Terroranschlag oder nicht - der Markt reagiert ..

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Terroranschlag oder nicht - der Markt reagiert .. moya

Terroranschlag oder nicht - der Markt reagiert ..

 
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Terroranschlag oder nicht - der Markt reagiert gelassen

von Jochen Steffens

Zwei russische Flugzeuge mit insgesamt 89 Menschen an Bord sind vergangene Nacht nahezu zeitgleich in Russland abgestürzt. Beide Flugzeuge sind kurz nacheinander vom Moskauer Flughafen aus gestartet.
Natürlich kamen sofort Vermutungen auf, dass es sich um einen Anschlag tschetschenischer Separatisten gehandelt hätte.

Präsident Wladimir Putin hat sofort den Inlandgeheimdienst FSB mit den Ermittlungen beauftragt. Dieser meldete, es gäbe bisher keine Beweise für einen Anschlag. Der Geheimdienst untersuche, ob technisches Versagen, schlechte Treibstoffqualität oder ein falsches Auftanken für diesen Absturz verantwortlich gewesen seien. Das sind natürlich Faktoren, die aufgrund der nahen zeitlichen Abfolge der Starts beider Maschinen Grund für diesen Absturz sein könnten.

Etwas seltsam ist allerdings, dass die Besatzung der einen Maschine kurz vor dem Absturz ein Notsignal ausgesendet hat. Medien berichten, dieses Signal sei typisch für eine Entführung. Andere russische Experten jedoch dementierten, dieses Signal weise lediglich auf eine gefährliche Situation an Bord hin, das könne zwar eine Entführung sein, aber auch ein technisches Problem. Nach neuesten Nachrichten scheinen sich die Hinweise auf einen Anschlag nicht zu bestätigen, die ersten Untersuchungen der Flugzeugtrümmer gaben keinen Hinweis auf einen Anschlag. Wird hier vertuscht oder ist es wirklich eine unglückliche Verkettung von Zufällen?

Man darf gespannt sein. Insgesamt belasteten diese Nachrichten den Markt nicht sonderlich, da dieser Vorfall auch im Falle eines Anschlags als ein "russlandinternes" Problem aufgefasst würde, dass keine Auswirkungen auf die Börsen hat. Trotzdem stieg der Ölpreis. Das wiederum hatte etwas damit zu tun, dass die ersten Anleger sich plötzlich sorgten, tschetschenische Rebellen könnten auf die Idee kommen, russische Pipelines als Terrorziele zu entdecken.

Natürlich ist diese Sorge nicht ganz unbegründet. Zudem war diese Sorge vorher nicht im "Massenbewusstsein" der Marktteilnehmer vorhanden, mit anderen Worten, diese Eventualität musste nun eingepreist werden. Es reichte für einen kleinen Anstieg des Ölpreises, aber natürlich nicht dazu aus, neue Hochs zu erzielen.
Charttechnisch hat der Ölpreis (Brent) nun ziemlich genau an der unteren Linie seines Aufwärtstrends gedreht. Das heißt, der Aufwärtstrend ist noch intakt. Zudem ist es sehr selten der Fall, dass ein derart starker Trend ohne ein weiteres Aufbegehren gegen die Hochs stirbt.

Sollte der Aufwärtstrend jedoch nachhaltig brechen, wird auch das Vertrauen der Anleger in Aktien wieder zunehmen und die Märkte werden weiter steigen.

Stützend könnte sich auf die Märkte auswirken, dass unser lieber Old Greeny mal wieder seine marktbewegende Meinung kundgetan hat, diesmal in schriftlicher Form auf Anfragen des Bankausschusses des US-Senats.
Nach Ansicht Greenspans ist die Weltwirtschaft weiter im Wachsen begriffen. Allerdings würde die Euro-Zone, insbesondere Deutschland, ein wenig hinterherhinken. Einzige Auffälligkeit seiner Ausführung:
Einige Länder, wie Japan, könnten angesichts hoher Ölpreise in Schwierigkeiten geraten. Wobei Japan nach Worten Greenspans offenbar wieder zu selbsttragendem Wachstum zurückgefunden habe.

Alles in Allem wirklich nichts Neues, aber wer hätte auch etwas anderes erwartet. Im Moment macht die Fed auf mich ein wenig den Eindruck, als wäre sie genauso gespannt auf die weiteren Auswirkungen ihrer Niedrigzinspolitik, wie wir Anleger. Sollte selbst die Fed im Trüben fischen? Kaum vorstellbar.

Etwas anderes Interessantes ist mir noch aufgefallen: Nach Angaben von Spiegel-Online wird laut einer Forsa-Umfrage die Hartz-Reform gar nicht so sehr abgelehnt, wie es im Moment den Anschein haben könnte.
Nach Forsa hielten 46 % aller Bundesbürger die Arbeitsmarktreformen für eher richtig, 42 % finden sie "eher falsch". Ein deutlicher Unterschied ist jedoch zwischen West und Ost zu erkennen. Danach halten in Westdeutschland 52 % die Hartz-Reform für eher richtig, während in Ostdeutschland 52 % diese Reform für eher falsch halten.


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