Ehegatten eine Satire» gewesen sei. Andere halten ihn für «mehr als nur peinlich.» Problematisch sei auch das Spionage-Ansinnen: «Dieses 'was sind denn das für Dateien, Schatz?' fördert ja wohl in keinster Weise das Vertrauen in den anderen», schreibt Sina, 24, aus Hamburg.


Nur für Nicht-Userinnen

Inzwischen schrieb 'Emma', von der harschen Reaktion vieler Nutzerinnen offenbar überrollt, man habe in der aktuellen Ausgabe seiner Zeitschrift doch auch andere Texte, die sich an «weibliche Internet-Profis» richteten und nicht nur für «Nicht-Userinnen» seien.

Jede dritte Frau ginge heute in Deutschland online: «Liebe Frauen, wir halten Euch überhaupt nicht für blöd.» Irritiert dürfte die wohl auch haben, dass die PC-Porno-Suchhilfe ausgerechnet von einem Herrn der Schöpfung verfasst wurde. «Ich habe festgestellt, dass erschreckend wenige Frauen über diese Dinge Bescheid wissen», schreibt der Autor, «Kollege Achim Wagenknecht aus Wuppertal».

Emma hat schon seit den Anfängen des Internets ein zwiespältiges Verhältnis zum welweiten Datenaustausch: 1991 hatte das Blatt über Pornos in den an Hochschulen verfügbaren Newsgroups des Usenet berichtet. Ein Sturm der Entrüstung bei (oft männlichen) Nutzern folgte, die sich des Vorwurfs des ständigen Sex-Bildchenkonsums ausgesetzt sahen.



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