US-Börsenbrief

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US-Börsenbrief moya

US-Börsenbrief

 
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US-Börsenbrief
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Liebe Leser,


na also es geht doch. Zinsangst sei dank kommt die Vola wieder in die Gänge. Da lacht das Traderherz im goldenen Crashmonat.
Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben die Europäische Zentralbank aufgefordert, über eine Zinserhöhung nachzudenken. "Die Geldpolitik sollte überprüfen, ob das gegenwärtig niedrige Zinsniveau im Euroraum noch gerechtfertigt ist", heißt es im am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Herbstgutachten.

In den USA ist es ähnlich kritisch bestellt, bestätigte die Rede des Präsidenten der Federal Reserve Bank von Atlanta, in der die Inflationsängste abermals geschürt wurden. Dennoch scheinen mir die Sorgen etwas übertrieben unter denen die US-Märkte leiden und damit einmal mehr die ganze Welt anstecken. In Amerika scheint mir alles immer wieder nach dem gleichen Muster abzulaufen. Himmelhochjauchzend oder tiefbetrübt – eine Rezession ist, wenn 2x negative Raten veröffentlicht werden.
Inflation definiert sich ähnlich dramatisch.

Interessant auch, dass als die Wall Street hustete, die Welle bis nach Deutschland herüberschwappte. Dies, obwohl in den vergangenen Monaten der DAX und seine Freunde ein Eigenleben wie lange nicht mehr führten. Dennoch werden das Ölpreisdilemma und die Berichtssaison weiter für Bewegung an den Kapitalmärkten dieser Welt sorgen, falls sich die Märkte an die leicht höhere Vola gewöhnen möchten. Nun ja, die Berichtssaison überrascht uns immer wieder mit guten und schlechten Nachrichten. So enttäuschte GM mit seinen Zahlen, gut für unseren Short – schlecht für den Sektor. Der leidet nämlich derzeit unter den schwachen Zahlen von General Motors und Ford, sowie schlechten Nachrichten bei Toyota, die vor kurzem Japans größte Rückrufaktion aller Zeiten starteten.

eBay war da auch nicht besser. Trotz guter Zahlen von IBM und Merrill Lynch drücken höher als erwartet ausgefallene Produzentenpreise etwas auf die Stimmung. Der Ertrag von IBM ist unerwartet gut ausgefallen, während der Umsatz leicht unter der Prognose blieb. Dies zeigt, dass das Geschäft immer servicelastiger wird. Zudem stützten Umstufungen im Halbleiter- Sektor durch Goldman Sachs dieKurse. Die Titel des Mischkonzerns 3M zeigtensich positiv, nachdem die Drittquartalszahlen über Erwartung ausgefallen waren.

Johnson & Johnson hatte zwar ein Plus von 12% beim Nettoergebnis ausgewiesen, doch lag der Umsatz unter den Erwartungen der Analysten. Auch United Technologies hatte beim Ergebnis eine Steigerung um 18% erzielt, enttäuschte aber mit einigen Spartenergebnissen. Im Handel wurde vor allem auf Intel geschaut, die am Dienstagabend mit enttäuschenden Aussagen zum laufenden Quartal die Anleger verwirrt hat. Motorola hat dagegen Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt, die deutlich über der Markterwartung ausgefallen sind. Das Unternehmen hat im dritten Quartal einen Gewinn von 0,69 USD je Aktie erzielt, darin sind Gewinne aus einem Nextel-Anteil und andere Sonderfaktoren von insgesamt 0,39 USD je Aktie enthalten.
Analysten hatten ein Ergebnis von 0,28 USD je Aktie erwartet.
Auf der Schattenseite steht der Insolvenzschutzantrag des Brokers Refco – Sie erinnern sich an meine Assoziation zu Refco.


