US-Staaten in Finanznot

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US-Staaten in Finanznot Nassie
Nassie:

US-Staaten in Finanznot

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04.07.03 22:24
#1
Die Neuverschuldung hat sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt.
Miami - Raucher haben es nicht leicht in den USA. Nicht nur werden sie in mehr und mehr Bundesstaaten aus Restaurants und Kneipen verbannt. Jüngstes Beispiel ist Florida, das gerade erst das Rauchen auf öffentlichen Plätzen verbot. Sie werden zusätzlich kräftig geschröpft.

Denn die kriselnde Wirtschaft und die damit verbundenen geringeren Steuereinnahmen lasten schwer auf dem Budget nordamerikanischer Bundesstaaten. So suchen sie nach zusätzlichen Geldquellen, ohne sofort die Einkommenssteuer erhöhen zu müssen. Raucher sind ein bevorzugtes Opfer: 30 Bundesstaaten haben seit Anfang 2002 die Tabaksteuer zum Teil recht kräftig nach oben gedrückt.

Doch diese Einnahmen sind ein Tropfen auf den heißen Stein in hoch verschuldeten Ländern wie beispielsweise Kalifornien, auf dem ein Rekorddefizit von 38 Milliarden Dollar lastet. Dort ist die Lage so brisant, dass politische Gegner gar an einem Verfahren zur Abwahl von Gouverneur Gray Davis basteln.

In anderen Bundesstaaten ist die Lage zwar weniger dramatisch, doch nach der National Gouvernors Association sind alle Staaten mit der „schlimmsten Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg“ konfrontiert.

Obwohl sie von Washington zusätzliche 20 Milliarden Dollar für den Ausgleich von Steuerausfällen erhielten, kommen die meisten Länder nicht umhin, Steuern zu erhöhen oder ihre Ausgaben zusammenzustreichen. Als Folge haben bereits Arkansas, Nebraska und New York die Einkommenssteuer erhöht. In anderen Staaten stieg die Mehrwertsteuer.

Tiefer Griff in die Taschen

In vielen Regionen müssen die Bürger inzwischen auch tiefer für den Führerschein, das Schulgeld und den Jagdschein in die Tasche greifen. Auch wird verstärkt bei der Immobiliensteuer abkassiert. Gleichzeitig wurde zum ersten Mal seit 1997 der Rotstift beim Öffentlichen Dienst angesetzt sowie die staatlichen Gelder für Parks, die Weiterbildung und Umweltschutzmaßnahmen gekürzt.

Insgesamt reduzierten 37 Länder ihr Budget um 14,5 Milliarden Dollar, während in 29 Staaten die Regierungen mit Steuererhöhungen in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar ihr Defizit auszugleichen suchen.

Lehrer bekommen die Sparmaßnahmen nicht nur am Arbeitsplatz zu spüren, wenn Schuljahre früher enden und Reparaturen an Gebäuden zurückgestellt werden. Sie müssen nicht selten auch Lohnkürzungen in Kauf nehmen. „Es sind ziemlich harte Zeiten für Lehrer und noch härtere für die Schüler“, notiert Physiklehrer Walt Hellman, der dieses Jahr mit neun Prozent weniger Lohn auskommen muss.

Harte Zeiten allüberall. Das zeigte sich auch Anfang Juli, als neun Bundesstaaten - darunter Kalifornien - ein neues Haushaltsjahr ohne Haushaltsplan begannen. Die Landesregierungen konnten sich nicht auf ein Budget einigen. Noch prekärer könnte es werden, wenn die Wirtschaft auch dieses Jahr nicht anzieht. Die Steuereinnahmen lagen zwar in den ersten Monaten um ein Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, doch das ist weit weniger als der Fiskus sich erhoffte. Und für diese Zunahme sind vor allem Tabak- und Alkoholsteuer verantwortlich.

Auch warnen Finanzexperten, dass ein erneuter Anstieg der Zinsen eine künftige Kreditaufnahme erschweren könnte. Die Neuverschuldung hat sich innerhalb von zwei Jahren auf immerhin 224 Milliarden Dollar verdoppelt. Was die Raucher betrifft, so zeigen sich diese erfinderisch. Um die Tabaksteuer zu sparen, kaufen sie in indianischen Reservaten oder im Internet.


