Umfragen: Union vor SPD - Schröder "guter Kanzler"

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Umfragen: Union vor SPD - Schröder
kiiwii:

Umfragen: Union vor SPD - Schröder "guter Kanzler"

5
25.10.06 10:52
#1
SPIEGEL ONLINE - 25. Oktober 2006, 07:50
URL: www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,444545,00.html


UMFRAGE
SPD fällt hinter Union zurück


Die Debatte um Unterschichten und eine neue Armut in Deutschland scheint der SPD zu schaden. Bei einer Umfrage fielen die Sozialdemokraten weiter hinter die Union zurück.


Hamburg - Die SPD sank in der wöchentlichen Forsa-Umfrage für "Stern" und RTL im Vergleich zur Vorwoche um drei Prozentpunkte auf 29 Prozent. Sie rutschte damit wieder hinter die Union, die wie in der Woche zuvor 30 Prozent erreichte.


Stabil blieb auch die FDP mit 14 Prozent. Die Grünen kletterten um einen Punkt auf 11 Prozent. Auch die Linkspartei konnte sich verbessern. Sie stieg von 9 auf 10 Prozent.


Die Mehrheit der Deutschen findet Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD), dessen umstrittene Memoiren nun erscheinen, gut. Die meisten der Befragten waren der Ansicht, dass er ein guter Regierungschef war. Auf die Frage, ob Schröder ein guter Kanzler war, antworteten 56 Prozent mit "ja", 36 Prozent stimmten mit "nein", der Rest mit "weiß nicht".

als/dpa


MfG
kiiwii

Umfragen: Union vor SPD - Schröder
Karlchen_II:

Das ist doch klar...

5
25.10.06 10:59
#2
Wer Merkel kennt, sehnt sich nach Schröder zurück.
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SWay:

Merkel wusste immer, :

 
25.10.06 11:00
#3
Wichtig ist am Wahlabend !

Das hat sie sogar von Gerd Schröder gelernt
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SAKU:

Ne weitere Bullshitumfrage

2
25.10.06 11:02
#4
zu den Bullshitparteien...
__________________________________________________
VIVA ARIVA!  
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kiiwii:

Schröder sei schuld, daß Merkel Kanzlerin ist

 
25.10.06 11:28
#5
...weil er am Wahlabend so besoffen in der Elefantenrunde rumgegröhlt habe, sagt J. Leinemann

MfG
kiiwii
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
SWay:

da ist was wahres dran und selbst

2
25.10.06 11:36
#6
Doris sagt das...
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Bankerslast:

# 2,

 
25.10.06 11:41
#7
"Wer Merkel kennt, sehnt sich nach Schröder zurück."

Sicher nur Hypothetisch Ließe. Geht schon aus Zeitgründen nicht. Beschäftigt bei dubiösen Firmen, Promotion von Witzliteratur, viele Privatklagen wg. gefärbter Haare und dem Doris seine Abbilder in Medien etc.
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SWay:

als ich noch ganz klein war nahm mich

 
25.10.06 11:46
#8
jemand an die Seite der es in seinem Leben zu etwas gebracht hatte und von dem ich viel gerlernt habe und er sagte zu mir, "Sway (damals hiess ich noch anders), Du musst jetzt sehr stark sein. 93% aller Menschen sind Idioten, wichtig ist ob Du mal zu den 7% gehörst die keine sind...

Was interessiert mich was die Mehrzahl der Deutschen denkt ? Das ist doch nur die Menschheit und der muss man überlegen sein... ;)
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
Bankerslast:

das Wahlvolk vergißt viel

6
25.10.06 12:53
#9

- von wegen dran bleiben Gerd

die anfängliche Begeisterung für die Große Koalition ist einem Unbehagen gewichen. Angela Merkel ist eben jetzt in der Alltags-Politik angekommen und muss die engen Grenzen ihres Amtes erleben.

Gerdchen stilisiert sich jetzt geradezu als positiven Kontrast zu Merkel. So will er in die Geschichtsbücher eingehen, als einsamer Wolf, der früher alles besser als alle anderen wusste, was für das Land richtig war, am Ende aber auch an seinen Gegnern (Gewerkschaften, Genossen) scheiterte. Je trostloser die Gegenwart, desto heller erscheint die Vergangenheit. Auch wenn sie dies nicht war.
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Umfragen: Union vor SPD - Schröder
SWay:

obwohl, kann man nicht nur etwas vergessen

 
25.10.06 13:16
#10
das man irgendwann mal gewusst hat ?

