US-Konjunkturdaten: Weiterhin problematisch

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US-Konjunkturdaten: Weiterhin problematisch moya
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US-Konjunkturdaten: Weiterhin problematisch

 
19.03.07 07:12
#1

US-Konjunkturdaten: Weiterhin problematisch

von Ronald Gehrt

Guten Morgen, sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Dieser Tage ist es ja schon erfreulich, wenn die US-Konjunkturdaten mal zumindest im Rahmen der Erwartungen herauskommen. So zumindest ließ es sich an den kurzzeitig positiven Reaktionen der Marktteilnehmer auf die US-Verbraucherpreise vom Februar erkennen.

Diese waren im Februar in der Gesamtrate um +0,4% gestiegen. Die Prognose lag bei +0,3% nach +0,2% im Januar. Für die Kernrate ohne die volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise wurde die Prognose mit +0,2% genau getroffen (Vormonat +0,3%). Das war zwar unter dem Strich etwas schlechter als erhofft. Aber nach den miserablen Produzentenpreisen des Vortags war man schon mit knapp unterbotenen Erwartungen mehr als zufrieden. Allerdings bleibt die Frage, ob sich die wieder deutlicher anziehenden Produzentenpreise nicht in Kürze doch beim Verbraucher wiederfinden, denn gemeinhin dauert diese Überwälzung ja mehrere Wochen bis sogar Monate. Allzu erleichtert sollte man diese Zahlen also nicht aufnehmen, zumal die Jahresraten in Kern- ebenso wie Gesamtrate so immer noch deutlich über 2% verharren, also über dem Level, mit dem die Notenbank angeblich leben könnte.

Bemerkenswert waren die klassischen US-Industriedaten Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung für Februar. Beide lagen klar über den Prognosen und bildeten so eines der wenigen „Lichter“ in den ansonsten bis jetzt überaus schwachen Februar-Daten. So schoss die Industrieproduktion förmlich um ganze +1,0% (Erwartung +0,3%, Januar revidiert auf –0,3% nach zuvor –0,5%) nach oben, die Kapazitätsauslastung kletterte deutlich auf 82% (Erwartung 81,4% nach 81,3% im Januar).

Noch bemerkenswerter die Begründung in der US-Presse: Das kalte Wetter im Februar habe die Industrieproduktion unterstützt. Ich weiß ja, dass ich nichts weiß ... aber was mag das wohl bedeuten? Dass die Arbeiter wegen des schlechten Wetters nicht zum Spielen raus sind und lieber an den Maschinen blieben? Aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Den Abschluss des Freitags bildeten die Daten zum Verbrauchervertrauen, ermittelt von der Universität Michigan. Der vorläufige Wert für März (die endgültige Zahl kommt in zwei Wochen) fiel mit 88,8 unter der Erwartung von 89 bis 90 aus. Diese wären ohnehin ein Abschlag zum vorherigen Stand von 91,3 gewesen. Im Januar, das zum Vergleich, hatten wir noch ein Jubel-Zwischenhoch von 98,0 gesehen. Dabei fielen beide Segmente. Die Einschätzung der aktuellen Lage kam von 106,7 auf nun 103,6 zurück, die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung fiel von 81,5 auf 79,3.

Ein zackiger Abstieg, der natürlich ebenso wie ein Anstieg dieser Werte nicht überbewertet werden darf. Wie bereits öfter angeführt: Hier geht es um reine Befindlichkeiten der US-Bürger. Ob aus diesem Auf und Ab auch reale Auswirkungen auf den Konsum entstehen, ist offen ... aber die Markteilnehmer achten recht intensiv auf diese Werte, daher wäre es natürlich unklug, sie nicht zu beachten!

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag – bis morgen!

Ronald Gehrt

The Daily Observer

PS: Aufgrund des Wochenendes auf der Invest-Messe in Stuttgart habe ich mich heute mal ein wenig kürzer als sonst fassen müssen. Die Wall Street-Charts nebst dem Überblick über die dieswöchigen Konjunkturdaten (Immobilienmarktdaten Dienstag und Notenbanksitzung am Mittwoch sind die Schwerpunkte der Woche) kommen morgen früh.


