"Swissair neu" hebt mit Milliardenspritze ab
Die Schweizer Regierung sichert das Überleben der Fluglinie mit einer gewaltigen Geldspritze und wird sich dafür auch höher verschulden. Insgesamt sind vier Mrd. Franken notwendig, mindestens 9.000 Arbeitsplätze gehen verloren.
BERN / ROM / BERLIN (ag.). Die fieberhaften Rettungsversuche für die "Swissair neu" fanden am Montag ein Happy-End. Die Schweizer Regierung einigte sich am Montag auf einen Überbrückungskredit in Höhe von einer Mrd. sFr, mit dem der Langstreckenbetrieb der "Swissair neu" bis Ende März 2002 gesichert ist. Der Staat hatte zuvor bereits 450 Mill. sFr (305 Mill. ?/4,19 Mrd. S) akute Überbrückungshilfe gewährt, nachdem die Swissair nicht einmal mehr Kerosin zahlen konnte und am Boden blieb. Trotzdem werden dennoch mindestens 9.000 Stellen verloren gehen - 4.000 davon in der Schweiz. Für Lohnforderungen und Sozialpläne ist mit Kosten von 650 Mill. Franken (440 Mill. Euro/6,05 Mrd. S) zu rechnen.
Darüber hinaus wird sich der Bund mit 600 Mill. sFr an der Kapitalerhöhung für die Regionallinie Crossair beteiligen, die das Fluggeschäft übernimmt. Diese Beteiligung soll nach einigen Jahren abgebaut werden. Die Crossair, so Finanzminister Kaspar Villinger, werde mit 35 Prozent kapitalisiert, mehr als die in der Branche üblichen 25 bis 26 Prozent. Man habe die Absicht, die neue Gesellschaft mit genügend Kapital zu polstern. Die Kantone werden 18 Prozent halten, der Rest entfällt auf Unternehmen, die insgesamt 1,7 Mrd. sFr investieren. Darin sind die 350 Mill. sFr enthalten, die die Großbanken UBS und Credit Suisse bereits zugesagt hatten. Das Kapital soll um 2,74 Mrd. sFr erhöht werden.
Laut Villinger werde diese "einmalige Ausgabe von besonderer Dringlichkeit" über Neuverschuldung und nicht über höhere Steuern finanziert. "Die Verschuldung des Bundes würde von 108 auf 110 Mrd. sFr steigen", sagte Villiger.
Insgesamt braucht die finanziell schwer angeschlagene Fluglinie für ihre Neustrukturierung unter dem Dach der Crossair aus heutiger Sicht 4,24 Mrd. sFr. Vorgesehen ist, daß die Crossair zu ihren 82 Flugzeugen insgesamt je 26 Langstrecken- und Kurzstreckenmaschinen der Swissair übernimmt.
Ohne die Einigung hätte der Swissair und den teilweise in einem Vergleichsverfahren befindlichen Tochtergesellschaften der Konkurs gedroht.
Nationale Hilfsprogramme
Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie forderte angesichts der Hilfen in den USA nationale Förderprogramme in Europa, um gleiche Wettbewerbsbedingungen herzustellen. Direkte EU-Hilfen seien aufgrund des Gemeinschaftsrechts nicht möglich.
Die Lufthansa, die im September einen Passagierrückgang von neun Prozent hinnehmen mußte, schließt einen Erlöseinbruch im vierten Quartal von 350 bis 500 Mill. ? (6,9 Mrd. S) nicht aus, erklärte Pressesprecherin Christine Ritz.
Die Schweizer Regierung sichert das Überleben der Fluglinie mit einer gewaltigen Geldspritze und wird sich dafür auch höher verschulden. Insgesamt sind vier Mrd. Franken notwendig, mindestens 9.000 Arbeitsplätze gehen verloren.
BERN / ROM / BERLIN (ag.). Die fieberhaften Rettungsversuche für die "Swissair neu" fanden am Montag ein Happy-End. Die Schweizer Regierung einigte sich am Montag auf einen Überbrückungskredit in Höhe von einer Mrd. sFr, mit dem der Langstreckenbetrieb der "Swissair neu" bis Ende März 2002 gesichert ist. Der Staat hatte zuvor bereits 450 Mill. sFr (305 Mill. ?/4,19 Mrd. S) akute Überbrückungshilfe gewährt, nachdem die Swissair nicht einmal mehr Kerosin zahlen konnte und am Boden blieb. Trotzdem werden dennoch mindestens 9.000 Stellen verloren gehen - 4.000 davon in der Schweiz. Für Lohnforderungen und Sozialpläne ist mit Kosten von 650 Mill. Franken (440 Mill. Euro/6,05 Mrd. S) zu rechnen.
Darüber hinaus wird sich der Bund mit 600 Mill. sFr an der Kapitalerhöhung für die Regionallinie Crossair beteiligen, die das Fluggeschäft übernimmt. Diese Beteiligung soll nach einigen Jahren abgebaut werden. Die Crossair, so Finanzminister Kaspar Villinger, werde mit 35 Prozent kapitalisiert, mehr als die in der Branche üblichen 25 bis 26 Prozent. Man habe die Absicht, die neue Gesellschaft mit genügend Kapital zu polstern. Die Kantone werden 18 Prozent halten, der Rest entfällt auf Unternehmen, die insgesamt 1,7 Mrd. sFr investieren. Darin sind die 350 Mill. sFr enthalten, die die Großbanken UBS und Credit Suisse bereits zugesagt hatten. Das Kapital soll um 2,74 Mrd. sFr erhöht werden.
Laut Villinger werde diese "einmalige Ausgabe von besonderer Dringlichkeit" über Neuverschuldung und nicht über höhere Steuern finanziert. "Die Verschuldung des Bundes würde von 108 auf 110 Mrd. sFr steigen", sagte Villiger.
Insgesamt braucht die finanziell schwer angeschlagene Fluglinie für ihre Neustrukturierung unter dem Dach der Crossair aus heutiger Sicht 4,24 Mrd. sFr. Vorgesehen ist, daß die Crossair zu ihren 82 Flugzeugen insgesamt je 26 Langstrecken- und Kurzstreckenmaschinen der Swissair übernimmt.
Ohne die Einigung hätte der Swissair und den teilweise in einem Vergleichsverfahren befindlichen Tochtergesellschaften der Konkurs gedroht.
Nationale Hilfsprogramme
Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie forderte angesichts der Hilfen in den USA nationale Förderprogramme in Europa, um gleiche Wettbewerbsbedingungen herzustellen. Direkte EU-Hilfen seien aufgrund des Gemeinschaftsrechts nicht möglich.
Die Lufthansa, die im September einen Passagierrückgang von neun Prozent hinnehmen mußte, schließt einen Erlöseinbruch im vierten Quartal von 350 bis 500 Mill. ? (6,9 Mrd. S) nicht aus, erklärte Pressesprecherin Christine Ritz.