Unbezahlte Arbeit als Schwergewicht

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Unbezahlte Arbeit als Schwergewicht bilanz
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Unbezahlte Arbeit als Schwergewicht

 
02.11.04 06:50
#1

Staubsaugen und Kinderbetreuung: Frauen arbeiten doppelt so viel im Haushalt wie Männer.  
In der Schweiz leisten Frauen zwei Drittel der unbezahlten Arbeit in den Bereichen Haushalt, Kinderbetreuung und Freiwilligenarbeit.

Das Bundesamt für Statistik hat erstmals die unbezahlte Arbeit in der Schweiz gemessen. Im Jahr 2000 waren es 8 Mrd. Stunden im Wert von 250 Mrd. Franken.
  
Zum ersten Mal hat das BFS Umfang und Wert der unbezahlten Arbeit in der Schweiz erhoben. Sämtliche unbezahlte Leistungen im Jahre 2000, darunter fallen beispielsweise die Hausarbeit, Kindererziehung sowie weitere Betreuungsaufgaben und Freiwilligenarbeit, stellten einen Wert von fast 250 Mrd. Franken dar.

Auffallend, aber wenig überraschend: Die Hauptlast der unbezahlten Arbeit ruht auf den Schultern der Frauen, sowohl was den stundenmässigen Aufwand als auch den geldmässigen Wert angeht. Zu beiden Grössen sind es rund zwei Drittel, welche die Frauen beisteuern.

Die unbezahlt geleistete Arbeit schätzt das BfS auf gut 70% der von der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfassten Bruttowertschöpfung.

Kein internationaler Vergleich

"Bei der Erhebung handelt es sich um einen Pilotversuch, auch auf internationaler Ebene", sagt Jacqueline Schön von BFS gegenüber swissinfo.

Ein Vergleich mit dem Ausland sei aber schwierig, weil die Schweiz aus Spargründen die international gebräuchliche Methode der Zeitbudget-Erhebung nicht anwenden könne.

Schön geht aber davon aus, dass die Ergebnisse punkto Zeitaufwand für die Hausarbeit dennoch vergleichbar sind. Für die Statistikerin stehen deshalb längerfristige Entwicklungen im eigenen Land im Vordergrund.

Längerfristige Verschiebungen?

"Wir möchten beobachten, ob es angesichts der grösseren Zahl berufstätiger Frauen eine Verlagerung von der unbezahlten Haushalt-Produktion zu bezahlten Marktangeboten kommt."

Anders ausgedrückt: Lagern berufstätige Frauen beispielsweise Kinderbetreuung, Kochen oder Waschen in kommerzielle Marktangebote wie Kinderkrippen, Restaurants oder Waschsalons aus?

Hauptteil Hausarbeit

Die Hausarbeiten machten mit 6 Mrd. Stunden drei Viertel des Gesamtvolumens an unbezahlter Arbeit aus. Gut 15% wurden für Betreuungsaufgaben geleistet. Im Gesamtdurchschnitt wenden Frauen mit 31 Stunden pro Woche beinahe doppelt so viel Zeit für Haus- und Familienarbeit auf wie Männer, die 17 Stunden dafür einsetzen.

Für Freiwilligenarbeit wurden 741 Mio. Stunden aufgewendet. Davon wurde rund die Hälfte für institutionalisierte Freiwilligenarbeit geleistet und die andere Hälfte für informelle Freiwilligenarbeit wie Nachbarschaftshilfe und Gartenarbeiten.

Rund ein Viertel der Wohnbevölkerung engagiert sich laut BFS ehrenamtlich oder freiwillig. Im Durchschnitt wendet die gesamte Wohnbevölkerung rund drei Stunden monatlich für unbezahlte Arbeit in Vereinen oder Organisationen und rund vier Stunden für Nachbarschaftshilfe und andere Hilfeleistungen aus persönlicher Initiative auf.

    
Männer an den Herd
  
Das gefällt den Vätern: Computerspiele mit den Kids.
Dies fordert die neue Kampagne "Fairplay-at-home" des Eidgenössischen Gleichstellungsbüros. Sie will die Väter dazu animieren, auch die Familienwelt zu erobern.
  
Nach wie vor leisten Frauen rund doppelt so viel unbezahlte Haus- und Familienarbeit wie die Männer. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann (EGB), die am Montag in Bern vorgestellt wurde.

Zwar gehen heute acht von zehn Frauen im erwerbsfähigen Alter einer regelmässigen Arbeit nach, von einem Aufbrechen der traditionellen Muster kann aber laut Studie nicht die Rede sein.

Spielen statt Putzen

Die Männer verwenden ihre Hauptenergien nach wie vor auf das Berufsleben, dem sie fast durchgehend vollzeitig nachgehen. Zu Hause engagieren sie sich allenfalls beim Spielen und Hausaufgaben machen mit den Kindern sowie bei handwerklichen und administrativen Tätigkeiten.

Die typischen repetitiven Haushaltstätigkeiten wie Waschen, Bügeln, Putzen, Aufräumen, Mahlzeiten zubereiten oder Abwaschen hingegen überlassen sie immer noch fast ausschliesslich den Frauen.

