Verstaatlichung der Banken

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Verstaatlichung der Banken ruhrpottzocker
ruhrpottzocker:

Verstaatlichung der Banken

4
24.09.08 11:36
#1
Die Banken haben jetzt also doch selber ihre eigene Verstaatlichung betrieben. Wen wundert es ? Jahrzehntelang haben sie diese Absicht urgendwelchen Linken unterstellt, die diese gar nicht hatten, aber durch ihre eigene Maßlosigkeit haben sie es jetzt selber geschafft.

Den Steuerzahler wird das eine Menge an Geld kosten. Er muss viel bezahlen für etwas, was nicht viel wert ist, weil es a la DDR heruntergewirtschaftet wurde.

Bleibt zu hoffen, dass das, was jetzt fast wertlos ist, dann, wenn es wieder was wert ist, nicht wieder in die Hände von Spekulanten und Hasardeuren fällt.

Wie kontrolliert man seine Geldverwaltungen ? das ist die Fragte der Zukunft !
Verstaatlichung der Banken rightwing
rightwing:

moment mal

2
24.09.08 11:40
#2
... von welchen banken redest du da - den deutschen? es waren doch gerade die staatlichen und landesbanken, die sich die finger verbrannt haben, oder?
Verstaatlichung der Banken ruhrpottzocker
ruhrpottzocker:

Deutsche Banken ?

 
24.09.08 11:44
#3
Banken sind auf unserem Globus schon lange keine nationale Veranstaltung mehr .......... zwar gibt es unterschiedliche nationmale Gesetze und Regeln, aber das spielt hierbei keine Rolle.

Deutsche Banken interessieren deshalb nicht, auch wenn eine NOCH so heisst ....
Verstaatlichung der Banken rightwing
rightwing:

holzschnitthaft

 
24.09.08 11:48
#4
... ich finde diese groben watschen einfach unscharf - man kann doch nicht einfach darüber hinweggehen, dass es bei uns vor allem die staatliche ikb getroffen hat.  
Verstaatlichung der Banken BarCode
BarCode:

Bei uns hat das System doch noch relativ

 
24.09.08 11:49
#5
gut gehalten bisher.
Angesichts der Dimensionen, die die Krise - ausgehend von den USA - global gesehen hat, sind wir in D doch bisher vergleichsweise recht glimpflich weggekommen. Mal abgesehen von der peinlichen Panne bei der KfW haben das Bankensystem in Deutschland und die Banker hier noch einen recht ordentlichen Job gemacht.
Angesichts der internationalen finanziellen Verflechtungen einer Volkswirtschaft, die für knapp eine Billion im Jahr exportiert und weltweit Anleihen in hohem Ausmas dealt, sind die bisherigen Verluste in Deutschland vergleichsweise gering. Nur die relativ unbedeutende (hauptsächlich von den Arbeitgebervereinigungen kontrollierte) IKB ist letztlich hops gegangen. Und ein paar Staatsbanken haben offenbar versucht, auch mal am großen Rad zu drehen, was ihnen eigentlich verboten gehört.

Aber alles in allem: In den USA belaufen sich die staatlichen Interventionen auf ca. 1 Billion Dollar, das gesamte Bankensystem ist ein Trümmerfeld, es gibt Pleiten gigantischen Ausmaßes (allein Lehman hatte 900 Mrd. Schulden hinterlassen).
In Deutschland belaufen sich dagegen die öffentlichen Interventionen auf ca. 12 Mrd, die Gesamtverluste der Banken halten sich bisher in einem Rahmen, den sie ohne weiteres schultern können.
Da muss man schon sagen: Die deutschen Banker sind offenbar wesentlich besser als ihr Ruf.
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(T. S. Eliot)
Verstaatlichung der Banken DarkKnight
DarkKnight:

rpz: den Landesbanken kann nix passieren, weil

 
24.09.08 11:49
#6

die nämlich ihre Bücher nach der Einnahmen-Ausgabenrechnung führen.

 

Der Gewinn ist das, was mehr in der Kasse ist. Und weil sie alle die Behindertenquote erfüllen und auf der Ausgabenseite dort die Leute beschäftigen, werden da einfach mal ein paar zu spät oder gar nicht bearbeitet.

Denen geht es hervorragend, glaubs mir ....

Verstaatlichung der Banken ruhrpottzocker
ruhrpottzocker:

okay, dann sehe ich z.B. Lehmann Brothers unscharf

 
24.09.08 11:50
#7
Die tun nur so und sind in Wahrheit gesund ?
Verstaatlichung der Banken AbsoluterNeuling
AbsoluterNeul.:

Ich hatte nicht den Eindruck, das #1 sich nur auf

 
24.09.08 11:52
#8
D bezieht, BarCode.
...only the good can judge me...
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Verstaatlichung der Banken ruhrpottzocker
ruhrpottzocker:

Wer Banken nur auf Deutschland bezieht,

 
24.09.08 11:53
#9
meint auch, dass Deutschland eine Insel ist ........

