Tagesausblick: Ölteppich auf den Märkten

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Tagesausblick: Ölteppich auf den Märkten

 
#1
Alles redet vom zarten Aufschwung. Bei diesem Ölpreis aber muss der Optimismus auf der Strecke bleiben. Schon gerät am Montag die 50-Dollar-Marke in den Bereich des Möglichen.


Hamburg - Die amerikanischen Rohölpreise haben angesichts der Produktions- und Lieferunterbrechungen im Golf von Mexiko ihren Vormarsch auf die historische Marke von 50 Dollar je Barrel beschleunigt fortgesetzt. Öl zur Novemberauslieferung ist am New Yorker Warenterminmarkt Nymex am Freitag um 0,87 Prozent auf 48,88 Dollar gestiegen. Das war ein Rekord auf Basis der Schlussnotierungen.
In der vergangenen Woche sind die amerikanischen Ölpreise um mehr als sieben Prozent gestiegen. US-Ölexperten glauben, dass die Preise in den kommenden Tagen endgültig die 50-Dollar- Marke nehmen könnten. Nordseeöl der Sorte Brent hatte am Freitag in London um 20 Cent auf 45,33 Dollar zugelegt.

Das amerikanische Energieministerium will Ölgesellschaften nun aus der strategischen US-Ölreserve Öl "ausleihen", um die Versorgungsengpässe im Gefolge von Hurrikan "Ivan" zu vermeiden. Die Aktionen der US- Regierung dürften allerdings auf die Preise keinen wesentlichen Einfluss haben.

Ölhändler verwiesen auch auf die Evakuierung von Ölanlagen in Nigeria wegen drohender Rebellenangriffe. Der russische Yukos-Konflikt laufe ebenfalls unvermindert weiter, und im Irak könne es immer wieder zu Anschlägen auf Pipelines kommen.

Maue Vorgaben

Unter dem Eindruck der Entwicklung am Ölmarkt schloss der New Yorker Aktienmarkt am Freitag uneinheitlich. Der Dow-Jones-Index  für 30 Industriewerte stieg um magere 8,34 Punkte oder 0,1 Prozent auf 10.047,24, der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite  ermäßigte sich dagegen um 6,95 Punkte oder 0,4 Prozent auf 1879,48.

Die Börse in Tokio hat am Montagvormittag schwach tendiert. Im Vorfeld einer Kabinettsumbildung in Japan büßte der Nikkei-Index für 225 Standardwerte 85,56 Punkte oder 0,79 Prozent ein und notierte zur Handelsmitte bei 10.809,60 Punkten. Der breit gefasste Topix gab bis dahin 10,74 Punkte oder 0,97 Prozent auf den Stand von 1091,63 Punkten ab.

Der US-Dollar notierte um 11.00 Uhr Ortszeit leichter mit 110,55-57 Yen nach 110,64-67 Yen am späten Freitag. Der Euro tendierte im frühen Geschäft etwas fester mit 1,2275-78 Dollar nach 1,2274-76 Dollar am späten Freitag. Zum Yen lag der Euro ebenfalls fester bei 135,87-91 Yen nach 135,82-86 Yen am späten Freitag.

Dax unter Druck

Vorgaben also, die für den Dax nichts Gutes erwarten lassen. "Der hohe Ölpreis, die pessimistische Erwartung bei Unternehmensergebnissen, vieldeutige Konjunkturindikatoren und politische Unsicherheiten dürften auch weiterhin das Sentiment belasten", so ein Händler am Montagmorgen.

Dabei hadern die Börsianer immer noch mit der enttäuschenden Vorwoche. Am Freitag ging der deutsche Leitindex mit 3910 Punkten aus dem Handel, ein leichtes Plus von 4,6 Zählern. Im Wochenverlauf allerdings fiel der Dax um rund zwei Prozent

Besonders enttäuschend: Noch am Mittwoch war der Dax zum dritten Mal binnen weniger Tage an der Marke von 4000 Punkten gescheitert. "Dadurch, dass wir die 4000-Punkte-Marke nicht knacken konnten, hat sich die Stimmung der Investoren gedreht. Sie sind jetzt eher pessimistisch eingestellt", sagte am Freitag Stephan Linz, Händler bei der BW Bank. Börsianer verwiesen zudem auf den seit Tagen steigenden Ölpreis, der die Stimmung der Anleger merklich eintrübe.

