Kursverluste an der Wall Street haben die deutschen Aktienmärkte in die Knie gezwungen. Dax und Nemax schlossen tief im Minus. Gegen den Trend legte die Kinowelt-Aktie mehr als 200 Prozent zu.
Frankfurt am Main - Erstmals seit rund zwei Wochen schloss der Dax unterhalb der Marke von 5000 Zählern. Der deutsche Leitindex brach um 2,2 Prozent auf 4984 Punkte ein. Am Neuen Markt sackte der Nemax 50 um drei Prozent auf 1118 Zähler. Nur die Nebenwerte konnten ihre Verluste etwas begrenzen. Der MDax bröckelte um 0,7 Prozent auf 4405 Punkte.
Auch die US-Börsen präsentierte sich schwach. Der Dow Jones verlor bis zum Handelsschluss in Deutschland rund 1,6 Prozent auf 9752 Punkte, die Nasdaq gab 2,3 Prozent auf 1867 Zähler nach.
"Es wäre schön, wenn es endlich mal wieder stressig wäre", bedauerte ein Händler einer norddeutschen Landesbank die anhaltende Zurückhaltung der Anleger. "Wir sehen äußerst geringe Umsätze. Wer (als Anleger) nichts macht, ist auf der richtigen Seite." So lange bei der Aktie der Deutschen Telekom das Angebot die Nachfrage übersteige, werde der Dax keinen Sprung nach oben machen, prognostizierte er. Aber auch in den übrigen Schwergewichten spüre er weiterhin den Verkaufsdruck.
Als Tagesverlierer gingen die T-Aktien 4,4 Prozent leichter bei 15,92 Euro in den Feierabend. Das "Handelsblatt" zitierte Telekom-Chef Ron Sommer, der Schuldenabbau könnte ins Stocken geraten, falls der Verkauf des Kabelnetzes und der Börsengang der Mobilfunk-Tochter T-Mobile scheitert.
Wegen schlechter Geschäftszahlen will die Commerzbank deutlich weniger Dividende zahlen. Die Aktien schlossen 1,6 Prozent leichter bei 18,97 Euro. Unter Druck auch Deutsche Bank , die nach Herabstufungen mehrerer Banken 3,8 Prozent auf 69,80 Euro verloren. HypoVereinsbank verbilligten sich um 2,1 Prozent auf 35,20 Euro. Aber auch die Aktien der Münchener Rück verloren 3,9 Prozent auf 263,20 Euro.
Gewinnmitnahmen drückten die Aktie des Touristik-Riesen Preussag bei lebhaftem Handel um 3,5 Prozent auf 33,60 Euro. In den vergangenen 14 Tagen hatte sich die Aktie um fast fünf Euro verteuert.
Nur fünf Werte schlossen im Plus: Während ThyssenKrupp-Aktien den Dax mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent auf 17,07 Euro anführten, legten Lufthansa um 0,6 Prozent auf 17,10 Euro zu. Am Vormittag waren die Geschäftszahlen von British Airways besser als erwartet ausgefallen.
Neuer Markt: Verluste im Sog der Nasdaq
"Die Umsätze sind so gering, dass die einzelnen Kursbewegungen kaum Aussagekraft haben", sagte ein Händler in Frankfurt. Übereinstimmend sprachen Börsianer von einem schleppenden Handel, der von den Vorgaben der US-Börsen geprägt war. "Bei den schlechten Zahlen aus den USA können wir hier keine Wunder erwarten", sagte ein Händler in München.
Der Anbieter von Erotikprodukten, Private Media, hatte überraschend den für Montag geplanten Start der Aktie am Neuen Markt kurzfristig verschoben. "Es wird in den kommenden Monaten keine Börsengänge an den Neuen Markt geben. Das IPO-Geschäft ist tot", sagte ein Experte einer in diesem Geschäft führenden Privatbank. Deutlicher wurde ein Aktienhändler in Frankfurt: "Eine solche Aktion der Commerzbank mit einer so kurzfristigen Absage schadet dem Neuen Markt nur!"
