New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Aktienmärkte konnten am Freitag nach einem abwechslungsreichen Handelstag mit Zugewinnen ins Wochenende gehen. Lange Zeit hatten ein überraschend schwach ausgefallener Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan und negative Nachrichten bei Dell für Abschläge gesorgt. In Handelsverlauf konnte dann besonders Microsoft mit seinem erhöhten Aktienrückkaufprogramm für Furore sorgen.
Der Dow Jones Industrial Average schloss am Ende mit einem Plus von 0,41 Prozent bei 11.381,47 Zählern, während der S&P 500 0,37 Prozent auf 1.302,30 Zähler zulegte. Der NASDAQ Composite ging mit einem Plus von 0,29 Prozent auf 2.163,95 Punkte aus dem Handel.
Im Fokus stand heute die Aktie von Microsoft. Der Konzern hatte heute erklärt, das bisherige Aktierückkaufprogramm um 16,2 Mrd. Dollar auf nun 36,2 Mrd. Dollar aufzustocken. Das Programm hat nunmehr eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2011. Zudem wird Microsoft rund 3,8 Mrd. Dollar für den Rückkauf von 155 Millionen eigenen Aktien aufwenden. Im Rahmen einer holländischen Auktion zahlt der Software-Konzern 24,75 Dollar je Aktie. Die Aktie legte entsprechend deutliche 4 Prozent zu und half so den Leitindizes auf die Sprünge.
Daneben stand im Technologiesektor der PC-Hersteller Dell im Blickpunkt der Anleger. Der Konzern erlitt im vergangenen Quartal wie erwartet einen drastischen Gewinneinbruch, darüber hinaus teilte das Unternehmen mit, im Visier der Börsenaufsicht zu stehen. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 502 Mio. Dollar bzw. 22 Cents je Aktie, nach 1,02 Mrd. Dollar bzw. 41 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Auslöser waren hier starke Preissenkungen. Die Anleger reagierten äußerst verschnupft auf die Nachrichtenlage und schickten die Aktie um rund 3 Prozent in den Keller.
Härter traf es unter den großen Technologiewerten nur noch Marvell Technology. Die Aktie musste nach der Veröffentlichung vorläufiger Umsatzzahlen für das zweite Quartal deutliche Kursabschläge von über 7 Prozent hinnehmen. So lag der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum bei 574,0 Mio. Dollar, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (390,5 Mio. Dollar) einem Plus von 47,0 Prozent entspricht. Dennoch konnten damit die Erwartungen nicht getroffen werden.
Ebenfalls nach Zahlen bröckelten Anteilsscheine des Softwarekonzerns Autodesk um 0,8 Prozent ab. Zwar konnte der Hersteller der AutoCAD-Software beim Umsatz die Erwartungen übertreffen. Zum Gewinn machte das Unternehmen jedoch noch keine Angaben. Autodesk gab an, dass man zunächst die Vergabe von Aktienoptionen überprüfen werde.
Im Handelssektor sorgten heute die Zahlen von Gap für Enttäuschung. Der US-Bekleidungshändler musste für das zweite Quartal erneut einen Gewinneinbruch vermelden. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 128 Mio. Dollar bzw. 15 Cents je Aktie, nach 272 Mio. Dollar bzw. 30 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Als Grund für den Einbruch gab Gap neben Abschreibungen hohe Marketingkosten an. Außerdem waren die Umsätze in den heißen Sommermonaten rückläufig. Die Aktie verlor am Ende über 4 Prozent.
Der Automobilkonzern Ford Motor Co. (ISIN
US3453708600 / WKN
502391 ) fährt seine Produktionskapazitäten in Nordamerika zurück. Wie der zweitgrößte Automobilhersteller in den USA heute erklärte, wird man im Rahmen einer Verschärfung des Restrukturierungsprogramms "Way Forward" die Gesamtproduktion im vierten Quartal um 168.000 Einheiten oder um 21 Prozent herunterfahren. Außerdem soll die Produktion im dritten Quartal um weitere 20.000 Fahrzeuge reduziert werden. Für das Gesamtjahr 2006 stellte Ford Motor für Nordamerika eine Gesamtproduktion von 3,048 Millionen Einheiten in Aussicht, was im Vergleich zum Vorjahreswert einem Minus von 9 Prozent entspricht. Das Konzernmanagement rechtfertigte diese Entscheidung als Bestandteil der notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen in Zusammenhang mit den Geschäftsaktivitäten in Nordamerika. Weitere Details und Pläne in Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm "Way Forward" will Ford Motor im September dieses Jahres ankündigen.
Der Speicherspezialist Brocade Communications Systems Inc. (ISIN
US1116211087 / WKN
922590 ) erzielte im dritten Quartal wieder einen Gewinn, nachdem man im Vorjahr noch einen Verlust verbucht hatte. Wie der Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 24,5 Mio. Dollar bzw. 9 Cents je Aktie, nach einem Verlust von 7,2 Mio. Dollar bzw. 3 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 54 Prozent von 122,3 auf 188,9 Mio. Dollar. Analysten hatten im Vorfeld ein Ergebnis von 9 Cents je Aktie sowie Erlöse in Höhe von 180,35 Mio. Dollar prognostiziert. Für das laufende Quartal gehen sie von einem EPS von 8 Cents sowie einem Umsatz von 188,87 Mio. Dollar aus.
Die US-Bekleidungskette AnnTaylor Stores Corp. (ISIN US0361151030 / WKN 881771 ) verbuchte im zweiten Quartal aufgrund stark ausgefallener Umsatzerlöse einen Ergebnisanstieg und konnte dabei die Analystenprognosen übertreffen. Wie der Konzern heute bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 43,2 Mio. Dollar bzw. 59 Cents je Aktie, nach 7,1 Mio. Dollar bzw. 10 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis beinhaltet dabei Sonderbelastungen in Höhe von 2 Cents je Aktie in Zusammenhang mit der Neubilanzierung von Aufwendungen für Aktienoptionen. Der Konzernumsatz kletterte von 508,7 Mio. Dollar auf 610,0 Mio. Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 45 Cents sowie einen Umsatz von 606 Mio. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Analystenerwartungen bei einem EPS von 51 Cents sowie einem Umsatz von 575 Mio. Dollar. AnnTaylor hob angesichts der positiven Ergebnisentwicklung die Jahresprognose auf einen Gewinn je Aktie im Bereich von 2,05 bis 2,10 Dollar an. Analysten gehen für das Gesamtjahr von einem EPS im Bereich von 1,96 Dollar aus. (18.08.2006/ac/n/m)
Quelle: Finanzen.net / Aktiencheck.de AG