Sie erinnern sich bestimmt auch an meinen Kommentar zu Katrina and the waves und anderen Hurrikans. Nun steht für das Wochenende ein neues Treffen der arg gebeutelten Amerikaner mit einem Wirbelsturm an. Wilma – klingt eher nach Fred Feuerstein, wenn Sie mich fragen. Hoffen wir, dass sich die Verwüstungen in Grenzen halten und dem Sturm so wenig Menschen zum Opfer fallen wie irgendwie möglich. Trotz aller Schrecken über die Naturkatastrophen lohnt sich der Blick auf die Charts der bekannten und bereits erwähnten Werte. Nicht zu vergessen die Vogelgrippe, hier wird fleissig Impfstoff produziert. Scheint allerdings für Pfizer zu spät zu kommen , so mußte der Konzern nach schwachen Zahlen und einem mäßigen Ausblick kräftig Federn lassen. Der amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly Co.
profitierte im dritten Quartal von der erfolgreichen Absatzentwicklung neu auf dem Markt eingeführter Antidepressiva und bei Medikamenten zur Behandlung von Impotenz. McDonald´s verbuchte im dritten Quartal einen Gewinnrückgang, konnte jedoch die Analystenerwartungen erfüllen – ein Grund mehr zu Depressiva zu greifen. Positiv überraschen konnte auch Coca-Cola. Das Unternehmen steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal um satte
39 Prozent und übertraf damit die Erwartungen. Ein anderes überlegenswerte Investment ist wohl ein Stück Autobahn. Stellen Sie sich einmal das Chaos vor, die Regierung würde wirklich die Autobahnen privatisieren. Dann müssten wir uns über EU-gleiche Mautzölle mehr als nur kleine Gedanken machen.

Nach den guten Ergebnissen muss ich wieder fragen: Sind sie nicht alle ein bisschen Google? In einer Art Trading Olympiade, gesponsored von Interactive Brokers, können Programmierer insgesamt 400.000 US$ Preisgelder gewinnen. Während der Spiele sollen techno-talentierte Trader gefunden werden. Interessierte können sich bis zum 31. Dezember anmelden. Die Studenten handeln ein fiktives 100.000 US $  Depot über 10 Wochen – mit realtime Kursen. In real-time muss jetzt auch der ehemalige Yukos Gründer Mikhail Khodorkovsky zurück nach Sibirien. Sein Gefängnis ist rund 6.000 km von seiner Geburtsstadt Moskau entfernt. Die Anwälte versuchen nun ihn etwas näher an Moskau verlegen zu lassen. Es sei ein 6 Stunden Flug und eine 7 Stunden Autofahrt zu ihm zu gelangen. Besucher hätten es etwas schwerer, den einst reichsten Mann Russlands zu besuchen. Putin sei dank. Zum Glück herrschen bei uns – trotz der unbefriedigenden politischen Lage
–     etwas gesittetere Verhältnisse. So auch in den USA, hier
–     müssen Regierungsgegner „nur“ mit einem Jobverlust rechnen.....

Kenne Sie TEDA? – Nein, nie gehört? TEDA ist die Abkürzung für „Tiabjin Development Area“, liegt in China und ist eine der booming-Zonen im Osten. Im Rahmen einer europäischen Roadshow stoppten die Vertreter der chinesischen Republik auch in Frankfurt. Begleitet wurden sie von der „International Herald Tribune“ und „Oxford Analytica“. Der Vizepräsident der Zhang Jun lobte die guten Investitionsmöglichkeiten für Westler.Die Präsentation der Wirtschaftsregion beleuchtete Linda Yueh von Oxford Analytica. TEDA sei der beste Platz um in China Geschäfte zu betreiben, sowohl in der Produktion als auch im handel. Wer mehr über die Studie erfahren möchte, der sende mir bitte eine Mail. Ich werde gerne die DVDs weiterleiten.

Wie immer am Ende des Abstract die Umfrageergebnisse. Für den DAX sind 40% bullish (-4%) und 36 % bearish (+2%). Das neutrale Lager erhöht sich um 2% auf 24%. Sehr viel positiver bleiben die Investoren für den EURO, hier sind 53% (-7%) bullish, während die Bären um 1% auf 17% ansteigen. Neutral gestimmt sind 6% mehr, insgesamt 30%.

In der kommenden Woche erwarten uns wieder einige interessante
Unternehmensdaten: Merck & Co., Amazon, Du Pont, International Paper, Boeing, Exxon, Microsoft und Chevron, nur um die großen zu nennen. Zudem kommen die wöchentlichen Statistiken ins Spiel, der  im Hinblick auf die Inflationsängste eine höhere Bedeutung zu teil wird als sonst.

Obwohl uns die jüngste Entwicklung in Osteuropa Kopfschmerzen bereitet, wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr Ekip-Team / gmh

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RUECKBLICK: US-INDIZES KAMEN NACH ERHOLUNGSANSÄTZEN WIEDER INS RUTSCHEN

Liebe Börsenfreunde!