US-Staaten in Finanznot JoBar
JoBar:

Jou - ein Modell für Deutschland

 
04.07.03 22:48
#2
/quote
Lehrer bekommen die Sparmaßnahmen nicht nur am Arbeitsplatz zu spüren, wenn Schuljahre früher enden und Reparaturen an Gebäuden zurückgestellt werden. Sie müssen nicht selten auch Lohnkürzungen in Kauf nehmen. „Es sind ziemlich harte Zeiten für Lehrer und noch härtere für die Schüler“, notiert Physiklehrer Walt Hellman, der dieses Jahr mit neun Prozent weniger Lohn auskommen muss.
/end quote

Besonders das mit den neunzehn % :) Gehaltskürzung gefällt mir sehr - faule Bande, die.

J

US-Staaten in Finanznot Stox Dude
Stox Dude:

sagte ich im Januar !

 
05.07.03 13:18
#3
Auszug aus Ausblick 2003 Thread
Die Stimulierung von Steuerbefreiungen an der Investmentfront
koennte eventuell mit Steuererhoehungen der einzelnen Bundesstaaten wieder ausgeglichen
werden und der Steuervorteil faellt weg. Wir duerfen nicht vergessen, das einige
Bundesstaaten mehr Steuereinnahmen benoetigen und gleichzeitig im Haushalt sparen muessen.
http://www.ariva.de/board/168157/thread.m?a=

Banken verlangen von den Bundeslaendern eine Steuererhoehung ansonsten werden
keine neue Bonds ausgegeben! Was fuehrte die Steuererhoehung mit sich?
Weniger Einkommen ! Also wirkt sich das auf den Konsum aus !
Man muss nur hochrechnen ;-)


Stox Dude
US-Staaten in Finanznot 1086397
US-Staaten in Finanznot Reinyboy
Reinyboy:

@Stox

 
05.07.03 14:00
#4
YO,yo wir liegen schon richtig mit unserer Einstellung zu den Märkten.

Ob die heiße Luft in ein, zwei Wochen oder zwei Monaten rausgeht ist doch schnurz. Rausgehen wird sie aber.



Grüße       Reiny
US-Staaten in Finanznot Stox Dude
Stox Dude:

@Reiny:rechne sogar mit einem false break im SP

 
06.07.03 13:08
#5
wie hoch der ausfallen wird werden wir sehen ob die 999-1002 Zone ein Magnet
ist oder ob wir wirklich nochmal die 1015 evtl. sogar die 1018 testen werden.
Momentan kann ich mir die 1018 vorstellen, aber keine 1070 wie viele Analysten
meinen. Seitwaertsbewegungen mit evtl. testen der hochs be i015 evtl 1017-1019.
Ich hab zwar noch kurze calls 950465 und die letzten beiden Wochen liefen
sehr gut beim daytrading,aber alle Gewinne werden in PUTS angelegt ;-)

Stox Dude
US-Staaten in Finanznot 1086932
US-Staaten in Finanznot Karlchen_I
Karlchen_I:

Kalifornien hat 38 Mrd. Schulden?

 
06.07.03 16:16
#6
Lächerlich - Berlin hat 50 Mrd. Und 3,4 Mio. Einwohner. Kalifornien hat 34 Mio. Einwohner.
US-Staaten in Finanznot Nassie
Nassie:

Größte Krise seit dem zweiten Weltkrieg

 
06.07.03 16:21
#7
Sacramento - Die Misere ist perfekt. Dass im von der Pleite bedrohten Kalifornien bald die Lichter ausgehen, ist unwahrscheinlich. Doch das riesige Finanzloch zwingt den amerikanischen Bundesstaat zu drastischen Schritten. Auch die meisten anderen 49 Bundesstaaten stehen vor der schwersten Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Außer Vermont müssen alle US-Bundesstaaten von Gesetz wegen ausgeglichene Haushalte vorlegen. Massachusetts hat deshalb 50.000 der Ärmsten aus der eigens für Geringverdiener eingerichteten staatliche Krankenversicherung geworfen. Kentucky entließ 1000 Gefangene vorzeitig aus den Gefängnissen. In Oregon wurden die Schulen früher geschlossen, um Reinigungskosten zu sparen.

Wie gewonnen, so zerronnen

Kalifornien ist mit einem Milliardenloch von 38 Milliarden Dollar (33 Milliarden Euro) einsamer Spitzenreiter. Dabei liegen die fetten Jahre noch nicht lange zurück: vor zwei Jahren überholte Kalifornien mit 1,3 Billionen Dollar Bruttoinlandsprodukt Frankreich als fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Der Überschuss betrug neun Milliarden Dollar. Heute malen Politiker den Bankrott-Teufel an die Wand.