Die Aktie des Luxemburger Telekommunikations-Ausrüsters Carrier 1 sind mit hohen Umsätzen um über 40 Prozent eingebrochen und kosteten zum Handelsschluss noch 0,73 Euro. Carrier 1 hatte zuvor bekannt gegeben, dass es wegen rechtlicher Probleme sein Rückkaufprogramm nicht einhalten kann. Anfang Januar hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es alle ausstehenden hochverzinslichen Anleihen im Wert von 160 Millionen Dollar und 85 Millionen Euro zurückkaufen will.
Mobilcom-Aktien sanken um sechs Prozent und kosteten 20,66 Euro. Händler sprachen von Verkaufaufträgen Institutioneller Investoren, nachdem "das Verschieben des UMTS-Starts die Anleger verschreckt hatte". Gegen Ende der Börsensitzung rutsche auch Qiagen in die Verlustzone, nachdem sich der Kurs zumeist im positiven Terrain bewegte. Die Biotechnologieaktie verlor schließlich um 2,3 Prozent und kostete 22,11 Euro. T-Online-Aktien sanken um 2,6 Prozent auf 12,39 Euro.
Die Hoffnung auf eine Überlebenschance für die Kinowelt ließ den Aktienkurs bei einem Umsatz von über sechs Millionen Aktien zeitweise knapp 300 Prozent auf 0,96 Euro hochschnellen. "Das ist reine Zockerei", sagte ein Händler in München. Zuvor hatte der Insolvenzverwalter Wolfgang Ott gesagt, das Schicksal der Kinowelt werde sich bis Ende März entscheiden und das operative Geschäft laufe "in geordneten Bahnen". Die Aktie schloss mit einem Plus von 212,5 Prozent auf 0,75 Euro.
Kurs des Euro gestiegen
Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8644 (Freitag: 0,8632) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1569 (1,1585) Euro. Bis zum Handelsschluss in Frankfurt legte die Einheitswährung leicht auf 0,8696 Euro zu. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6097 (0,6100) Pfund, 115,22 (115,66) Yen und 1,4805 (1,4781) Schweizer Franken fest.
Quelle: www.manager-magazin.de/geld/boersenblick/0,2828,117445,00.html
Frankfurt am Main - Erstmals seit rund zwei Wochen schloss der Dax unterhalb der Marke von 5000 Zählern. Der deutsche Leitindex brach um 2,2 Prozent auf 4984 Punkte ein. Am Neuen Markt sackte der Nemax 50 um drei Prozent auf 1118 Zähler. Nur die Nebenwerte konnten ihre Verluste etwas begrenzen. Der MDax bröckelte um 0,7 Prozent auf 4405 Punkte.
Auch die US-Börsen präsentierte sich schwach. Der Dow Jones verlor bis zum Handelsschluss in Deutschland rund 1,6 Prozent auf 9752 Punkte, die Nasdaq gab 2,3 Prozent auf 1867 Zähler nach.
"Es wäre schön, wenn es endlich mal wieder stressig wäre", bedauerte ein Händler einer norddeutschen Landesbank die anhaltende Zurückhaltung der Anleger. "Wir sehen äußerst geringe Umsätze. Wer (als Anleger) nichts macht, ist auf der richtigen Seite." So lange bei der Aktie der Deutschen Telekom das Angebot die Nachfrage übersteige, werde der Dax keinen Sprung nach oben machen, prognostizierte er. Aber auch in den übrigen Schwergewichten spüre er weiterhin den Verkaufsdruck.
Als Tagesverlierer gingen die T-Aktien 4,4 Prozent leichter bei 15,92 Euro in den Feierabend. Das "Handelsblatt" zitierte Telekom-Chef Ron Sommer, der Schuldenabbau könnte ins Stocken geraten, falls der Verkauf des Kabelnetzes und der Börsengang der Mobilfunk-Tochter T-Mobile scheitert.