Der Vergleich mit den sieben EU-Ländern Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Niederlande und Portugal zeigt ein vergleichbares Niveau beim Engagement der Männer in der Haus- und Familienarbeit.

Keine spannenden Jobs für Mütter

Auch wenn immer mehr Frauen arbeiten, tun sie dies meist mit einem seit ein paar Jahren konstant geringem Erwerbsvolumen. Bei Müttern mit vorschulpflichtigen Kindern reduziert sich der Beschäftigungsgrad auf durchschnittlich 30 Prozent. Dies reicht nicht aus, um spannende Aufgaben zu erhalten oder eine Vorgesetzten-Position zu übernehmen.

Bei Singles und nicht verheirateten Paaren ohne Kinder macht die Erwerbstätigkeit der Frauen knapp 90 Prozent der Erwerbsarbeit der Männer aus. Rund 60 Prozent beträgt der entsprechende Anteil bei allein Erziehenden und nicht verheirateten Paaren mit Kindern. Bei Ehepaaren geht der Anteil mit steigender Kinderzahl kontinuierlich zurück: 54 Prozent ohne Kinder, 37 Prozent mit einem Kind, 30 Prozent bei zwei und 24 Prozent bei drei und mehr Kindern.

Mit der Kampagne “Fairplay-at-home” will das EBG die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu einem Thema machen, das Mann und Frau gleichermassen betrifft. Nur so könne die Gleichstellung von Männern und Frauen im Berufsleben realisiert werden, hiess es an der Medienkonferenz.

      
Männersache Grillieren
  
Sommerzeit ist Grill-Zeit. Am Nationalfeiertag feiert das Grillieren seinen Höhepunkt in der Schweiz. Und wer steht am Grill? Der Mann. Das war so in Spiez an der BBQ-EM, das ist so landauf landab.
  
Mit der Bratwurstzange bewaffnet zeigen sie, wer der Herr am Grill ist. Sorgsam hüten Männer im Sommer glühende Kohlen, einfühlsam wenden sie die Würstchen. Frauen dürfen allenfalls Salate zubereiten. Sozialwissenschaftler und Psychologen haben mehrere Thesen, warum der Grill meist männliche Domäne ist.

"Männer tun eher Dinge draussen, die sichtbar sind. Das ist prestigeträchtiger als die Arbeit hinter Fenstern und Türen", erklärt Nina Degele, Professorin für Soziologie und Geschlechter-Forschung an der Universität Freiburg.

Dass Tätigkeiten ausserhalb der vier Wände bei "ihm" beliebter sind als Hausarbeit, zeigt eine Untersuchung des Hamburger Instituts Gewis. Vertreter des "starken Geschlechts" erledigen demnach gern kleine Reparaturen (89%), bringen den Müll weg (77%) oder kaufen ein (71%).

Weniger beliebt dagegen sind Wäschewaschen (32%), Badezimmer putzen (30%) und Bügeln (25%).

Degele sieht noch einen Grund für die Grillfreudigkeit des männlichen Geschlechts: "Es wird ein Rest von Archaik gepflegt." Am Rost sei "er" wieder der wilde Mann, der nach Schweiß stinken dürfe.

Stephan Höyng, Männerforscher an der Katholischen Fachhochschule Berlin, vermutet einen ähnlichen Zusammenhang. "Man kann es mit dem Feuer begründen oder mit der Jagd als Aufgabengebiet: Im Mann stecken bestimmte Triebe, die die Zivilisation noch nicht erreicht haben."

Männerforscher Höyng hat noch eine Erklärung parat. Männer liebten den Rost, da er das Wir-Gefühl fördere. "Grillen ist auch ein Ritual, bei dem die Zugehörigkeit zu einer Gruppe gezeigt wird." Jungs und Männern sei wichtig, einer Gruppe anzugehören und sich dort darzustellen. Das scheint zu gelingen. In einer Umfrage einer britischen Supermarktkette fanden die meisten der 500 Befragten Männer am Grill sexy.

"Am Grill ist der Mann ganz Mann", findet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Er sei dort ganz "Nachfahr von Fallenstellern, Fischern, Sammlern und Jägern, stolzer Enkelsohn alleinernährender Väter, Großväter und Urgroßväter, die ihre Familie ums Feuer scharten, um sie zu füttern, zu schützen und zu liebkosen, wie das Naturgesetz es befahl."

Die "Zeit" sieht im männlichen Grillverhalten einen Rückfall in eine frühere Entwicklungsstufe: "Das Grillen von Fleisch erinnert an Wildheit, Jagd, und die Beute, die erlegt wurde, um sie mit allen zu teilen."

Swissinfo
Unbezahlte Arbeit als Schwergewicht Schmus
Schmus:

herjeh, immer die gleiche Leier o. T.

 
02.11.04 08:48
#2
Unbezahlte Arbeit als Schwergewicht 96er

kein wunder das immer alle jammern kein geld zu

 
#3
haben.


Das Bundesamt für Statistik hat erstmals die unbezahlte Arbeit in der Schweiz gemessen. Im Jahr 2000 waren es 8 Mrd. Stunden im Wert von 250 Mrd. Franken.


Das muß man sich mal reinziehen, das ist ein Stundenlohn von 31,25 Franken. Ich glaub viele wären mittlerweile froh wenn sie soviel kriegen würden.


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