Na ja, irgendwo schwimmen wir ja alle. ....... ;-))  
Verstaatlichung der Banken rolo
rolo:

Äahem, die IKB ist NICHT Staatlich...

 
24.09.08 11:59
#10
ehedem Privatbank. Die KfW wurde nur dazu gedrängt einen größeren Anteil zu übernehmen. NAchdem man gemerkt hat das die "guten" Papiere die andere Privatbanken u.a Deutsche Bank der IKB zum "parken" verkauft hat, ein "gewisses Risiko" in sich bergen...Et voila, eigene Bilanz relativ sauber und für die Risiken hat man ja jetzt den Staat größtenteils.
"Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht der Erfolglosen"
Verstaatlichung der Banken rightwing
rightwing:

ursachenforschung

 
24.09.08 12:00
#11
woher kam die krise denn? der amerikanische staat begünstigte eine praxis, die es menschen faktisch ohne eigenkapital ermöglichte zu wohneigentum zu kommen. dass ausfallrisiko trugen also die banken. dass immobilien in manchen konjunkturphasen massiv überbewertet werden, kann man nicht den banken anrechnen, sondern nur dem markt - wenn nun die gegendeckung der schulden, also die immobilien auf ihr "normalmass" schrumpfen, haben die banken und die nachgelagerten kreditabsicherer ein problem ... ehrlich gesagt kann ich hinter diesen vorgängen nicht die grosse, fiese und dreckskapitalistische bösartigkeit erkennen, die dem ganzen crash nachgesagt wird - das alles ist tragisch und natürlich in erster linie dumm, da die amerikaner ja mehrfach zu besserer kontrolle und transparenz aufgefordert wurden.
Verstaatlichung der Banken BarCode
BarCode:

Ja nun.

 
24.09.08 12:04
#12
Es gibt nunmal unterschiedliche nationale Regelungen für die Banken. Auch wenn sie natürlich internationale Konzerne sind. Aber es ist eben kein Zufall, dass die Krise von den USA ausgeht. Die Regeln dort waren offensichtlich nicht so wirksam wie hier.

Es war übrigens eine Lehre aus der Krise von 1929, in den USA die Investmentbanken und die Geschäftsbanken auseinanderzudividieren, weil man die Kundeneinlagen vor Spekulationsverlusten schützen wollte. Die Investmentbanken wurden seinerzeit sehr intensiv kontrolliert. Aber das wurde dann jetzt zur Falle: Im Laufe der Jahre hat man den Investmentbanken im Namen des freien Marktes mehr Freiheiten gegeben als je zuvor und sämtliche Regularien, die der Sicherheit dienten, abgeschafft.

Die smarten Investmentbanker galten eben als die großen Zampanos, die alles im Griff haben und Geld scheißen können. Der Dämpfer kommt leider sehr spät und deshalb mit entsprechender Wucht. Leider halt auch mit Auswirkungen auf die (bizarrer Begriff) "Realwirtschaft".
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Verstaatlichung der Banken vega2000
vega2000:

Allianz, die Münchner Rück & die Deutsche Bank

2
24.09.08 12:06
#13
sind dabei in den USA die Filetstücke aus den Pleite gegangen Unternehmen zu fischen, -also bitte nicht die Versicherung aussen vor lassen.


Nebenbei ein interessanter Artikel aus der FTD:

Wolfgang Münchau: Eure Währung, Euer Problem
von Wolfgang Münchau
Der Rettungsplan von US-Finanzminister Hank Paulson ist nicht nur 700 Mrd. $ schwer. Er ist auch der bislang größte wirtschaftspolitische Fehler der Bush-Administration.


In der letzten Woche war ich recht pessimistisch, was die weitere Entwicklung der Finanzkrise angeht. Nach der Rettungsaktion von US-Finanzminister Hank Paulson bin ich noch viel pessimistischer. Denn dieses Paket hat drei grundlegende Probleme.

Erstens ändern die Aufkäufe von Schrottpapieren nichts an der zu schwachen Kapitalisierung der Banken. Das Problem ist behebbar und wird möglicherweise behoben. Momentan verhandelt der Kongress darüber, ob die Regierung als Gegenleistung für den Aufkauf dieser Papiere Vorzugsaktien der Finanzinstitute erhalten sollte.