90% aller Gerhard Schröder Wähler die ich versuchte zu bekehren war sein Wahlprogramm völlig unbekannt, sie fanden ihn als Mensch so toll und Merkel war doch doof...

nene DIE haben nichts vergessen, die wissen immer noch das das gleiche Nichts wie damals...
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
brokeboy:

schaun wir mal

3
25.10.06 13:33
#11
bei der letzten wahl bot sich die einmalige gelegenheit, eine regierung ins amt zu wählen, die simultan über eine fette bundesrat-mehrheit verfügt hätte - allein der wähler entschied anders. vielleicht weil die sprüche über den "heidelberger professor" doch etwas gefruchtet hatten. der grossen koali jetzt einen vorwurf machen? wie borniert selbstgerecht und dämlich kann der deutsche michel eigentlich noch werden? wenn schon ein patt und somit faule kompromisse bei einer wahl rauskommen, dann liegt das ja wohl nicht a priori an den politikern, sondern an all den wählern, die ihre entscheidungen in letzter minute fassen, sich von medien vollsülzen lassen, in vorgestriger sozialromantik notwendige veränderungen sowieso ablehnen und glauben, dass deutschland eine insel wäre
siehe auch:
www.ftd.de/meinung/leitartikel/124901.html

dass frau merkel mit einem dünnen, halben mandat keine kopfstände machen kann und auf der gegenseite figuren wie ulla schmidt und andrea nahles eine völlig andere republik skizzieren, sollte vor allem uns, den wählern zu denken geben - mir persönlich wäre ein wahlergebnis 26% fdp und 26 % cdu natürlich lieber gewesen. aber da ist natürlich die deutsche angst vor "amerikanischen zuständen" vor - die bekommen wir auch so, allerdings ganz ohne die chancen und den gestaltungsfreiraum die eine starke wirtschaft bietet.
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
Bankerslast:

wie schnell ein Blatt sich wendet

4
27.10.06 12:02
#12
ZDF-Politbarometer sieht Einbußen für die SPD

Mainz (dpa) - Nach Zugewinnen in den vergangenen Wochen verliert die SPD jetzt in der
politischen Stimmung. Sie komme nur noch auf 29 Prozent, ergab das ZDF-Politbarometer. Das ist ein Minus von 4 Prozent. Die CDU/CSU legt leicht zu auf 36 Prozent, die FDP kommt auf 11 Prozent, die Linke auf 8 Prozent. Die Grünen bleiben bei 11 Prozent.
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
SWay:

Dank Schröder ?

3
27.10.06 12:12
#13
Merkel wird noch lange Kanzlerin bleiben. Sich nicht beeinflussen zu lassen und seinen Weg zum Wohle des ganzen Landes und des Volkes mit Erfolg weiterzugehen das ist Führungsstärke. Führungsstärke ist nicht gute Ideen mit einem Basta platt zu machen und dann zu sagen, "Ich war zwar nicht erfolgreich und ich bin meinen Weg auch nicht zum Wohle des Landes und des Volkes gegangen aber ich habe Führungsstärke bewiesen. Fragt mal die die mir ihren guten Ideen präsentieren wollten ! Ganz nebenbei, ICH habe bereits meine Autobiographie geschrieben. Das muss sie erst noch mal machen und ich habe einen super Job im Ausland, den  uss sie erst mal kriegen und ganz im Alögemeinen bin ich mitr mir selbst im Reinen."

Ich mag die Frau, unsere eiserne Lady Angie...
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Talisker:

Guter Gedanke

 
27.10.06 12:17
#14
Sind ja bald schon wieder Wahlen. Da stellt sich die Frage - Umfrageergebnisse wöchentlich hier reinstellen oder nicht doch lieber bereits täglich?
Die heiße Phase des Wahlkampfs ist eingeleutet, man ran.
Gruß
Talisker
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kiiwii:

er ist halt El Krawallo

 
27.10.06 12:17
#15
...die Idee, seine Rolle mit "Schimanski" Götz George zu besetzen, bassd scho...

(wobei man damit den George eher noch beleidigt...)


MfG
kiiwii
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
kiiwii:

"eingeleutet" ? nicht Dein Ernst, odda ?

 
27.10.06 12:20
#16
MfG
kiiwii
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brokeboy:

angekohlt?