Bitte Warten

Mehr als 30.000 Staatsangestellte erhielten anstelle der erwarteten Gehaltserhöhungen Warnungen, dass ihre Jobs in Gefahr sind. Die Community Colleges in Los Angeles haben nur noch Geld bis Ende August. "Es kann sein, dass wir das Licht ausmachen und allen sagen müssen, sie sollen nach Hause gehen", meinte der Kanzler des Distrikts, Mark Drummond. Auch die Kleinsten sollen für das Finanzloch "zahlen": wer nicht am 1. September fünf Jahre alt ist, soll ein Jahr länger auf den Kindergarten-Platz warten. Bisher war der Geburtstags-Stichtag der 2. Dezember.

Kommt Schwarzenegger?

Im Parlament in Sacramento blockieren sich Demokraten und Republikaner gegenseitig mit Rezepten zur Bewältigung der Krise: die Demokraten um Gouverneur Gray Davis wollen die Steuern erhöhen, die Republikaner wollen die Ausgaben senken. Die Demokraten haben zwar die Mehrheit in beiden Häusern, doch brauchen sie eine Zweidrittelmehrheit für das Budget. Die Republikaner haben bereits eine Wählerinitiative zur Absetzung von Davis gestartet. Sollte Davis tatsächlich sein Amt verlieren, könnte der aus Österreich stammende Filmstar Arnold Schwarzenegger als republikanischer Kandidat eine Chance auf dessen Nachfolge bekommen.

Geld: Woher nehmen, und nicht stehlen

Insgesamt schlossen 27 Staaten das vergangene Haushaltsjahr mit Fehlbeträgen ab. Der Verband der Budgetbeamten schätzt das gesamte Loch auf 53,5 Milliarden Dollar. Mindestens 41 Staaten rechnen im nächsten Jahr mit fehlenden Millionen. "Es ist eine der schlimmsten Situation, in der sich die Bundesstaaten seit dem 2. Weltkrieg je befunden haben, und das landesweit", sagte der Direktor des Verbandes, Scott Pattison, der Zeitung "Orlando Sentinel". Neben dem Niedergang der Konjunktur machen die Staaten auch einen massiven, aus Washington angeordneten Ausbau der Sicherheitsausgaben nach den Terroranschlägen vom 11. September und Steuersenkungen als Grund für die Misere geltend. Sie verlangen Bundeshilfe, doch Präsident George W. Bush ist auf diesem Ohr taub. Mit einem eigenen Rekorddefizit im Staatshaushalt von schätzungsweise 400 Milliarden Dollar in diesem Jahr und riesigen Ausgaben im Irak und anderswo im weltweiten Anti-Terror-Kampf ist in Washington nichts zu holen.



US-Staaten in Finanznot DarkKnight
DarkKnight:

Kommt Schwarzenegger?

 
06.07.03 16:24
#8
Zuerst ein abgehalfterter Schauspieler namens Ronald Reagan, dann ein Hormon-Junkie?

Gute Nacht.
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US-Staaten in Finanznot Nassie
Nassie:

Die Leute stehen auf Terminatoren

 
06.07.03 16:25
#9
insbesondere in schlechten Zeiten.
US-Staaten in Finanznot Ed Venture
Ed Venture:

@karlchenI: 38 Mrd. nur NEUE Schulden

 
06.07.03 19:28
#10
Soweit ich sehe handelt es sich bei der Zahl bezügl. Belin tatsächlich um die Gesamtverschuldung, bei den 38 Milliarden um den Haushaltsfehlbetrag (soweit absehbar) NUR für das kommende Jahr.

Gruß,
Ed
US-Staaten in Finanznot hjw2
hjw2:

ed, frag mal bei der berliner bankgesellschaft o. T.

 
06.07.03 19:44
#11
US-Staaten in Finanznot big lebowsky
big lebowsky:

Ed und hjw,

 
06.07.03 19:47
#12
habe mal einen "alten"Thread von mir zum Thema hochgeholt.
US-Staaten in Finanznot Ed Venture
Ed Venture:

@hjw

 
06.07.03 19:55
#13
Hab die ca. 50 als Schuldenhöhe Berlins ("offizielle" Variante) im Netz gefuden.
Die BB steht vernutl. außerhalb des Haushalts und käme evtl. noch oben drauf.

Ich bin übrigens sehr gespannt, wie das Problem gelöst wird. Vermutlich in dem der grösste Kreditnehmer der Bank seine Schulden erhöht und damit der Bank die Eigenmittel aufstockt. Irgendwie geht mir jetzt das Wort "Schneeballsystem" nicht aus dem Kopf.