Die starken Kursausschläge an den Aktienmärkten haben in der
Berichtswoche erhebliche Veränderungen in unserem Depot
hervorgerufen. Die Gewinne in DaimlerChrysler, Royal Gold und
das Russland-Zertifikat wurden mit Kursanstiegen von 18,5
Prozent, 20 Prozent und 63 Prozent realisiert. Die deutliche
Korrekturbewegung bei den Edelmetallpreisen von Gold und Silber
haben die Kurse der Gold- und Silberminenunternehmen deutlich
unter Druck gesetzt, ähnlich wie die stark rückläufigen
Ölpreisnotierungen zu erheblichen Kursrückgängen bei den
Ölwerten führten. Auf Grund diesen Bewegungen wurden die Titel
von Coeur d'Alene Mines Corporation und Chevron ebenfalls
ausgestoppt, allerdings jeweils mit 10 Prozent Kursverlust.

Auf der Shortseite wurde insgesamt nun zum dritten Male die
Aktie von General Motors  leer verkauft. Bereits nach wenigen
Tagen ist hier ein Buchgewinn von über acht Prozent zu
konstatieren, der allerdings durch den nachbörslichen
Kursanstieg der Google-Aktie, die ebenfalls eine Shortposition
im Depot darstellt, vollständig nivelliert wird. Google hat es
abermals geschafft die Analystenschätzungen deutlich zu
übertreffen und kletterte nachbörslich um acht Prozent auf ein
neues Allzeithoch von 330 US-Dollar an. Der Umsatz von Google
stieg im dritten Quartal 2005 von 805,9 Millionen US-Dollar im
Vorjahresquartal auf 1,578 Milliarden Dollar um nahezu 100
Prozent an. Der Gewinn legte von 51,98 auf 318,18 Millionen US-
Dollar und damit um satte 513 Prozent zu, was einer mehr als
Versechsfachung entspricht. Der Gewinn pro Aktie auf Basis des
US-Bilanzierungsstandards GAAP legte von 0,19 auf 1,32 US-Dollar
zu. Die von Thomson First Call befragten Aktienexperten waren im
Schnitt von 1,23 US-Dollar ausgegangen.


Die Unterschiede zwischen General Motors und Google könnten bis
auf den Anfangsbuchstaben im Unternehmensnamen nicht größer
sein. Auf der einen Seite ein Unternehmen, welches mit 300.000
Beschäftigen im bisherigen Jahresverlauf 2005 einen Verlust von
4 Milliarden US-Dollar angehäuft hat, während auf der anderen
Seite ein Unternehmen steht, welches mit 3.000 Personen einen
Gewinn von voraussichtlich knapp einer Milliarde US-Dollar in
2005 erwirtschaften wird. Deshalb ist es nicht verwunderlich,
dass die Marktkapitalisierung von GM mit 19 Milliarden US-Dollar
verschwindend gering erscheint im Vergleich zu jener von Google
mit über 90 Milliarden US-Dollar. GM schleppt über 300
Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten mit sich herum. Sie
stellt für den Insolvenzfall sogar eine Systemkrise für das
Weltfinanzsystem dar, da die Schuldensumme der dreimaligen Höhe
entspricht, die die Schulden Argentiniens im Dezember 2001
einnahmen. Das Land mußte mit einem Schuldenstand von rund 100
Mrd US$ seine Zahlungsunfähigkeit gegenüber allen Gläubigern
erklären. Dahingegen gilt Google als komplett schuldenfrei.

Diese Zahlen verdeutlichen einmal mehr die Diabolik der
internationalen Kapitalmärkte. Hieran wird sich auch auf lange
Sicht nichts ändern, da kein alternatives Wirtschaftssystem in
Sicht ist, welche ähnliche Effizienzgewinne generieren kann, als
das Bestehende. Die US Indizes haben nach einer
verheißungsvollen Erholungsbewegung zu Wochenbeginn insbesondere
am Donnerstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Wenn man sich
den Saldo des Dow Jones von April 1998 und Oktober 2005
betrachtet, so ergibt sich für den Index-Investor ein
Nullsummenspiel. Am 10. April 1998 überwandt der Dow Jones zum
ersten Male die Marke von 10.000 Punkten, um 7 ½ Jahre später,
auf diesem Niveau zu verharren, ja geradezu einzuschlafen.
Erfahrungsgemäß ist jede Ruhe an den Kapitalmärkten  trügerisch,
was aber nicht bei der Beantwortung der Frage hilft, welche
Richtung der Dow Jones in den kommenden Monaten einschlagen
wird. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass eine
kräftige Ausbruchsbewegung unmittelbar bevorsteht.