 
27.10.06 12:23
#17
... der schwäbische liberal/konservative brokeboy sieht auf die kohl-jahre mit einem gewissen bauchgrimmen zurück - das war stagnation und die fand ihre begründung in der selbstgefälligkeit und dem eifersüchtigen gehabe des dicken, der ideen nur dann gut fand, wenn sie von ihm oder seinen adepten kamen - cleverle späth und das andere jungvolk musste sich da ducken. aber ein instinktsicherer machtmensch war er - ich hoffe aufrichtig, dass die stagnations-indikatoren und die vielen faulen kompromisse der derzeitigen regierung nicht dem erbe kohls -dessen ziehtochter frau merkel ja ist- zuzuschreiben sind, sondern der tatsache, dass in einer grossen koalition eben vieles nicht geht. eine letztgültige bewertung ist aber nicht möglich.
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kiiwii:

unser systemimmanentes Problem ist und bleibt

2
27.10.06 12:35
#18
der Fakt, dasß jeder Regierung eine Doppel-Opposition gegenübersteht:

- bei Kohl war es die Bundestags-Opposition i.V. mit der SPD-Mehrheit des Bundesrats

- bei Schröder war es die Bundestags-Opposition i.V. mit Teilen der SPD und der Unions-Mehrheit des Bundesrats

- bei Merkel ist es neben der kleinen Bundestagsopposition die Hälfte der Regierungsparteien sowie der gesamte Bundesrat


Folge:

Kohl hat nix getan
Schröder ist gescheitert
Merkel/Münte werden in einem Jahr auch nix mehr tun



MfG
kiiwii
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andreHannibal:

Manchmal scheinst du etwas zu verstehen kiiwii! o. T.

 
27.10.06 12:41
#19
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
kiiwii:

das unterscheidet uns

 
27.10.06 12:48
#20

MfG
kiiwii
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SWay:

Kiiwii - Ich finde Martin Semmelrogge

 
27.10.06 12:48
#21
könnte ihn besser und treffender darstellen...
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
Bankerslast:

# 21, eigentlich schade

 
27.10.06 17:52
#22
Harald Juhnke lebt nicht mehr. Könnte auch passen....
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Talisker:

Ich will den Running Gag

 
27.10.06 17:56
#23
natürlich nicht behindern, der is schon irre komisch, so richtig lustig, aber nur mal so ganz seicht dahin gefragt:
Was hätte Schröder auf die Reporterfrage, wenn seine Biographie verfilmt würde, mit welchem Schauspieler er sich besetzen würde, denn sonst antworten sollen?
Ich mein ja nur, weil es hier immer so dargestellt wird, als wenn er von sich aus auf die Idee gekommen wäre.
Gruß
Talisker
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
SWay:

@Talisker - Wie wäre es mit;:"R.Reagan" ? o. T.

 
27.10.06 18:43
#24
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
kiiwii:

wer will denn das alles nochmal verfilmt

 
27.10.06 19:06
#25
sehen ?  war doch auch so schon öde genug...


btw:
wie verkauft sich denn nun das Buch  ?

also bei "uns" liegts wie Blei im Laden...


MfG
kiiwii
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
SWay:

dazu eine Rezension von amazon.de

 
27.10.06 19:18
#26
  Dem Selbstdarsteller eine Bühne!, 23. Oktober 2006
Rezensentin/Rezensent:§Oliver Ohly "hotswimming" (Regensburg) - alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)  
Gerhard Schröder leidet unter seinem gazprom-versüßten Ruhestand. Er steht nicht mehr im Mittelpunkt, man interessiert sich nicht mehr für ihn. Was bleibt einem notorischen Profilneurotiker da anderes übrig, als mit aller Macht in den Fokus medialer Aufmerksamkeit zu drängen?
Nun, das ist ihm, zumindest für eine Woche, halbwegs gelungen. Der Spiegel bietet ihm eine Plattform für ein plattitüdenschwangeres Interview. Harald Schmidt persifliert den Titel seines neuen Elaborats("Scheidungen..."), die Nachrichten wiederum bespiegeln sein Spiegel-Interview.
Leider ist das Buch eine Fortsetzung des Schröderschen Wirklichkeitsverlustes und seiner sprachlichen Falschmünzerei mit anderen Mitteln. Es ist von daher mindestens ebenso überflüssig wie seine Regierungsjahre. Schröder sieht sich immer noch als "Reformpolitiker"; eine Fehletikettierung, auf die leider sämtliche Multiplikatoren inklusive Bundespräsident Horst Köhler hereingefallen sind. Was gab's tatsächlich und wie wurde es uminterpretiert?
1) Es gab eine Steuerreform mit verheerenden Folgen:
Spekulative Heuschreckentransaktionen wurden steuerfrei gestellt(Befreiung der Gewinne aus Beteiligungsveräußerungen von der Steuer) - eine Einladung zum destruktiven Ausweiden von Unternehmenssubstanz.
Verlustverrechnung von Ergebnissen im Ausland gegenüber dem deutschen Fiskus, die Folge: Wenn Siemens einen Betrieb schließt und in Rumänien wiederaufbaut, wirken die Kosten steuermindernd, mit anderen Worten: Arbeitsplatzverlagerungen werden subventioniert.

