Volkstäuschung erster Klasse

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Volkstäuschung erster Klasse ottifant
ottifant:

Volkstäuschung erster Klasse

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17.09.04 15:15
#1
"Volkstäuschung erster Klasse"
Münchner CSU versucht den Neuanfang - mit der alten Garde

Mit den Neuwahlen des Vorstands will die Münchner CSU heute einen Schlussstrich unter die Querelen um Kultusministerin Monika Hohlmeier und die Perlacher Wahlaffäre ziehen. Der von CSU-Chef Edmund Stoiber geforderte Neuanfang aber gleicht einer Rückkehr der alten Garde. Das Durchschnittsalter steigt, Hoffnungsträger fehlen - und erneut wird Kritik laut, die Münchner CSU schlingere orientierungslos dahin.

Unter Beobachtung: CSU-Chef Edmund Stoiber (l.) will bei der Wahl des neuen Vorsitzenden Otmar Bernhard dabei sein.


Vor wenigen Wochen hatte Stoiber - der zahlreichen Affären des Münchner Verbands überdrüssig - ein Machtwort gesprochen. Der Vorstand müsse neu gewählt werden, künftig an einem Strang ziehen und so zu einer "Lokomotive" für die CSU in ganz Bayern werden. Die Weichen sind nun gestellt. Beim heutigen Bezirksparteitag wird der alte Vorstand geschlossen zurücktreten - um dann unter Stoibers Augen postwendend wiedergewählt zu werden.
Die Ära Hohlmeier gilt damit als beendet. Nur 13 Monate hatte die Strauß-Tochter den Skandal-Verband als Vorsitzende geleitet, bis die Querelen eskalierten und sie zurücktrat. Jetzt soll ihr der Landtagsabgeordnete Otmar Bernhard (57) nachfolgen.

Mit Hohlmeier (42) verabschiedete sich auch ihr Gefolge aus dem Vorstand. Der in die Wahlaffäre verstrickte frühere JU-Chef Rasso Graber (30) musste quittieren, ebenso der Landtagsabgeordnete Joachim Haedke (34). Schatzmeister Ralph Burkei (47) nahm kurz nach Hohlmeiers Rückzug seinen Hut, nannte aber keine Gründe. Der Stadträtin Mechthilde Wittmann (36) und der Geschäftsführerin im Kreisverband Giesing-Harlaching, Inga Brückmann (35), wurde allzu große Nähe zu Hohlmeier und Haedke nachgesagt. Beide treten deshalb nicht mehr an.

Für das Sextett soll jetzt das CSU-Establishment nachrücken: der Bundestagsabgeordnete Herbert Frankenhauser (59), der Chef der Senioren-Union, Stadtrat Reinhold Babor (65), Stadtrat Walter Zöller (64), der frühere Bezirksgeschäftsführer Richard Quaas (52) und der "Benjamin" der Neuen, der Landtagsabgeordnete Joachim Unterländer (47). Mit ihnen steigt das Durchschnittsalter im Vorstand von 44 auf 50 Jahre.

Unumstritten ist diese Lösung nicht. 2008 die Mehrheit im Stadtrat zu erobern, "ist mit dieser Personalie nicht zu schaffen", so der frühere parlamentarische Staatssekretär im Bonner Wirtschaftsministerium, Erich Riedl (CSU). Auch seien die Delegierten dieselben wie bei Hohlmeiers Wahl. Dies sei keine Reform, sondern eine "Volkstäuschung erster Klasse".

In Führungskreisen ist jedoch bereits die Rede davon, dass der künftige Vorstand im Wesentlichen bis 2010 Bestand haben könnte. Zudem sei schon bei Stoibers Forderung nach einer Neuwahl klar gewesen, dass die führenden Köpfe der Münchner CSU bleiben würden und nur eine neue Legitimation bräuchten.

Der stellvertretende Vorsitzende, Hans Podiuk, gibt sich zuversichtlich. "Ich bin überzeugt, dass es klappt." Allerdings müsse der neue Bezirksvorstand nach der Wahl "kräftig an die innerparteiliche Reinigung herangehen".
Volkstäuschung erster Klasse danjelshake

habt ihr denn was anderes erwartet?? o. T.

 
#2


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