AKTUELLE EMPFEHLUNGSLISTE UND PERFORMANCE


Portfolio

Kürzel/Titel     akt.Kurs   Empf.in   Empf.  Kurs SL  Handl.bedar

Arques Industries AG 134    05/30       115,25  104,85 kaufen
ALV  Allianz         13,57  05/21        11,84   10,66 halten
Barrick Gold         25,43  05.08.2005   26,06   23,45 halten

Kaufen

Kürzel/Titel akt.Kurs Empf.in Empf.Kurs SL Handl.bedar

TMY Transmeridian ($) 3,15  26.07.2005 2,4  2,16  kaufen
Barnabus Energy ($)   1,99  16.09.2005 1,6  1,44  kaufen
                         


Shortpositionen

Kürzel/Titel akt.Kurs Empf.in Empf.Kurs SL Handl.bedar

General Motors (GM) ($) 28,38 05/18  31,05  34,16 halten
GOOG (Google) ($)      303,2  05/25 298,9  343,74 halten

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TERMINE DER NAECHSTEN WOCHE

M O N T A G, 24. Oktober:

EU/EZB, Leistungsbilanz August
EU/Auftragseingang in der Industrie August
US/Treasury, Auktion drei- und sechsmonatiger Schatzwechsel
US/Merck & Co Inc, Ergebnis Q3 (PROGNOSE: 0,62), Whitehouse
Station

D I E N S T A G, 25. Oktober:

DE/ifo Institut für Wirtschaftsforschung, Geschäftsklimaindex
Oktober
DE/ifo Institut für Wirtschaftsforschung, Geschäftsklimaindex
Dienstleistungen Oktober
EU/EZB, Wochenausweis Fremdwährungsreserven
US/Index des Verbrauchervertrauens Oktober
US/Verkauf bestehender Häuser September
US/Treasury, Auktion fünfjähriger inflationsindexierter Notes

US/Amazon.com Inc, Ergebnis Q3 (PROGNOSE: 0,10), Seattle
US/DuPont Co, Ergebnis Q3 (PROGNOSE: 0,29), Wilmington
US/International Paper Co, Ergebnis Q3 (PROGNOSE: 0,25),
Purchase

M I T T W O C H, 26. Oktober:

US/Boeing Co, Ergebnis Q3 (PROGNOSE: 0,81), Chicago
US/Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) September
US/DoE, Rohöllagerbestände (Woche)
US/Treasury, Auktion zweijähriger Notes
- AT/Feiertag ("Nationalfeiertag"), Börse geschlossen

D O N N E R S T A G, 27. Oktober:

DE/Bundesagentur für Arbeit, Finanzbericht Q3, Nürnberg
EU/Leistungsbilanz Q2 (2. Veröffentlichung)
US/Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter September
US/Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Woche)
US/Neubauverkäufe September
US/Exxon Mobil Corp, Ergebnis Q3 (PROGNOSE: 1,42), Irving
US/Microsoft Corp, Ergebnis Q1 (PROGNOSE: 0,30), Redmond
US/Millennium Pharmaceuticals Inc, Ergebnis Q3 (PROGNOSE: -0,07), Cambridge
US/Verizon Communications Inc, Ergebnis Q3 (PROGNOSE: 0,64),New
York

F R E I T A G, 28. Oktober:

EU/EZB, Geldmenge M3 September
EU/Verbraucherpreise Eurozone Oktober (Vorabschätzung)
EU/Geschäftsklimaindex Eurozone Oktober
EU/Index Wirtschaftsstimmung Oktober
US/BIP Q3 (1. Veröffentlichung)
US/Arbeitskostenindex Q3
US/Index der Uni Michigan Oktober (2. Umfrage)
US/Chevron Corp, Ergebnis Q3 (PROGNOSE: 1,93), San Ramon

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CHARTTECHNIK & AUSBLICK DOW JONES, S&P 500, NASDAQ, EURO UND GOLD


Index /Anleihe/Währung     Abstand vom 52 Wochen-Tief zum  52 Wochen Hoch Aktueller Stand (20.10.2005) Änderung in Prozent vom: 13.10.2005 bis:   20.10.2005
Dow Jones      2% - 7%     10281,1      0,63%
Nasdaq Comp.   4% - 8%     2068,11      1,02%
S&P 500       10% - 6%     1177,8       0,07%
Russell 2000  16% - 8%      627,54      0,68%
Gold          16% - 4%      461,1      -2,17%
Oel (WTI)     63% - 15%      60,02     -4,21%
Silber        12% - 2%        7,57     -1,82%
10-Jahres-Rendite USA 10% - 6% 4,46    -0,02
Euro-Dollar    1% - 15%       1,2       0


Eine erfolgreiche und spannende Börsenwoche

Gruß Moya US-Börsenbrief 2185721



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