2) Die Verfilzung zwischen Wirtschaftsministerium (Müller, Tacke, Clement u.a.) und Energiewirtschaft war derart eng, dass der Text zum Gesetz, das die Durchleitung der deutschen Stromnetze regeln sollte, von RWE-Mitarbeitern ausformuliert wurde. Das Verschenken von Emissionszertifikaten sorgte für neue Preiserhöhung ohne entsprechende Kosten. Clement sitzt heute im Aufsichtsrat der RWE, die Zeche zahlt der Verbraucher. Die Monopole auf dem Energiemarkt haben zu ungebremsten Preistreibereien geführt. Hier paarte sich Günstlingswirtschaft mit Unfähigkeit.
3) Die Hartz-Gesetze, ausgekungelt vom Rotlicht-Beauftragten des Volkswagen-Konzerns, führten zur Verarmung von Bezugsberechtigten (Drittelung der Bezugsdauer von ALG I, was eine Versicherungsleistung ist!) und zur Besserstellung von Nullbeitragszahlern. Insgesamt beschleunigten sie die Schwindsucht der deutschen Mittelschicht. Der Witz dabei: Es ist ein Sozialabbau, der dem Staat satte zehn Milliarden Euro Mehrkosten einträgt! Ein Kunststück sondergleichen in der Geschichte der BRD.
4) In keiner Bundesregierung war der unmittelbate Einfluss von finanzkräftigen Lobbyisten so spürbar, deren Handschrift so unmissverständlich dechiffrierbar wie in der Schröderschen.

Hätte Schröder sieben Jahre lang Däumchen gedreht, hätte er weniger Schaden angerichtet. So sind die Fakten, doch Sophist Schröder erzählt Ihnen was ganz Anderes:
Den desaströsen Hartz-Murks nennt er "Agenda2010", die Steuerreform zur Enteignung der deutschen Volkswirtschaft nennt er "Fitmachen für die Globalisierung"; im Zusammenhang mit seiner katastrophalen Energiemonopolpolitik spricht er von "nachhaltiger Sicherstellung der Energieversorgung". Ach ja, den KGB-Politiker Putin, Totengräber der Meinungsfreiheit, nennt er einen "lupenreinen Demokraten".
Schade, dass Vergewaltigung der deutschen Sprache nicht unter Strafe steht. Wer sich an diesen semantischen Verbiegungen und an einer narzissmustriefenden Selbstbeweihräucherung zu ergötzen vermag, der möge das Buch kaufen.
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
SWay:

es gibt noch eine zweite

 
27.10.06 19:26
#27
Einfach geil!, 21. Oktober 2006

Rezensentin/Rezensent:§Mark Schipper (Berlin) - alle meine Rezensionen ansehen
Den Titel meiner Rezension trägt auch ein Album von Wolfgang Petry - doch es gibt kein schöneres Wort als "GEIL!" um das zu beschreiben, was unser Altbundeskanzler da handschiftlich zu Papier gebracht hat. Er rechnet knallhart ab: mit Peters, Bsirske und den anderen Gewerkschaftsbonzen. Was hätte dieser Mann für Deutschland bewegen können, hätte er sich mit 16 entschlossen in die CDU einzutreten! Was Schröde für Deutschland will, ist titanharter Kapitalismus. Und so gehört sich das auch!
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
kiiwii:

"Versuch und Irrtum" - noch 'ne Rezension

 
27.10.06 19:30
#28
---er hat ja sowieso nur schreiben "lassen" von C.-U.Heye...