Achtung ... alte Probleme nehmen Fahrt auf 1: Metallpreise

von Ronald Gehrt

Während wir auf die neuesten Nachrichten vom US-Immobilienmarkt starren, natürlich immer mit einem Auge auf den Yen und die neu einlaufenden US-Konjunkturdaten, haben sich zwei alte Bekannte aus der Liste potenzieller Spielverderber am Aktienmarkt wieder in Position gebracht: Die Metallpreise und die Euro-/Dollar-Relation.

Während der Goldpreis sich fast punktgenau mit dem Aktienmarkt mitbewegt und so aktuell nicht wie ein sicherer Hafen, sondern wie ein Spiegel der Aktien agiert, scheren sich die Industriemetalle um diese Korrelation wenig. Und obwohl man eigentlich angesichts der immer schwächer werdenden US-Wirtschaft von einem anstehenden Rückgang der Nachfrage ausgehen könnte: Die Industriemetalle steigen ... und sie steigen schnell!

Anders als während der Korrektur im Mai/Juni 2006, als die Metallpreise (ebenso wie das Rohöl) Hand in Hand mit den Aktienmärkten nach unten liefen und so zumindest im Themenbereich Inflation für Aufatmen sorgten, ist diesmal das Gegenteil der Fall. Sehen Sie sich mal den Nickelpreis an:

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Kursanstieg seit Jahresbeginn: 50%! Seitdem der Kurs im Januar die Widerstandszone um 35.000 Dollar pro Tonne durchbrochen hatte, gewann die Rallye immer mehr an Dynamik. Wenngleich sich das hier schon wieder wie eine Fahnenstange ausmacht, wäre durchaus noch Luft nach oben, bis hier fast zwangsläufig ein plötzlicher, scharfer Rücksetzer ansteht.

Hinzu kommt, dass auch das immens wichtige Industriemetall Kupfer neue Fahrt aufgenommen hat. Nach einem mustergültigen Pullback an die Nackenlinie der im Januar/Februar vollzogenen Bodenbildung oberhalb der Unterstützungszone 5.000/5.200 Dollar/Tonne strebt der Kurs aktuell einem markanten Kreuzwiderstand in Form des Mai 2006-Abwärtstrends und den Juni/November-Tiefs um 6.700 Dollar zu. Aus chart- und markttechnischer Sicht stehen die Chancen, dass hier sogar recht kurzfristig ein Ausbruch gelingt, durchaus passabel.

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Für die ohnehin bis dato ausgebliebene Entlastung im Bereich der Kosten in der US-Industrie und im Verein mit zu hohen Lohnkosten eine sehr problematische Entwicklung.


Achtung ... alte Probleme nehmen Fahrt auf 2: Euro/Dollar

von Ronald Gehrt

Die zweite interessante Entwicklung spielt sich in der Euro/Dollar-Relation ab. Während aufgrund der Furcht vor einer möglichen Auflösung der gigantischen in Yen lautenden Kredite und einem daraus resultierenden Exodus aus US-Investments alles plötzlich auf einen möglichen, weiteren Anstieg der japanischen Währung starrte, hatte sich die kurzzeitig der allgemeinen Beobachtung entwischte Euro/Dollar-Relation nach oben aufgemacht.

Sie sehen im kurzfristigen Chart, dass der Euro zum Dollar aus einem kurzfristigen Dreieck nach oben ausbrechen konnte und nun unmittelbar die 2006er-Jahreshochs von Anfang Dezember bei 1,3350 im Visier hält. Gelingt hier der Durchbruch, stehen als nächste Chartlinien die in 2005 markierten Tops bei 1,3480 und 1,3660 auf dem Programm.

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Wie lässt sich das einordnen? Letztlich sind ja die drei großen Währungen automatisch in sich verbunden. Wenn sich Euro/Dollar verändert, lässt sich nur erkennen, ob diese Veränderung entsteht, weil eine Währung der Relation nun steigt oder die andere fällt, wenn man sich die anderen Relationen dazu ansieht, in diesem Fall also Euro/Yen und Dollar/Yen.

