Union- Ein neuer Machtkampf ??

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Union- Ein neuer Machtkampf ?? ottifant

Union- Ein neuer Machtkampf ??

 
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Samtpfoten im Schlafwagen
Nach den Verlusten im Osten tobt in der Union ein neuer Machtkampf
Berlin/München - Der Friede war nur von kurzer Dauer: Nach den herben Verlusten der CDU in Sachsen und Brandenburg entbrennt in der Union erneut ein erbitterter Machtkampf. CDU und CSU geben sich gegenseitig die Schuld an den Wahlniederlagen.
Eigentlich war Stillschweigen vereinbart. Noch bis zum 27. September sollte der "Burgfrieden" halten - erst dann sind die mit Spannung erwarteten Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen über die Bühne, bei denen der Union erneut Verluste drohen. Doch der Absturz in Sachsen und Brandenburg am Sonntag war zu heftig, als dass die Union einfach zur Tagesordnung hätte übergehen können.

Als sich die CDU-Spitze am Montag in Berlin versammelte, entlud sich der in der Sommerpause angestaute Ärger. Die Blitze dieses Spätsommergewitters trafen in erster Linie CSU-Chef Edmund Stoiber, der die große Schwester wiederholt provoziert hatte. Seine Bemerkungen über die "Leichtmatrosen" Merkel und Westerwelle ("Die sind nicht das Duo der Zukunft") vernahm die CDU mit größter Empörung, die geballte Kritik an der Kopfpauschale legte die Nerven vollends blank.

Er verbitte sich die ständigen Zwischenrufe aus München, protestierte CDU-Funktionär Peter Rauen, das Verhalten der CSU in der Reformdebatte sei "äußerst kontraproduktiv". Auch Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt beklagte sich über "Querschüsse aus dem Süden" und machte Stoibers Truppe indirekt mitverantwortlich für den Verlust der absoluten Mehrheit: "Mir wäre es lieber gewesen, man hätte solche Debatten nicht gerade vor den Wahlen geführt." Wie Milbradt wiesen mehrere Unionisten darauf hin, dass sich die CDU vor der bayerischen Landtagswahl solidarisch und geschlossen gezeigt habe, Stoiber aber wenig Rücksicht auf Wahltermine der CDU nehme.

Während sich Generalsekretär Markus Söder in München um Deeskalation bemühte ("Es ist Mannschaftsspiel gefragt, keine Solotänze"), gossen hochrangige CSU-Politiker Öl ins Feuer: Fraktionschef Joachim Hermann kritisierte das "diffuse Bild" der Union und wiederholte Stoibers Kritik an Merkel/Westerwelle: "Von Herkunft und Profil decken beide das bürgerliche Lager nicht vollständig ab." Günther Beckstein legte noch einen drauf: "Im Schlafwagen kommt man nicht an die Macht", bemerkte er und warnte davor, vorschnell über die K-Frage zu entscheiden. Ein weiterer Affront gegen Merkel.

In der CDU wächst der Druck auf die Vorsitzende - der Ruf nach einem Machtwort wird lauter. Merkel, so heißt es, müsse den aufständischen Bayern Einhalt gebieten. Gestern jedoch wollte die Vorsitzende "die Sache mit der CSU" nicht vertiefen. Dabei fordert das eigene Lager eine härtere Gangart - nicht nur gegen Rot-Grün. CDU-Vize Christian Wulff: "Wenn man einen Politikwechsel will, muss man dafür kämpfen." Die CDU dürfe "nicht darauf vertrauen, dass man auf Samtpfoten automatisch in Regierungsverantwortung kommt".



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