Zweitens verzögert diese Aktion den absolut notwendigen Schrumpfungsprozess des amerikanischen Finanzsektors und behindert die Anpassung der aufgeblasenen Wertpapierpreise. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist in den USA der Anteil des Finanzsektors von zwei Prozent auf nahezu acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gestiegen. (Es gibt auch andere Zahlen, die auf anderen Klassifizierungen beruhen. Entscheidend ist, dass sich der Anteil vervierfacht hat.) Es ist zwar müßig, über den optimalen Anteil zu streiten. Aber es ist offensichtlich, dass er in den USA im Post-Subprime-Zeitalter zu hoch ist. Nur hängt das amerikanische Establishment leider immer noch an der Idee, dass der Finanzsektor auf Biegen und Brechen in seiner jetzigen Größe erhalten werden muss.


Eher 2000 als 700 Mrd. Dollar

Das dritte Problem ist das gravierendste. Der Schuldenstand der USA wird als Folge dieser Krise dramatisch ansteigen. Man sollte dazu wissen, dass es sich nämlich nicht um ein "700-Mrd.-$-Paket" handelt, wie Zeitungen schreiben. Die Summe bezieht sich lediglich auf die Obergrenze der Staatsverschuldung, die um diesen Betrag angehoben wird. Sie ist eine Art Bilanzsumme, keine Ausgabensumme. Je nachdem, wie die Schrottpapiere bewertet werden, kann und wird die US-Regierung weit über diese Grenze hinaus intervenieren.

Ich gehe mittlerweile davon aus, dass sich der Gesamtschaden dieser Krise allein in den USA auf über 2000 Mrd. $ belaufen wird. Diese Summe wird sich erhöhen, wenn es Verwerfungen im Markt für Credit Default Swaps gibt - womit ich ebenfalls rechne. Wenn wir die Verluste der Marktteilnehmer kompensieren wollen, und das sieht Paulsons Plan letztlich vor, schwellen die Schulden um diesen Betrag an. Die Finanzkrise ist somit ökonomisch für die USA mindestens so gravierend wie die Wiedervereinigung für Deutschland.

Hier ein paar Rechnungen auf dem Rücken eines Briefumschlags: Die öffentlichen Schulden liegen bislang bei rund 37 Prozent des BIP. Die Schulden verschiedener halbstaatlicher Betriebe und Agenturen belaufen sich auf ungefähr 29 Prozent, was zusammen 66 Prozent ergibt. Dazu kommen noch mal 20 oder 30 Prozent vom BIP durch die Finanzkrise. Das ergibt einen möglichen Schuldenstand von knapp 100 Prozent. Somit bewegen sich die Vereinigten Staaten in puncto Haushaltspolitik in Richtung Japan und Italien.

Jetzt stellt sich die Frage, wie die USA damit umgehen werden. Wird die amerikanische Regierung als Konsequenz steigender Schuld eine gnadenlose Konsolidierungspolitik betreiben? Natürlich nicht. Man wird doch nicht die Steuern erhöhen, so wie wir das machen würden. Oder würden die wachsenden Staatsschulden dadurch teilweise kompensiert, dass der Privatsektor weniger konsumiert und seine Schulden abbaut? Das wird zum Teil passieren. Das Zeitalter negativer Sparquoten ist sicherlich vorbei. Aber ich erwarte in den USA keine deutschen Sparquoten.


Teil 2: Mit Vollgas Richtung Stagnation >>

www.ftd.de/meinung/leitartikel/...ung-Euer-Problem/417429.html
Es ist besser mit den Augen die Tür zu finden, als mit dem Kopf durch die Wand zu gehen!
Verstaatlichung der Banken BarCode

Im Moment ist die große Zeit

 
#14
der Zukunftspropheten und Glaskugelleser. Je nach Gusto oder weltsicht werden die verschiedensten Szenarien für die zukunft dahergebrabbelt. Aber keiner kann wirklich voraussagen, wie es am Ende aussieht.
Z.B. Zinsen in den USA: Es ist keineswegs sicher, dass die Zinsen durch die Staatsinterventionen steigen oder die Inflation angeheizt wird. Es gibt auch 1000 Gründe, warum das nicht so laufen muss. Und wenn es tatsächlich so ist, dass der finanzsektur "nur" 8% des Bip ausmacht (was ich bezweifele, aber es mag stimmen), dann wird die "Realwirtschaft" der USA das - mit angezogenen Bremsen, sicher - durchstehen.

Wenn man die Finanzkrise in Ostasien als Beispiel nimmt: Japan hat auch massiv staatlich interveniert (auf Schuldenbasis) und trotzdem blieben Zinsen und Inflation im Keller.

Es wird ja nicht unbedingt die Geldmenge erhöht, wenn die neuen Staatsanleihen an ausländische Investoren verkauft werden können. Und da (nicht nur) China und Indien schon im Besitz von massenhaft Anleihen sind, werden sie weiter stützend investieren. Da muss man womöglich nicht mit Attraktiven Zinsen locken. Sie sitzen schon im Boot und wollen auch nicht mit untergehen...
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