Da am Freitag auch der Yen zum Dollar stärker wurde und Euro/Yen recht ruhig blieb, können wir hier also eine Dollar-Schwäche feststellen. Wird daraus ein Trend? Nun, noch ist das nicht völlig sicher, aber eines sollte man im Hinterkopf behalten:

Carry-Trades und offizielle Verlautbarungen der USA zu Gunsten eines starken Dollar hin oder her, so ganz unrecht ist den USA ein schwächerer Dollar natürlich nicht. Immer, wenn der Dollar mal wieder schwindsüchtig zu Boden geht, reibt man sich in Amerika freudig die Hände. Und zwar, weil dies die Importe in die USA verteuert und so die eigene Wirtschaft besser gestellt wird. Angesichts der aktuellen Lage kann das den USA allemal nur recht sein.

Der Haken an der Sache ist natürlich ebenfalls vorhanden, und nicht zu knapp: Drohende Währungsverluste machen US-Anleihen weniger attraktiv. Von Aktien ganz zu schweigen, aber das kann der US-Regierung, ebenso wie die schließlich von Privaten aufgenommenen Carry-Trades, erst mal grundsätzlich egal sein.

Aber wenn neben der Yen-Repatriierung auch noch das grundsätzliche Kaufinteresse an den ja trotz aller begründeten Bedenken immer noch (mangels Alternativen für das Großkapital) beliebten US-Bonds dahin schwindet - und dies bei schwachem Dollar zum Euro auch aus Europa – stellt sich die Frage, wie die US-Regierung ihre Neuverschuldung realisieren will ... wenn nicht zu dann deutlich höheren Zinssätzen, die mögliche Währungsverluste etwas mindern und so die letztlich lebenswichtigen ausländischen Investoren versöhnlich stimmen könnten.

Aber höhere Zinssätze bei US-Bonds bei fallenden Leitzinsen ... wieder ein Grund mehr für die US-Notenbank, sich Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll ...

Quelle: Daily Observer Abonnenten

Gruß Moya US-Konjunkturdaten: Weiterhin problematisch 3163248

US-Konjunkturdaten: Weiterhin problematisch moya
moya:

Nikkei heute freundlicher (Schlußstand)

 
19.03.07 07:23
#2

Chart
Indexstand:17.009,55
Kurs Zeit:07:00
Veränderung:Up 265,40 (1,59%)
Letzt. Schlußk:16.744,15
Eröffnungskurs:16.713,99
Volumen:0
Tagesspanne:16.713,99 - 17.026,46
52W Spanne:14.045,50 - 18.300,40
Gruß Moya US-Konjunkturdaten: Weiterhin problematisch 3163255

US-Konjunkturdaten: Weiterhin problematisch Kicky

Nikkei up trotz Bankenproblemen,Sony plus

 
#3
By David Turner in Tokyo

Published: March 19 2007 04:35 | Last updated: March 19 2007 07:26
The yen’s continued weakness boosted the Japanese stock market on Monday, pushing up the Nikkei 225 by 1.6 per cent to 17,009.55.
But the banking sector fell on earnings fears, limiting gains in the Topix, which has a heavier weighting for banking stocks. The Topix was up only 1 per cent to 1,694.08.The weaker yen – trading at Y117.2 to the dollar by late afternoon – boosted export-focused sectors such as electrical machinery, which rose 1.8 per cent. Sony, the consumer electronics and entertainment giant, advanced 2.5 per cent to Y6,150....Banking was down 0.3 per cent, amid fears over earnings for the year ending this month. Banks have not been able to increase loan margins as much as some analysts had expected, despite two recent rate increases from the Bank of Japan. Mitsubishi UFJ, the world’s biggest bank by assets, was down 1.5 per cent to Y1,290,000. SMFG fell 0.9 per cent to Y1,050,000.....
www.ft.com/cms/s/f696295c-d5c6-11db-a5c6-000b5df10621.html


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