Gruß,
Ed
US-Staaten in Finanznot hjw2

Bürgerinitiative nennt Senatszahlen Bluff

 
#14
Bürgerinitiative nennt Senatszahlen »Bluff«
Volksbegehren gegen Bankenskandal solle Minderausgaben erzwingen

Von Karin Nölte

Die Unterzeichnerliste der Initiative »Berliner Bürger gegen den Bankenskandal– Was ist zu tun?« (siehe ND vom 03.02.) hat sich binnen weniger Tage von knapp 100 auf über 400 Unterschriften erhöht. Initiator Prof. Rolf Kreibich erklärte dazu: »Wir sind selbst von dieser einhelligen Zustimmung überrascht.« Wieder hätten zahlreiche prominente Berliner aus Wissenschaft, Kultur, Justiz und Medizin ihre Unterstützung zugesagt.
Diesen Erfolg nimmt die Initiative zum Anlass, das Volksbegehren zum Bankenskandal »nachdrücklich« zu unterstützen. Die Ablehnung der Zulassung des Begehrens durch den Senat am Dienstag sei »eine rein politische«. Als »falsch« und »offenbar völlig aus der Luft gegriffen« werden die Zahlen von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) bezeichnet, die Bankgesellschaft würde das Land Berlin zwei bis sechs Milliarden Euro kosten. »Das ist wohl nur ein Bluff.« Diese Zahlen würden sich weder aus der Gesamtrevision der Bankgesellschaft ergeben, noch seien sie »auch nur annähernd glaubhaft«. Nach den Geschäftsfeldern des Konzerns und deren Risiken könnten es auch 10, 20 oder 35 Milliarden sein. Die Initiative fordert »unverzüglich eine Gesamtrevision von unabhängigen Sachverständigen«.
Scharf kritisiert wird, dass »noch immer Manager wie Norbert Pawlowski Mitglied des Vorstandes der Bankgesellschaft« seien. Pawlowski sei als Controlling-Vorstand »voll verantwortlich für die Pleite der Bankgesellschaft und die kriminellen Immobiliengeschäfte des alten Managements«. Er habe das Controlling »voll in den Sand gesetzt«, sei aber weiterhin für das Controlling zuständig.

»Erbost« seien Berliner Bürger zudem, dass der Senat in den letzten zehn Jahren Werte des Landes Berlin in Höhe von mindesten sieben Milliarden Euro »häufig völlig unter Wert« verkauft habe, Werte, »die Berliner Bürger seit dem Zweiten Weltkrieg in harter Arbeit geschaffen« haben.
Die Initiative verweist auf ein Rechtsgutachten des Verfassungsrechtlers Dr. Otmar Jung, der das Volksbegehren im Einklang mit der Landesverfassung sieht. Jung führt Entscheidungen von Landesverfassungsgerichten anderer Bundesländer an, die das so genannte Finanztabu zurückweisen, denn Volksgesetzgebung habe »selbstverständlich auch haushaltsmäßige Konsequenzen«. Doch mit dem Berliner Volksbegehren würde juristisches Neuland betreten, weil es nicht mehr Geld ausgeben, sondern Minderausgaben erzwingen wolle, so Jung.





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Stand der juristischen Verfahren
• 124 strafrechtliche Ermittlungen gab es bisher, in sieben Fällen wurde Anklage erhoben, in zwei Fällen wurden Strafbefehle erlassen, 62 Ermittlungsverfahren wurden mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt, 48 Verfahren laufen noch.
• In Schadensersatzfällen gab es bisher 5 Prozesse des Bankenkonzerns gegen ehemalige Verantwortliche mit einem Streitwert von 46 Millionen Euro. Vier Prozesse hat die Bankgesellschaft in erster Instanz verloren, einer ist noch offen. Auf Berufung verzichtet wurde in einem Fall mit einem Streitwert von 36 Millionen Euro. In zwei Fällen, bei denen der Streitwert 5 Millionen bzw. 106000 Euro beträgt, wurde Berufung eingelegt. In einem Fall ist die Entscheidung offen.
• 16 Managern des Konzerns und seiner Teilbanken wurde fristlos gekündigt, sieben haben dagegen geklagt. Drei der Klagen wurden in erster Instanz abgewiesen. In vier Fällen wurde den Klagen stattgegeben, wogegen die Bankgesellschaft Berufung einlegte.
• Sieben Arbeitsrechtsverfahren laufen im Zusammenhang mit den umstrittenen Fondsgeschäften. Das Gericht gab in allen Fällen den Klagen statt, dagegen legten die Banken Berufung ein.
(ND 07.02.04)


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