„Versuch und Irrtum“


Gerhard Schröder versucht in seinem neuen Buch, lange Linien zu zeichnen – es gelingt nicht immer


ANDREAS RINKE | BERLIN

Es gibt Bücher, die glaubt man schon in- und auswendig zu kennen, wenn man sie das erste Mal in die Hand nimmt. Und es gibt Bücher, in denen man Neues entdeckt, wenn man sie sich zum zweiten Mal vornimmt. Irgendwie hat Gerhard Schröders das Kunststück fertig gebracht, mit seinen „Entscheidungen“ gleich beide Kategorien zu besetzen. Seit einer Woche wird die Öffentlichkeit mit so vielen Teilveröffentlichungen und Reaktionen traktiert, dass der „Urtext“ schon abgegrabbelt wirkt. Doch es sind kleine Randbemerkungen und die Konstruktion des Buches, die jeden Vorabdruck schnell vergessen lassen.


Denn was zunächst auffällt, ist der Unterschied zu früheren Kanzler-Büchern. Schröder schreibt als Ex-Kanzler so widersprüchlich, wie er in seinen Zeiten als Politiker regiert hat: Die Lektüre bietet einen teilweise seltsam anmutenden Wechsel zwischen persönlichen Bemerkungen, Weltbetrachtungen und Beurteilungen alter Weggefährten.


Wenn überhaupt ein roter Faden durch das ganze Buch auszumachen ist, dann ist es der Versuch, gegen zwei Negativimages anzuarbeiten. „Schröder, der Nachbesserungskanzler“ und „Schröder, der Konzeptlose“ sind zwei Themen, die der Ex-Kanzler quer durch das Buch zu widerlegen sucht. Schon auf Seite 28 kommt einer der Kernsätze, die sein Leben erklären sollen: „Alles war Versuch und Irrtum unterworfen.“ In der Literatur würde man von einem Entwicklungsroman sprechen. Tatsächlich beschreibt sich Schröder als den ewig Suchenden, der bis heute vor allem eines macht: dazulernen. Scheitern, aufstehen, entwerfen, verbessern – ironischerweise wirkt ausgerechnet der Bush-Gegner Schröder mit diesem Verhalten dabei amerikanischer als die meisten anderen deutschen Politiker.


Dabei nutzt der 62-Jährige in dem mit Hilfe seines ehemaligen Regierungssprechers Uwe-Karsten Heye verfassten Buch die unbeschränkte Macht des Autors, der die Zeit nach Belieben ausdehnen oder zusammenschnurren lassen kann. Es kümmert ihn nicht, dass „Entscheidungen. Mein Leben in der Politik“ alles andere als eine akkurate Wiedergabe seiner Karriere ist.


An einer Stelle werden so die acht Jahre des Weges vom Juso-Vorsitzenden zum SPD-Spitzenkandidaten in Niedersachen in einer kurze Passage zusammengefasst. An einer anderen findet der Leser dafür eine relativ präzise Beschreibung etwa jenes 22. Mai 2005, als sich Schröder mit Müntefering über die Konsequenzen der historischen Niederlage der SPD in Nordrhein-Westfalen beriet.


Was der Leser dagegen vergeblich sucht, ist eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Wahlabend des 22. September 2005, als Schröder in einer denkwürdigen Fernsehrunde sein geradezu strahlendes Bild als Phönix aus der Asche demontierte. „Mir schien es wichtig, sofort und eindeutig klarzustellen, dass ohne oder gegen die SPD keine Regierungsbildung möglich sein würde“, heißt es lapidar als Begründung, wieso er an der Kanzlerschaft festhielt. Kein Wort zu den verbalen Ausfällen, die selbst Parteifreunde schockierten und letztlich die Kanzlerschaft der Angela Merkel selbst in der Einschätzung seiner Parteifreunde erst möglich gemacht haben.


Aber auch hier ist das Buch wohl „typisch Schröder“. Schon in seiner Regierungszeit zeigte er die wachsende Neigung, nur Debatten zu führen, die ihm wichtig sind – und nicht auf die der anderen einzugehen. Dies spiegelt sich in seinen Erinnerungen wider. Das Verhältnis zu China und sein umstrittenes Eintreten  für die Aufhebung des EU-Waffenembargos etwa wird nur kurz behandelt – als sprächen seine Argumente für sich.


Wer erkennen will, wo Schröder am meisten an seinem Geschichtsbild feilt, braucht nur nach großen Texteinschüben zu suchen: Über Seiten druckt er die Erklärung der „New York Times“ ab, die sich bei ihren Lesern für ihre einseitige Berichterstattung im Irak-Krieg entschuldigt. Lange dokumentiert Schröder die Bausteine seines „Agenda 2010“-Programms. Der Friedens- und der Reformkanzler – mit dieser Charakterisierung möchte er sich später in den Geschichtsbüchern wiederfinden.