Wegen schlechter Geschäftszahlen will die Commerzbank deutlich weniger Dividende zahlen. Die Aktien schlossen 1,6 Prozent leichter bei 18,97 Euro. Unter Druck auch Deutsche Bank , die nach Herabstufungen mehrerer Banken 3,8 Prozent auf 69,80 Euro verloren. HypoVereinsbank verbilligten sich um 2,1 Prozent auf 35,20 Euro. Aber auch die Aktien der Münchener Rück verloren 3,9 Prozent auf 263,20 Euro.
Gewinnmitnahmen drückten die Aktie des Touristik-Riesen Preussag bei lebhaftem Handel um 3,5 Prozent auf 33,60 Euro. In den vergangenen 14 Tagen hatte sich die Aktie um fast fünf Euro verteuert.
Nur fünf Werte schlossen im Plus: Während ThyssenKrupp-Aktien den Dax mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent auf 17,07 Euro anführten, legten Lufthansa um 0,6 Prozent auf 17,10 Euro zu. Am Vormittag waren die Geschäftszahlen von British Airways besser als erwartet ausgefallen.
Neuer Markt: Verluste im Sog der Nasdaq
"Die Umsätze sind so gering, dass die einzelnen Kursbewegungen kaum Aussagekraft haben", sagte ein Händler in Frankfurt. Übereinstimmend sprachen Börsianer von einem schleppenden Handel, der von den Vorgaben der US-Börsen geprägt war. "Bei den schlechten Zahlen aus den USA können wir hier keine Wunder erwarten", sagte ein Händler in München.
Der Anbieter von Erotikprodukten, Private Media, hatte überraschend den für Montag geplanten Start der Aktie am Neuen Markt kurzfristig verschoben. "Es wird in den kommenden Monaten keine Börsengänge an den Neuen Markt geben. Das IPO-Geschäft ist tot", sagte ein Experte einer in diesem Geschäft führenden Privatbank. Deutlicher wurde ein Aktienhändler in Frankfurt: "Eine solche Aktion der Commerzbank mit einer so kurzfristigen Absage schadet dem Neuen Markt nur!"
Die Aktie des Luxemburger Telekommunikations-Ausrüsters Carrier 1 sind mit hohen Umsätzen um über 40 Prozent eingebrochen und kosteten zum Handelsschluss noch 0,73 Euro. Carrier 1 hatte zuvor bekannt gegeben, dass es wegen rechtlicher Probleme sein Rückkaufprogramm nicht einhalten kann. Anfang Januar hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es alle ausstehenden hochverzinslichen Anleihen im Wert von 160 Millionen Dollar und 85 Millionen Euro zurückkaufen will.
Mobilcom-Aktien sanken um sechs Prozent und kosteten 20,66 Euro. Händler sprachen von Verkaufaufträgen Institutioneller Investoren, nachdem "das Verschieben des UMTS-Starts die Anleger verschreckt hatte". Gegen Ende der Börsensitzung rutsche auch Qiagen in die Verlustzone, nachdem sich der Kurs zumeist im positiven Terrain bewegte. Die Biotechnologieaktie verlor schließlich um 2,3 Prozent und kostete 22,11 Euro. T-Online-Aktien sanken um 2,6 Prozent auf 12,39 Euro.
Die Hoffnung auf eine Überlebenschance für die Kinowelt ließ den Aktienkurs bei einem Umsatz von über sechs Millionen Aktien zeitweise knapp 300 Prozent auf 0,96 Euro hochschnellen. "Das ist reine Zockerei", sagte ein Händler in München. Zuvor hatte der Insolvenzverwalter Wolfgang Ott gesagt, das Schicksal der Kinowelt werde sich bis Ende März entscheiden und das operative Geschäft laufe "in geordneten Bahnen". Die Aktie schloss mit einem Plus von 212,5 Prozent auf 0,75 Euro.
Kurs des Euro gestiegen
Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8644 (Freitag: 0,8632) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1569 (1,1585) Euro. Bis zum Handelsschluss in Frankfurt legte die Einheitswährung leicht auf 0,8696 Euro zu. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6097 (0,6100) Pfund, 115,22 (115,66) Yen und 1,4805 (1,4781) Schweizer Franken fest.
Quelle: www.manager-magazin.de/geld/boersenblick/0,2828,117445,00.html