KarstadtQuelle im Fokus

Die Nachrichtenlage ist nur bedingt tauglich, um dem Dax positive Impulse zu liefern. Besonders der angeschlagene Handelskonzern KarstadtQuelle steht im Fokus der Beobachter.
Der KarstadtQuelle-Aufsichtsrat berät am Montag über ein Sanierungskonzept für den angeschlagenen Essener Kaufhausriesen. Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff hatte den 100 000 Beschäftigten bereits im Vorfeld harte Einschnitte und umfangreiche Opfer angekündigt.

Auch beim Filialnetz und bei den Beteiligungen werde es eine Neuorientierung geben. Nach Medienberichten sollen 77 von 181 Warenhäusern abgestoßen werden. Das Konzept soll am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Eingetrübter Ifo

Auch der Ifo-Index steht am Montag bei den Investoren im Terminkalender. Das vom Münchner Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklima in Deutschland dürfte sich nach Ansicht von Experten im September weiter eingetrübt haben. Die von der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires befragten Bankenvolkswirte erwarten, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex um 0,2 Punkte auf 95,1 Zähler gefallen ist. Bereits im August war der viel beachtete Konjunkturindikator leicht zurückgegangen.

Die Volkswirte Guntermann und Etschberger von Dresdner Kleinwort Wasserstein machen erste Anzeichen für ein Ende des Exportbooms für die schlechter werdende Stimmung verantwortlich. Die Binnenkonjunktur in Deutschland sei zu schwach, um eine nachlassende Auslandsnachfrage auszugleichen. Belastend wirke auch der hohe Ölpreis. Optimistischer zeigte sich der Experte Weidensteiner von der DZ Bank, der unter anderem wegen positiver Daten vom Einzelhandel mit einer Aufhellung der Wirtschaftsstimmung rechnet.
Milliarden-Schäden durch "Jeanne"

Erneut geraten auch die Versicherer in den Fokus. Hurrikan "Jeanne" könnte die Assekuranzen zwischen vier Milliarden Dollar und acht Milliarden Dollar kosten. Diese Schätzung hat die amerikanische Spezialfirma Risk Managment Solutions (RMS) am Sonntag gemacht. Hurrikan "Frances" hatte nach Darstellung der Gesellschaft versicherte Schäden von 4,1 Milliarden Dollar verursacht.

Die auf Risikomanagment für Versicherungen und andere Gesellschaften ausgerichtete Firma verwies darauf, dass dies der vierte Hurrikan ist, der Florida getroffen hat. Die kumulativen versicherten Gesamtverluste in Florida könnten hierdurch bis zu insgesamt 25 Milliarden Dollar betragen. Neben "Jeanne" und "Frances" hatten in den vergangenen Wochen auch Hurrikan "Charley" sowie Hurrikan "Ivan" weite Teile Floridas verwüstet und Milliardenschäden angerichtet.

Positives aus der Pharmabranche

Besser Nachrichten bietet die Pharmabranche. Altana  etwa rechnet für 2004 mit einem Jahresüberschuss am oberen Ende der bisherigen Prognosen, die einen Gewinnzuwachs von fünf bis sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr annahmen. "Aus heutiger Sicht werden wir eher an der Sieben als an der Fünf liegen", sagte Vorstandschef Nikolaus Schweickart der "Financial Times Deutschland".
Gut sieht es auch bei Bayer  aus. Bei der Vorgabe, im zweiten Halbjahr operativ deutlich besser abzuschneiden als im Vorjahr, liegt der Konzern nach eigener Aussage voll im Plan. "Wir wollen von Quartal zu Quartal zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und auch liefern, was wir angekündigt haben", sagte Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Wenning. Er bekräftigte zugleich die Prognose, in diesem Jahr beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um mehr als zehn Prozent zuzulegen.

Erstnotierung von Sino

Und bei all der Tristesse: Es gibt auch noch etwas zu feiern. Der Online-Broker Sino will am Montag sein Debüt an der Düsseldorfer Börse geben. Lang & Schwarz stellte die Aktien im Handel per Erscheinen bei 7,90 zu 8,10 Euro. Die Analysten von SES Research errechnen einen fairen Wert für das Papier von 9,19 Euro.

Sino ist ein Online-Broker, der auf so genannte Heavy Trader spezialisiert ist, also Anleger, die in der Regel mehrere Stunden täglich handeln. Der Börsengang von Sino ist nach Mifa, Wincor Nixdorf und der Postbank der vierte im laufenden Jahr.


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