Eine Ausnahme gibt es: Russland, dem ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Wer bisher zweifelte, dass Schröder dieses Land und nicht nur Putin besonders am Herzen liegt, dürfte nach der Lektüre des Buchs doch ins Wanken geraten. Tatsächlich beschreibt er an dieser Stelle am glaubhaftesten, wie sich sein Denken durch die Nachricht über seinen an der Ostfront gefallenen Vater, über den Kontakt zu Putin bis hin zu den Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkrieges langsam wandelte. Am Ende ist sein Plädoyer für eine enge Zusammenarbeit Europas mit Russland eben nicht mehr nur politisch, sondern durch die Adoption zweier russischer Waisen auch sehr persönlich geworden.


Birgt das Buch sensationelle Neuigkeiten?  Nein. Muss die Geschichte von sieben Jahren rot-grüner Regierung umgeschrieben werden? Ebenfalls nein. Hat Schröder sich und seine Persönlichkeit schonungslos offenbart? Ebenfalls nicht, dafür umschifft er zu sehr unangenehme Punkte seiner Karriere. Zu den wenigen wirklichen, vielleicht taktisch motivierten Überraschungsmomenten gehört die erstaunliche Milde gegenüber Oskar Lafontaine.


Aber ein klein wenig Annäherung an den Menschen hinter dem Basta-Kanzler bietet es eben doch. Kohl wollte und will sich durch seine Memoiren unerreichbar auf den Sockel der Geschichte stellen. Schröder steigt mit seinem zwiespältigen Buch endgültig vom Sockel herab, macht den Kanzlerposten menschlicher – und damit angreifbarer. Dazu tragen auch die sehr häufigen Anflüge von Selbstkritik bei. Schröder gesteht, langsam gelernt zu haben – von der Bedeutung des Mauerfalls bis hin zum Wert der EU. In diesem Zusammenhang fällt auch der für alle Journalisten denkwürdige Satz: „Die Provinzialität der Politik und die der Matadore der Vierten Gewalt sind reziprok.“ Allein das ist ein Satz, für den sich die Lektüre lohnt.


MfG
kiiwii
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
Karlchen_II:

@kiiwii: Sach mal. Für was für einen Scheiß

 
27.10.06 19:36
#29
interessierste dich denn alles? Schröder-Hedogedöns? Dann lese ich doch lieber das Telefonbuch von Warschau.
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
kiiwii:

na na..

 
27.10.06 19:37
#30
MfG
kiiwii
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
Karlchen_II:

Wie nana?

 
27.10.06 19:44
#31
So uninteressant ist das Telefonbuch von Warschau auch wieder nicht. Da findeste etwa recht viele deutsche Vornamen - und auch nicht wenige Nachnamen. Also: Ich hane mir das durchaus mal im Hotel angesehen.

Und was findeste bei Gerd? Selbstdarstellung - die er selbst noch nicht einaml formuliert hat, sondern sein Schreiberling.
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
kiiwii:

keine Sorge, Karlchen, habe nicht vor, das Buch

 
27.10.06 19:49
#32
Schröders zu lesen, geschweige denn, es zu kaufen.
Habe Auszüge daraus gelesen - das reicht mir schon...


Da lese ich lieber Daniel Kehlmann zu Ende...



MfG
kiiwii
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
SWay:

Eines scheint jetzt schon sicher,

 
27.10.06 19:50
#33
hätte ich die Wahl zwischen Entscheidungen - Mein Leben in der Politik und Lepra, ich würde mit Sicherheit Lepra wählen. Ich kann mit Lepra in Würde sterben aber ich weiss nicht wie ich mit "Entscheidungen-Mein Leben in der Politik" mir Würde leben soll...





          §
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
Karlchen_II:

Würde - was hat denn Würde mit Schröder zu tun? o. T.

 
27.10.06 19:55
#34
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
SWay:

meine Würde gerät in Gefahr wenn ich

 
27.10.06 19:58
#35
mich schäme und wenn ich dieses Buch kaufen und/oder lesen würde würde ich mich schämen...

lässt sich noch weiterführen aber das Wesentlich habe ich erwähnt. ;)
Umfragen: Union vor SPD - Schröder
Eichi:

Ich mag

 
27.10.06 23:30
#36
Gerhard Schröder als Mensch.

Das was er verzapft hat, kann man nicht mögen.
Umfragen: Union vor SPD - Schröder

Eichi dein Karma

 
#37
ist durcheinander.


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